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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
K
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

mamm 
Kürbis 
231 
Kunstwolle 
Öl destilliert und .unter dem Namen Wiesen 
kümmelöl verkauft sowie aus dem bei der 
Ernte des Kümmels entstehenden Abfall eine 
sehr geringwertige Sorte, das Kümmelspreuöl 
(zum Parfümieren von Seife), hergestellt. Das 
K. ist sehr häufig Verfälschungen unterworfen. 
Außer der Beimengung der schon genannten 
geringwertigen Öle finden sich Zusätze von Al 
kohol, Tannenzapfenöl, Fichtennadelöl und rekti 
fiziertem Terpentinöl. Reines ,K. muß sich in 
seinem gleichen Gewichte Alkohol von 90 Volum 
prozent klar lösen, zwischen 175 und 23o 0 C über 
destillieren und eine Rechtsdrehung von 70—80 0 
zeigen. Es ist in sehr gut verschlossenen, mög 
lichst voll gefüllten Flaschen aufzubewahren, 
da es sehr leicht verharzt, gelb wird und dann 
an Geruch und Wert verliert. 
Kürbis (lat. Fructus Cucurbitae, frz. Citrouille, 
Courge, engl. Gourd), die Frucht der zu den 
Kukurbitazeen gehörigen Pflanze Cucurbita 
pepo, enthält nach König neben 90,3% Wasser 
noch i,09 0 /o Stickstoffsubstanz, o,n°/o Fett, i,t2°/o 
Zucker, 1,09 °/o Extraktstoffe, 0,75% Rohfaser 
und 0,45 0/0 Asche. Im Hinblick auf den hohen 
Wassergehalt hat er für die menschliche Er- 
nährung nur geringe Bedeutung und wird ledig 
lich als Kompott und Marmelade, meist aber als 
Viehfutter verwandt. Auch die von Muchel vor 
geschlagene Verwendung zur Herstellung von 
Spiritus scheint keine Bedeutung erlangt zu 
haben. 
Kürbiskerne (Kürbissamen, lat. Semen Cu 
curbitae, frz. Semences de citrouille, engl. Gourds 
seeds) enthalten 30—4o°/o eines fetten Öles (Kür 
bis kernöl), das zu den langsam trocknenden 
Ölen gehört, bei — 15° erstarrt und in frischem 
Zustande als Speiseöl benutzt wird. Die gemah 
lenen Kerne finden als Bandwurmmittel An 
wendung, büßen aber bei der Aufbewahrung ihre 
Wirksamkeit ein. 
Kumarin (lat. Cumarinum, frz. Coumarine, 
engl. Cumarin) ist der Stoff, welcher dem Wald 
meister, den Tonkabohnen, dem Steinklee 
den angenehmen Geruch erteilt. Zu seiner Ge 
winnung extrahiert man am besten die Tonka- 
bohnen, auf deren Oberfläche er sich sehr häufig 
auskristallisiert findet, mit Alkohol, stellt es 
neuerdings aber auch künstlich dar durch 
Einwirkung von Essigsäureanhydrid auf Salizyl- 
aldehydnatrium, Eingießen in Wasser und Destil 
lation des abgeschiedenen Öles. Das IC, C 9 H 6 0 2 , 
bildet angenehm riechende, farblose Kristall- 
nadeln, welche bei 67° schmelzen und bei 291 0 
sieden. Es wird mit Vanillin zusammen zu 
Cremes und Pralinen verwendet, ferner in alko 
holischer Lösung zur Verstärkung des Geruches 
des Weichselholzes und als Parfüm für Toiletten 
seifen angewandt. 
