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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
L
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Leinsamen 
250 
Levikowasser 
futter und dienen getrocknet und wieder ge 
pulvert als Leinkuchenmehl (lat. Farina seu 
Placenta lioi, frz. Gäteau de lin, engl. Linseed cake) 
auch zu erweichenden Umschlägen. 
Leinsamen (Leinsaat, lat. Semen lini, frz. 
Semence de lin, engl. Linseed), die Samen der 
Leinpflanze (s. Flachs), die einen wichtigen 
Gegenstand des Großhandels bilden, sind von 
ovaler, an einem Ende zugespitzter, an der 
Spitze gekrümmter Form, 4—6 mm lang und 
etwa 5 mg schwer. Die glatte glänzendbraune 
Schale enthält grünliche Kotyledonen von süß 
lich-schleimigem Geschmack und ein derbwan- 
diges Endosperm, die keine Stärke, aber 
neben erheblichen, bis zu 40 o/ 0 betragenden 
Mengen Fett (s. Leinöl) etwa 250/0 Protein, 
5—8 0/0 Asche und viel schleimgebende Stoffe 
enthalten. Guter Samen muß in der Hand leicht 
gleiten, in Wasser untersinken und frei von 
üblen Gerüchen und Unkrautsamen sein. Nach 
schlechter Ernte wird er dunkel, glanzlos, 
schmutzig und verliert an Keimkraft. 1 hl wiegt 
67—68 kg. Für den Flachsbau besonders ge 
eignete Sorten sind der sehr reine und grob 
körnige Zeeländer, der stärkeren Flachs lie 
fert, ferner Königsberger, Memeler, Etschtaler, 
Axemer, weiß blühender russischer, weiß blühen 
der amerikanischer und gemengter weiß blühen 
der. Seltener angebaut werden der ewige L. 
(L. perenne), der ausdauernde sibirische L. mit 
grober, harter, schwer zu trennender Faser, der 
schmalblättrige L. (L. angustifolium Fluch) mit 
guter Faser in Südeuropa und Australien, der 
österreichische L. (L. austriacum) und der See 
lein, Meerstrandslein (L. maritimum). Der aus 
Rußland in Tonnen eingeführte Tonnenlein 
(Rigaer, Pernauer, Libauer, Niedauer L.), der 
meist stark mit Leindotter verunreinigt ist, wird 
am meisten zur Saraenzucht benutzt. Die erste 
daraus gezogene Saat, der Kronen- oder Rosen 
lein, gibt 4—5 Jahre gute Ernten und wird so 
lange als „Saatlein“, nach dieser Zeit aber 
zur Ölgewinnung als „Schlaglein“ verwertet. 
Die hierbei abfallenden Leinkuchen bilden ein 
wertvolles Futtermittel. In der Medizin dienen 
sie, wie auch die Samen selbst, zur Herstellung 
schleimiger Aufgüsse. 
Lemongrasöl (Limongrasöl, Grasöl, Idris- 
öl, Nardenöl, lat. Oleum Lemongras, frz. 
Essence de Lemongrass, engl. Lemongrass oil), 
ein aus Ostindien und Kotschinchina kommen 
des ätherisches öl, wird durch Destillation einer 
Grasart, Cymbopogon flexuosus Stapf 
(Andropogon Nardus var. flexuosus Hack), 
gewonnen. Die gelblich bis bräunlich gefärbte 
Flüss:gkeit von angenehmem, zitronenartigem 
Geruch löst sich in 2—3 Teilen 700/oigen Al 
kohols und besitzt das spez. Gew. 0,899—0,905. 
Das L. besteht zu durchschnittlich 70—80 °/o 
aus Zitral und enthält außerdem etwas Me- 
thy Iheptenon, D ezy 1 ald eh y d, Gera 
niol und wahrscheinlich Linalool. Eine 
schwer lösliche Sorte, das sog. westindische 
Lemongrasöl, stammt von Cymbopogon citra- 
tus Stapf (Andropogon citratus; D. C.). Dieses 
Öl gibt mit 700/oigem Alkohol keine klare 
Lösung und auch bei Verwendung von stär 
kerem Alkohol wird die Lösung auf weiteren 
Zusatz meist trübe. Spez. Gt w. 0,870—0,912, 
Zitralgehalt etwa 50—80 0/0. — L. wird zum 
Parfümieren von Seifen benutzt. 
