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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
L
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Lanthan 
240 
Laurelnußöl 
und schließlich durch Extrahieren mit Azeton 
in reines Wollfett überführt. Das so erhaltene 
wasserfreie Wollfett (lat. Adeps lanae 
anhydricus) des D. A. B., eine hellgelbe, 
salbenartige Masse von schwachem, eigentüm 
lichem Geruch, ist in Wasser unlöslich, aber im 
stande, die 2—3 fache Menge Wasser aufzu 
nehmen, ohne die salbenartige Beschaffenheit 
zu verlieren, und schmilzt bei 40 0 C. Von der 
tierischen Haut wird es resorbiert und zeigt 
wenig Neigung zum Ranzigwerden. Reines 
Wollfett darf nur einen s.ehr geringen Aschen 
rückstand hinterlassen und nur eine Spur freier 
Säure, hingegen keine Alkalien, Chloride und 
Glyzerin enthalten. In chemischer Hinsicht ist 
es als ein Gemisch von Cholesterin- und Iso- 
choleseterin-Fettsäureester aufzufassen. Als 
Identitätsreaktion dient daher der, Cholesterin 
nachweis. Löst man 1 g Wollfett in 50 g Chloro 
form und schichtet die Lösung über Schwefel 
säure, so entsteht an der Berührungsstelle eine 
Zone von feurig-braunroter Färbung. Ein be 
sonders gut gereinigtes Wollfett wird als Ala- 
purin in den Verkehr gebracht. Während das 
wasserfreie Wollfett nur im Großhandel, in 
den Apotheken und Drogenhandlungen zur Her 
stellung von Salben Verwendung findet, ist das 
wasserhaltige Wollfett, schlechtweg Lanolin 
genannt, ein Gegenstand des Kleinhandels. Das 
wasserhaltige Wollfett (Adeps lanae cum 
aqua des D.A.B.), eine Mischung von 75 Teilen 
Wollfett und 25 Teilen Wasser, stellt eine gelb 
lichweiße, salbenartige Masse dar, die sich 
beim Erwärmen im Wasserbade in eine wäßrige 
und eine auf dieser schwimmende ölige Schicht 
trennt, und soll nach dem Trocknen bei 100 0 
nicht mehr als 260/0 an Gewicht verlieren. Um 
das wasserhaltige Wollfett recht geschmeidig zu 
machen, setzt man ihm öfters noch Olivenöl zu. 
Die Wollfettsalbe des D.A.B. enthält 20 0/0 
Olivenöl. Für kosmetische Zwecke werden dem 
Lanolin vielfach ätherische Öle, Vanillin u. dgl. 
zugesetzt. 
Lanthan, ein Element aus der Reihe der sel 
tenen Metalle vom Atomgewicht La = 138, 
findet sich als Begleiter des Zers und Didyms 
im Zerit, Monazit, Orthit und Gadolinit und 
wird in beschränktem Maße bei der Herstellung 
von Glühstrümpfen benutzt. 
Laserpitin, C 15 H 22 O it , ein Bitterstoff aus der 
Wurzel von Laserpitium latifolium (s. En 
zianwurzel, weiße), welche 1,5 °/o L. enthält, 
bildet große, glänzende, farblose, prismatische 
Kristalle, die unlöslich in Wasser, löslich in 
Äther und Benzol, bei 118 0 schmelzen. Das L. 
wird durch Kochen mit Kalilauge in Angelika 
säure und Laserol gespalten. 
Lastings sind Wollatlasse, d. h. nach Atlas 
art dichtgewebte Zeuge aus hartem Kamm 
garn, die meist nur in Schwarz und anderen 
dunklen Farben Vorkommen und als Möbel 
stoffe, zu Schuhen, Halsbinden, Westen- und 
Kleiderstoffen Verwendung finden, 'Häufig ist 
der Stoff ein gemischter, mit Kette von Baum- 
wollzwirn, und heißt dann bisweilen l’ara- 
matta. 
