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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
L
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Linoleum 
253 
Lobelienkraut 
(Linimentum camphoratum) aus Ammoniak und 
Kampferöl sowie Opodeldoc (s. d.). 
Linoleum nennt man einen Stoff, der aus 
Korkmehl und Leinölfirnis in Rollen von ver 
schiedener Breite sowie in verschiedenartigen 
Mustern und Farben hergestellt wird und einen 
sehr dauerhaften und zweckmäßigen Fußboden 
belag bildet. Die sog. Linoleumtapete („Lin 
krusta“) enthält als Füllmittel statt des Korks 
Papiermasse. Hauptsitz der Linoleumindustrie 
ist Delmenhorst. ^ 
Linon (frz. Linon, engl. Lawn), Schleier 
leinwand, ist ein feines weißes, leichtes und 
locker gewebtes Leinenzeug, welches die 
Mitte zwischen Batist und Schleier hält und 
auch mitunter Batistlinon genannt wird. Man 
stellt es gleich den Batisten in Frankreich, 
Belgien, Bielefeld, Böhmen und Schlesien dar. 
Wie die meisten Leinenstoffe in Baumwolle 
nachgemacht werden, gibt es natürlich auch 
baumwollene Linons und Batistlinons. Die Stoffe 
werden sowohl glatt als gestreift, gegittert und 
geblümt gearbeitet und für leichte Kleider, 
Hüte, Häubchen u. dgl. benutzt. 
Linsen (lat. Semen ervi, frz. Lentilles, engl. 
Lentils) sind die Samen der gemeinen Acker 
oder Saatlinse, Ervum lens, die bereits im 
Altertum und Mittelalter qls Nahrungsmittel 
geschätzt wurden, seit dem Anbau der Kar 
toffel in Deutschland aber an Bedeutung ver 
loren haben, während sie in Frankreich auch 
jetzt noch viel verbraucht werden. Die ein 
jährige, nur bis 0,3 m hohe Pflanze ist ziemlich 
anspruchsvoll, verlangt fleißiges Jäten und gibt 
nur unsichere Erträge. Sie trägt in hohlen, fast 
rautenförmigen Hülsen je zwei platte zu 
sammengedrückte Samen von gelber, weißer, 
brauner oder schwarzer Farbe, welche den 
übrigen Hülsenfrüchten, Bohnen und Erbsen, an 
Nährwert gleichkommen und wie diese 35—260/0 
Stickstoffsubstanz enthalten. Die L. werden 
meist zu Suppen und als Gemüse, im Orient 
auch zur Herstellung von Brot verwandt. Medi 
zinisch werden sie bei Geschwüren und Drüsen 
leiden als Umschlag benutzt. 
Liptauer Käse, ein aus Schafmilch mit Lab 
zusatz hergestellter ungarischer Fettkäse, der 
bis zu 500/0, aber nicht unter 400/0 Fett in der 
Trockenmasse enthält, wird bisweilen auch mit 
Butter und Paprika gemischt als sog. garnier 
ter L. in Stanniolpackung in den Handel ge 
bracht. 
Liquor (deutsch: Flüssigkeit) ist ein Sammel 
name für zahlreiche, meist aus wäßrigen Lösun 
gen bestehende chemische oder pharmazeutische 
Zubereitungen, z. B. L. ammonii acetici, essig 
saure Ammoniakflüssigkeit; L. ammonii caustici, 
Salmiakgeist; L. ammonii sulfurati, Schwefel 
ammonium; L, anodynus mineralis Hoffmanni, 
Hoffmannsche schmerzstillende Tropfen, Schwe 
felätherweingeist; L. cupri perchlorati, Chlor 
kupferspiritus; L. ferri acetici, flüssiges essig 
saures Eisenoxyd; L. ferri chlorati, Eisenchlo- 
rürlösung; L. kali acetici, Kaliumazetatlösung; 
L. kali carbonici, Pottaschenlauge; L. kali cau 
stici, Ätzkalilauge; L. natri caustici, Ätznatron 
lauge usw. 
