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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
L
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Löffelkraut 
254 
Lorbeeren 
• 1 
Alkaloid Lobelin, ein narkotisch wirkendes 
Gift, ferner Inflatin und Lobelakrin. Das 
Pulver oder die Tinktur daraus wirkt in kleinen 
Gaben fördernd auf die Sekretionswege, in 
größeren Erbrechen erregend. Man benutzt sie 
als Brech- und schweißtreibendes Mittel sowie 
gegen Asthma. 
Löffelkraut (Skorbutkraut, lat. Herba 
cochleariae officinalis, frz. Herbe de cochldarie, 
engl. Scurvy grass). Diese als Wunderheilmittel 
für skorbutkranke Schiffer altberühmte Pflanze 
wächst von den Küsten der Nord- und Ostsee 
an nordwärts bis zu den Grenzen des' Pflanzen 
wachstums und findet sich unter anderen noch 
auf der ganzen Westküste von Grönland, be 
sonders üppig auf Plätzen, die durch Seevögel 
gedüngt wurden. Daneben kommt sie aber 
auch bei uns im Binnenlande, namentlich an 
salzigen Seen und Salinen, vor und läßt sich in 
feuchtem Boden auch aus Samen ziehen. Die 
zu den Kruziferen gehörende und dem Meer 
rettich nahe verwandte Pflanze ist zweijährig 
und bringt erst im zweiten Jahre ihre weißen 
Blütendolden und kleinen Samenschötchen her 
vor. Die Wurzelblätter sind rundlich und lang 
stielig, von der Form eines Löffels, während 
die höher stehenden Blätter dem Stengel an- 
sitzen und sehr kurze Stiele haben. Gerieben 
hat das frische Kraut einen beißend scharfen 
Geruch und einen salzig bitteren, kressenartigen 
Geschmack, welcher auf seinem Gehalte an 
ätherischem Öl beruht. — Zur Destillation 
des Löffelkrautspiritus (lat. Spiritus coch 
leariae, frz. Esprit de cochlearie, engl. Sprit of 
Scurvy grass) darf nur trockenes Kraut unter 
Zusatz von weißem Senfpulver verwandt wer 
den. Das Destillat enthält den wirksamen Be 
standteil in Form eines flüchtigen schwefel 
haltigen Öls, das im Safte der Pflanze noch 
nicht fertig gebildet ist. Der Spiritus dient wie 
das frische Kraut gegen skorbutartige Leiden 
sowie äußerlich zu reizenden Einreibungen. 
Löffelkrautöl (lat. Oleum cochleariae, frz. 
Essence de cochlearia, engl. Oil of spoon- 
wort), das durch Destillation von Löffelkraut 
und weißem Senf mit Wasserdampf gewonnene 
ätherische Öl des Löffelkrautes, ist farblos 
bis gelblich und zeigt den stechend scharfen Ge 
ruch und Geschmack des frischen Krautes. Es 
hat ein spez. Gew. von 0,933—0,950, siedet bei 
156—t6o° und ist seiner chemischen Natur nach 
als das Isosulfozyanat des sekundären Butyl- 
alkohols anzusprechen. Das auf künstlichem 
Wege bereitete und zur Herstellung von Löffel 
krautspiritus in den Handel gebrachte L. be 
steht aus Isobutylsenföl. 
Löwenzahnwurzel (lat. Radix taraxaci, frz. 
Racine de pissenlit, Racine de dent de Lion, engl. 
Taraxacum root, Dandelion), die spindelförmige 
Wurzel der bekannten, fast überall wild wach 
senden Komposite Leontodon taraxacum, 
zeigt unter einer schwärzlichen Oberhaut einen 
weißlichen Holzkörper und schmeckt schwach 
salzig und süß bitterlich. Von wichtigen In 
haltsstoffen wurden durch Power und Brow 
ning neben geringen Mengen eines Enzyms und 
eines ätherischen Öls im Wasser löslichen Ex 
trakte, Lävulose, Cholin, Parahydroxyphenyl- 
essigsäure und 3:4 Dihydroxyzimtsäure, aus 
dem unlöslichen Teile zwei neue Alkohole: Ta- 
raxasterol und Homotaraxasterol isoliert. L. 
wird, ebenso wie das daraus gewonnene Ex 
trakt (lat. Extraktum taraxaci, frz. Extrait de 
pissenlit, engl. Extract of Taraxacum), medi 
zinisch zu Kräutersäften und Frühlingskuren 
verwandt, dient aber hauptsächlich zur Her 
stellung von Kaffee-Ersatzmitteln. 