Lasurstein, Lasurit (Lapis lazuli), ein 
schön himmelblaues, undurchsichtiges, schon im 
Altertum als Schmuckstein geschätztes und häu 
fig zu Gemmen geschnittenes Mineral aus Si 
birien, der Tatarei, der kleinen Bucharei, China 
und den chilenischen Anden, findet sich haupt 
sächlich klumpenweise in Kalkfels in Begleitung 
von Schwefelkies, aber immer nur vereinzelt 
und meist in kleineren Massen. Hingegen sind 
große reine Stücke selten, weil er meist von 
weißen Adern durchzogen ist und Schwefelkies 
in kleinen, messingglänzenden Teilchen einge 
sprengt enthält. Der Stein nimmt eine schöne 
Politur an, verliert sie indes infolge seiner ge 
ringen Härte (5,5) leicht wieder. Seine Verwen 
dung zu Schmuckwaren, besonders in Frank 
reich und Italien, ist dem Modewechsel stark 
unterworfen. Größere Stücke werden zu Dosen, 
Urnen, Schmuck usw. verwendet. Namentlich 
in Rußland bestehen berühmte Schleifereien, 
denen die schönen Bauverzierungen am Winter 
palast und der Isaakskirche zu Petersburg ent 
stammen. Früher hatte der Stein selbst in klei 
nen Brocken und Abfällen einen hohen Wert, 
denn er diente zur Darstellung der schönsten 
und teuersten blauen Malerfarbe, des Ultra 
marins (s. d.), das jetzt auf künstlichem Wege 
erzeugt wird. In chemischer Hinsicht besteht 
er lediglich aus Kiesel- und Tonerde, Kalk, 
Natron, Schwefel und wird durch Säuren unter 
Zerstörung der blauen Farbe und Hinterlassung 
von Kieselgallerte gelöst. Lasur ist unter Kupfer 
lasur besprochen. 
Lafschenkiefernöl (Latschenöl, Krumm 
holzöl, lat. Oleum Pini pumilionis, frz. Essence 
de pin de montagne, engl. Oil of pine mon 
tane), das ätherische Öl der Krummholz^ 
kiefer (Pinus Pumilio) wird hauptsächlich in 
den österreichischen Alpenländern,- besonders in 
Tirol, im südlichen Niederösterreich und an der 
nördlichen Grenze Steiermarks sowie in der 
Tatra und in der Nähe des Grünen Sees ge 
wonnen. Es ist linksdrehend, hat ein spez. Gew 
von 0,860—0,875 und wird zu Einreibungen und 
zum Inhalieren benutzt. 
Latwerge (lat. Electuarium) nennt man eine, 
früher mehr als jetzt gebräuchliche Arzneiform, 
in welcher bittere oder sonst übelschmeckende, 
gepulverte Arzneikörper mit Honig oder ge 
zuckertem Fruchtmus gemischt sind, um sie für 
den Geschmack angenehmer zu machen. Am 
gebräuchlichsten sind noch die abführende 
Senna- und Tamarindenlatwerge, die 
bittere Magenlatwerge, welche durch einen 
Zusatz von Opium zum Theriak wird, und 
eine oder die andere Zahnlatwerge. 
Laurelnußöl. Unter diesem Namen kommt 
aus Ostindien ein fettes öl in den Handel, das 
aus den Samen eines im Aussehen dem Lor 
beer ähnlichen Baumes (Calophyllum ino- 
phyllum) gewonnen wird. Der Baum, der auch 
das ostindische Takamahak liefert, kommt 
besonders häufig an der Westküste von Tra- 
vancore vor und wird von den Engländern 
Alexandrian laurel, von den Hindus Sultan 
champa und von den Malayen Punnai ge 
nannt. Die Frucht ist im frischen Zustande 
grünlichgelb, trocken braun bis schwarz und 
enthält zwei dicht zusammenhängende, halb 
kugelige Samenlappen mit etwa 68 o/ 0 eines 
fetten Öles, das zum Brennen in Lampen und 
zur Darstellung von Seife Verwendung findet-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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