Lerchenschwamm (Lärchenschwamm, lat. 
Agaricus albus, Boletus laricis, frz. und engl. 
Agaric) ist der Fruchtträger eines Löcher 
pilzes, Polyporus officinalis, der sich an 
dem Stamme einiger ausländischer Larix 
arten, namentlich von Larix decidua, var. 
rosica, und zwar nur an kranken, innen 
in Fäulnis übergegangenen Stämmen findet. 
Man sammelt die Stücke meist im Spätherbst 
oder Winter, schält, um die äußere, mehr hol 
zige Schale zu entfernen, klopft und trocknet 
sie. Die Ware erscheint in verschieden ge 
stalteten und ungleich großen, an der Ober 
fläche konvexen Stücken, die innen feinporig, 
weißlichgelb und zäh erscheinen und leicht 
einen Husten und Niesen erregenden Staub ab 
geben. Der Geschmack ist anfangs süßlich, dann 
scharf und anhaltend bitter, der Geruch schwach 
dumpfig. Als wirksamer Bestandteil findet sich 
eine Resino 1säure, die Agarizinsäure 
(s. d.), daneben Pilzzellulose und verschiedene 
Säuren. Der L. ist ein stark drastisch wirken 
des Mittel und darf daher im Kleinhandel zu 
Fleilzwecken nicht verkauft werden, wird aber 
vielfach als Zusatz bei der Bereitung bitterer 
Liköre verwendet. Man bezieht die Ware haupt 
sächlich aus dem nördlichen Rußland von 
Archangelsk über Hamburg, ferner aus Ungarn, 
der Schweiz und Tirol. Je heller und leichter 
die Ware ist, für desto besser gilt sie. 
Lessive Phenix, ein marktschreierisch ange 
priesenes Waschmittel, enthält neben 50 0/0 Na 
triumkarbonat und 34% Wasser nur 6°/o Seife 
und 50/0 Wasserglas. Es ist an Wirksamkeit 
gewöhnlicher Soda gleichwertig, aber natürlich 
weit teurer als diese. 
Letfernholz. Mit diesem Namen bezeichnet 
man im Handel verschiedene Hölzer, so das in 
der Feintischlerei hochgeschätzte und zur Her 
stellung von Violin- und Spannbogen verwen 
dete Holz von Machaerium Schomburghii. 
eines in Guyana heimischen, zu den Papilio- 
nazeen gehörigen Baumes, ferner das Holz der 
zur Familie der Euphorbiazeen gehörigen 
Amanoa guyanensis, ebenfalls aus Guyana, 
und endlich das Holz der zu den Artokarpeen 
gehörigen, in Südamerika heimischen Pirati- 
nera guyanensis. 
Letternmetafl (Schriftmetall), diejenigen 
Legierungen, welche zur Herstellung der Schrif 
ten oder Lettern für die Buchdruckereien dienen, 
werden aus Blei und Antimon in verschiedenen 
Verhältnissen, je nach Größe der Schrift ge 
gossen. Früher war auch ein Zusatz von Zinn 
gebräuchlich. 
Leuchtfarben, die nach der Belichtung durch 
die Sonne im Dunkeln leuchten, bestehen aus 
den Sulfiden der Erdalkalien, die durch Glühen 
der Karbonate mit Kohle erhalten werden. Zur 
Erhöhung der Wirksamkeit erhalten sie meist 
geringe Zusätze seltener Alkalien (Lithium, 
Rubidium) oder von Thallium, Wismut u. dgl. 
Levikowasser, ein aus Südtirol stammendes 
Quellwasser, das sich durch starken Arsen 
gehalt von 0,008 g in 1 1 sowie durch Kupfer- 
und Eisensulfat auszeichnet, wird zu Trink- und 
Badekuren benutzt.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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