Lohe (Gerberrinde) nennt man im allge 
meinen alle zu einem groben Pulver gemahle 
nen Baumrinden, welche wegen eines hohen 
Gerbstoffgehaltes zum Gerben benutzt werden. 
Im besonderen versteht man darunter aber die 
früher fast allein in Betracht kommende 
Eichenrinde, die in besonderen Schäl Wal 
dungen gewonnen wird. Das Holz wird hier 
alle 12—15 Jahre von den Stöcken geschlagen 
und liefert die sog. Spiegel- oder Glanz 
rinde mit 160/0 Gerbstoff, während die Rinde 
alter Bäume nur 4—6 0/0 Gerbstoff enthält. Als 
ein wichtiger Fortschritt dieser guten Nutzen 
abwerfenden Anlagen ist es zu bezeichnen, daß 
die Buscheichen jetzt bereits im Winter ge 
schlagen werden, da die Rinden dann reicher an 
Gerbstoff sind und eine Störung des Wachs 
tums vermieden wird. Das Schälen bietet nach 
der Behandlung in einem Dampfapparat keine 
Schwierigkeit mehr. Von anderen Rinden kom 
men hauptsächlich die Fichtenrinde, die 
Tannenrinde sowie in Nordamerika die Rinde 
der Hemlocktanne in Betracht. Weiden 
rinde dient zum Gerben des weichen (dänischen) 
Handschuhleders, ein Gemisch von Birken- 
und Erlenrinde zur Darstellung des Juchtens. 
Die Rinden anderer Bäume: Lärche, Pappel, 
Buche, Nußbaum, Ulme und Kastanie haben 
wegen ihres geringen Gerbstoffgehaltes weni 
ger Bedeutung, um so größere Wichtigkeit 
kommt verschiedenen ausländischen Gerbmate 
rialien (s. d.) zu, welche in von Jahr zu Jahr 
steigenden Mengen eingeführt werden. 
Lorbeerblätter (lat. Folia lauri, frz. Feuilles 
de laurier, engl. Laurel leaves), die Blätter des 
edlen Lorbeerbaumes (Laurus nobilis), 
der im Orient heimisch ist, sich aber in Süd 
europa häufig angepflanzt und verwildert vor 
findet und männliche und weibliche Blüten auf 
verschiedenen Stämmen trägt. Die dunkel 
grünen ganzrandigen und lederartigen Blätter 
von glänzender Oberfläche und matter Unter 
seite besitzen einen aromatischen Geruch und 
gewürzhaft bitteren Geschmack und bilden 
eines der bekanntesten Gewürze zum Küchen 
gebrauch, zum Marinieren von Fischen, wie 
zum Aromatisieren von Essigen und Likören 
und werden in Italien auch zum Einpacken von 
Südfrüchten und Lakritzen benutzt. 
Lorbeerblätteröl (lat. Oleum foliorum lauri 
aethereum, frz. Essence de feuilles de laurier, 
engl. Oil of Laurel leaves), das kajeputölartig 
riechende Öl der Lorbeerblätter, hat ein spez. 
Gew. von 0,915—0,932, eine Drehung von 
— 15 bis — 19° und fängt bei 158° an zu sieden. 
Hauptbestandteile des Öls sind Pinen, Zineol 
(etwa 500/0), Linalool, Geraniol, Eugenol und 
Methyleugenol; die höchstsiedenden Anteile 
sind noch nicht festgestellt. 
Lorbeeren (lat. Baccae seu Fructus lauri, frz. 
Fruits de laurier, engl. Laurel berries), die ge
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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