Kumaronharz nennt man harzartige Stoffe, 
die bei der Wäsche des Schwerbenzols mit 
Schwefelsäure entstehen, ursprünglich als lästige 
Schmiere (bis 1906) einfach verfeuert, dann zur 
Herstellung von Feueranzündern benutzt wur 
den und später im Kriege eine ungeheure Be 
deutung als Harzersatz gewonnen haben. In 
chemischer Hinsicht sind sie Mischungen von 
Kondensationsverbindungen des Indens (C 18 H 16 ) 
u nd des Kumarons (CjeHijOj), zwei im Stein- 
fcohlenteer enthaltenen Flüssigkeiten vom Siede 
punkt 181 0 und dem spez. Gew. 1,008, enthalten 
weder Säuren noch verseifbare Stoffe und nehmen 
in dünner Schicht Sauerstoff aus der Luft auf 
(verharzen). K. kommen sowohl in öligem bis 
teerartigem Zustande als Firnisersatz, wie in fester 
Form für Lack und Sikkativ in den Handel. Die 
letzteren werden nach dem Erweichungspunkt in 
springhart (über 50 °), hart (40—50 °), mittelhart 
(30—40 0 ), weich (unter 30 0 ) unterschieden. Ob 
wohl die K. die Eigenschaften der Naturharze 
nur in beschränktem Umfange zeigen und ins 
besondere über den Erweichungspunkt von 65° 
(Kolophon ioo°) nicht hinauskommen, haben sie 
doch zum Leimen von Papier sowie gemischt 
mit trocknenden Ölen in der Lackindustrie wert 
volle Dienste geleistet. Die Höhe der Erzeugung 
soll 600000 t im Jahre betragen. 
Kumidinrot (Kumidinponceau, Ponceau 
3 R), ein zur Grupps der Azofarben gehöriger 
Teerfarbstoff, ein dunkelrotes, in Wasser mit 
kirschroter Farbe lösliches Pulver, welches Wolle 
in saurem Bade rot färbt und aus dem Natrpn- 
salze der Kumidinazobetanaphtoldisulfosäure be 
steht. Ponceau 4 R unterscheidet sich von dieser 
Farbe nur dadurch, daß zur Herstellung anstatt 
des gewöhnlichen rohen chemisch reines kri 
stallinisches Kumidin verwandt wird. 
Kumys (Kumis, Milchwein) ist ein alkohol 
haltiges Getränk, welches aus gegorener Stuten 
milch besteht und ursprünglich in der Tartarei, 
später im südlichen Rußland dargestellt wurde. 
Jetzt bereitet man es auch in Deutschland aus 
Kuhmilch und verwendet es medizinisch. Siehe 
Kefir. 
Kundaöl (Croupee-Öl, nicht zu verwechseln 
mit Kraböl und Karapaöl, s. d.) ist ein aus den 
Samen der Carapa Touloncouma durch Aus 
kochen mit Wasser bereitetes Pflanzenfett, das 
von Sierra Leone und Assim in den Handel 
kommt. 
Kunstspeisefett nennt man alle dem Schweine 
schmalz ähnlichen Zubereitungen, deren Fett 
gehalt nicht ausschließlich aus Schweineschmalz 
besteht, also Mischungen von tierischen Fetten 
mit Baumwollsamenöl, Kokosfett u. dgl., aber 
auch tierische Fette, vor allem solche, die durch 
besondere Verfahren streichfähig gemacht worden 
sind. Sie unterliegen den Vorschriften des Mar- 
garineges.etzes und dürfen nur unter der deut 
lichen Bezeichnung Kunstspeisefett in den Ver 
kehr gebracht werden. Beimischungen von Wasser, 
Mehl und wertlosen Stoffen haben als Verfäl 
schung zu gelten. 
Kunstwolle (frz.Laine artificielle, engl.Shoddy 
and Mungo) wird aus den früher als beinahe 
wertlos erachteten Lumpen hergestellt und in 
besonderen Fabriken verarbeitet. Man unter 
scheidet hauptsächlich zwei Sorten von Lumpen 
wolle, Mungo und Shoddy. Die erstere stammt 
von gewalkten Wollstoffen, Tuchen u. dgl. und 
ist kurzhaarig, weil das Zerfasern dieser Stoffe 
eine gewaltsame Bearbeitung erfordert. Zu der 
anderen dienen gestrickte, gewirkte und gehäkelte 
Lumpehzeuge, die sich leichter lösen und einen 
längeren Faserstoff ergeben. Die Vorarbeit be 
steht in einem gründlichen Auslesen unter Ent 
fernung aller nicht wollenen Teile. Danach folgt 
bei baumwollehaltigea Geweben eine Behandlung 
mit heißen Salzsäuredämpfen in geschlossenen 
l
	        

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Money. King, 1929.
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