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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
L
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Lackester 
237 
Lackfarben 
leichter in der Sonne oder bei mäßiger Wärme 
lösen und durch Filtration von den Verunreini 
gungen trennen. Bei der Darstellung im großen 
bedient man sich geschlossener Destillierblasen 
oder des sog. Deplazierungsverfahrens. 
indem man das Harz in ein Sieb schüttet und 
dieses so weit in ein mit Weingeist gefülltes 
Faß hängt, daß es gerade noch von der 
Flüssigkeit bespült wird. Die Lösung des Harzes 
sinkt dann beständig nach unten und kann 
nach entsprechendem Absetzen aus einem etwas 
oberhalb des Bodens angebrachten Hahn ohne 
Filtration klar abgezogen werden. Als Aus 
gangsmaterial für Spirituslack kommen sämt 
liche Harze in Betracht. Die spröderen, wie San- 
darak und Mastix, geben sehr glänzende, aber 
wenig haltbare Überzüge und werden daher 
meist i durch Zusatz von etwas venezianischem 
Terpentin oder weicherem Harz, z. B. Elemi, 
verbessert. — TerpentinöHacke unterschei 
den sich von den vorigen nur dadurch, daß 
an Stelle von Spiritus Terpentinöl oder andere 
ätherische Öle (Rosmarinöl) als Lösungsmittel 
benutzt werden. Sie trocknen etwas langsamer, 
sind aber haltbarer und weniger spröde, weil 
ein Teil des Lösungsmittels von dem eintrock 
nenden Harzüberzug festgehalten wird. Das 
Terpentinöl löst manche Harze schon in der 
Kälte. Andere, wie Bernstein und Kopal, wer 
den erst in der Wärme geschmolzen und dann 
mit dem Lösungsmittel verdünnt. Die billigsten 
Terpentinöllacke werden aus Kolophonium, 
bessere Sorten aus Sandarak oder Dammara, 
die besten Fußboden-, Wagen- und Schleif 
lacke aus Bernstein oder echtem Kopal her 
gestellt. Geschmolzener und dann mit Terpen 
tinöl gemischter Asphalt gibt den schwarzen 
Asphalt- oder Eisenlack, der durch Zusatz 
von heißem Leinölfirnis dauerhafter wird. Als 
allgemeine Regel für die Verwendung der flüch 
tigen Lacke gilt, daß sich die Terpentinöl-L. 
besonders zum Aufsetzen auf Ölanstriche, die 
Weingeist-L, zum Aufsetzen auf Wasser- und 
Leimfarben eignen. An Stelle des Terpentinöls 
werden vielfach auch andere Lösungsmittel, wie 
Benzin, Schwefelkohlenstoff, Holzgeist, Chloro 
form, Kampferöl, Eukalyptusöl, an Stelle der 
genannten Harze die neueren Harzersatzmittel 
(s. d.) benutzt. — Als Kennzeichen eines guten 
Lackes gilt, daß er nach dem Aufstreichen 
schnell trocknet und einen nicht klebrigen 
stark glänzenden Überzug hinterläßt, der mit 
der Zeit weder Risse noch Sprünge bekommt. 
Bei sorgfältiger Aufbewahrung in verschlosse 
nen Gefäßen gewinnen die Lacke durch das 
Alter an Güte. Die feinsten Wagenlacke, von 
denen der höchste Grad von Dauerhaftigkeit 
und Schönheit verlangt wurde, kamen früher 
aus England, werden aber jetzt von den Fabri 
ken in Dresden, Berlin, Mainz, Offenbach und 
Wien mindestens ebensogut erzeugt. 
Lackester (Esterlacke) nennt man eine heue 
Art von Anstrichlacken, bei denen an Stelle der 
Harze die durch Vereinigung von Lfarzen mit 
Alkoholen unter Wasseraustritt entstehenden 
Harzsäureester als Grundstoff dienen. Sic 
sollen weit ergiebiger als Kopallacke sein, so 
daß zwei Teile L. ungefähr so viel Fläche 
decken, als drei Teile Kopallack, und überdies 
Anstriche von großer Widerstandsfähigkeit 
gegen Luft und Feuchtigkeit liefern. 