Lithium (Li = 7,o3), ein dem Kalium und Na 
trium sehr ähnliches Metall, findet sich in der 
Natur sehr verbreitet, aber stets in geringer 
Menge, so im Meer- und Flußwasser, in Pflan 
zenaschen und namentlich in vielen Mineral 
quellen, deren Heilwirkung man ihrem Gehalt 
an diesem Elemente zuschreibt. Als Ausgangs 
material zur Darstellung des L. und seiner 
Verbindungen dient besonders der Lithion 
glimmer (L e p i do 1 i t h), ein A!uminium-Li- 
thium-Silikat, welches sich in Sachsen bei Alten 
berg und Penig, ferner in Cornwall und in 
Mähren bei Rozena vorfindet. Das metallische 
L., das leichteste aller Metalle, vom spez. Gew. 
0,594, ist in seinem chemischen Verhalten den 
übrigen Alkalimetallen ganz analog und findet 
seines hohen Preises wegen keine technische 
Anwendung. Hingegen besitzen seine Verbin 
dungen, die an der intensiven Rotfärbung der 
Bunsenflamme und mit Hilfe des Spektralappa 
rates in den kleinsten Spuren erkannt werden 
können, große Bedeutung als Mittel gegen Er 
krankung der Harnorgane, Abscheidung von 
Harnsäure und Gicht. Die wichtigsten Salze 
sind das kohlensaure L. (L. carbonicum) und 
benzoesaure L. (L. benzoicum) sowie für 
photographische Zwecke das Brom- und Jod 
lithium. Außerdem findet sich das essigsaure, 
schwefelsaure, zitronensaure und Salizylsäure L. 
im Handel. 
Lithographische Steine nennt man eine beson 
dere Art eines in Platten brechenden Kalk 
steines von dichtem und sehr feinem Korn, 
welcher wenig verbreitet ist und nur in den 
Brüchen von Solenhofen und Pappenheim in 
den bayrischen Donaugegenden gefunden wird. 
Sie sind das unentbehrliche Material für den 
Steindruck und werden nach ihrer Güte in meh 
rere Sorten unterschieden. Die feinste bilden 
die blaugrauen Steine, welche als die härtesten 
und feinkörnigsten ausschließlich zu gravier 
ten Arbeiten benutzt werden, während die 
gelben für Feder- und Kreidemanier Verwen 
dung finden. Graue wie gelbe Sorten zerfallen 
wieder in Prima- und Sekundaware, von denen 
die letztere mit stärkeren Flecken und Adern 
durchsetzt ist. Die Platten' werden auf einer 
und auf zwei Seiten geschliffen geliefert una 
zeigen dann vollständig glatte und mattglän 
zende Flächen. Große dünnere Platten werden 
vielfach auf Unterplatten aufgekittet, starke 
Steine vermittels Dampfsägen in dünnere von 
7—10 cm Dicke zerteilt. 
Lithopone, eine aus Bariumsulfat und to bis 
150/0 Zinksulfid bestehende weiße Malerfarbe, 
wird in der Weise hergestellt ,daß man ein Ge 
misch von Chlorbarium und Schwefelbarium in 
wäßriger Lösung teilweise mit Schwefelsäure 
und den Rest mit Zinkvitriol fällt, oder daß 
man Schwefelzink mit Bariumsulfat mischt. L. 
besitzt ungefähr die Deckkraft des Blanc fixe. 
Lobelienkraut (Indianischer Tabak, lat. 
Herba lobeliae, frz. Lob61ie enflüe, engl. Indian 
tabacco), eine aus Nordamerika stammende 
Droge, besteht aus der getrockneten und zer 
schnittenen einjährigen Pflanze Lobelia in- 
flata, die im blühenden Zustande gesammelt, 
getrocknet und in Kuchenform oder viereckige 
Pakete gepreßt wird. Die Pflanze riecht tabak 
ähnlich, schmeckt widrig und stechend scharf 
und enthält als eigentümlichen Bestandteil das
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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