Lackfarben (Farblacke) sind Verbindungen 
von organischen Farbstoffen mit anorganischen 
Oxyden oder Salzen. Die zahlreichen, zum 
Teil sehr schönen, in Hölzern und anderen 
Pflanzenteilen enthaltenen Farbstoffe bilden, so 
weit sie in Wasser löslich sind, nur Farben 
brühen. Um sie in die Form einer Körperfarbe 
zu bringen, muß man sie an eine feste Grund 
lage binden und bedient sich hierzu der Eigen 
schaft mancher Metalloxyde und alkalischen 
Erden, mit den Pflanzenfarbstoffen unlösliche 
Niederschläge zu bilden. Wird z. B. zu einer 
Alaunlösung die Lösung eines ätzenden oder 
kohlensauren Alkalis gebracht, so fällt die Ton 
erde des Alauns als weiße Gallerte aus; ist aber 
die Alaunlösung vorher mit einer Farbenbrühe 
gemischt worden, so reißt die Tonerde den 
Farbstoff so vollständig an sich, daß die über 
stehende Flüssigkeit farblos erscheint. In glei 
cher Weise wirkt das' Zinnoxydul, welches aus 
einer Lösung von Zinnchlorür (Zinnsolution) 
ausgefällt wird. Die Lackfarbe fällt dabei noch 
feuriger aus, aber wegen seiner Kostspielig 
keit kann das Zinnsalz nur zu feinerer Ware 
benutzt werden, während es für gewöhnlich im 
Gemisch mit Alaun Anwendung findet. Beide 
Salze bilden auch die gewöhnlichsten Beizen 
der Färberei, bei welcher der Farblack auf der 
Faser erzeugt wird. Nicht alle Farbstoffe ver 
tragen die gleiche Behandlung. Einige lassen 
sich mit kalter oder heißer Alaunlösung äus- 
ziehen und dann mit der alkalischen Lauge 
fällen. Bei anderen muß diese das Lösungs 
mittel abgeben und der Alaun zuletzt hinzu 
gesetzt werden. Unter Umständen ist es auch 
geboten, die Tonerde für sich auszufällen und 
rein zu waschen und sie dann erst mit der 
Farbenbrühe unter Erwärmung zusammenzu 
bringen. Die als farbiger Schlamm erhaltenen 
Lacke werden schließlich mit Wasser rein aus 
gewaschen und entweder noch feucht als Teig 
(en päte) für Kattun- und Wolldruck, Tapeten 
und Buntpapier verkauft, oder getrocknet und 
in Brocken oder zu Täfelchen geformt in den 
Handel gebracht. Um die Farben in mög 
lichster Schönheit herzustellen, sind verschie 
dene Vorsichtsmaßregeln zu beobachten, die 
zum Teil als Fabrikgeheimnisse bewahrt werden. 
Von den L. sind die roten und gelben am 
gebräuchlichsten. Der feinste rote L. ist der 
Karminlack aus der Koschenille und den Ab 
gängen von der Karminbereitung (vgl. Kosche 
nille). Weiter sehr beliebt und außerordentlich 
dauerhaft sind auch die Krapplacke (vgl. 
Krapp), die in einer großen Farbenfolge von 
Dunkelrot bis zart Rosa dargestellt und durch 
Zusatz von mehr oder weniger feinem Bleiweiß 
in verschiedenen helleren Tönen abgestuft wer 
den. Außerdem erhält man aus Pernambukholz 
und Lack dye, dem Farbstoff des Gummilacks, 
schöne rote L. Die roten Lacke aus Karmin 
und Farbhölzern sowie Mischungen derselben 
mit anderen Stoffen führen verschiedene Han 
delsnamen: Pariser, Wiener, Venezianer, 
Florentiner Lack, Kugel lack usw. Ein 
schöner violetter Lack ist der Orseillelack. 
Zu gelben Lacken dienen Abkochungen von
	        

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10 Jahre Rote Gewerkschafts-Internationale. Rote Gewerkschafts-Internationale, 1930.
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