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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
M
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Maltose 
261 
Manchester 
bei 50 0 einer Säuerung überlassen, bis der Milch 
säuregehalt o,6—o,8 °/o beträgt, dann auf 75° er 
hitzt und nach dem Abkühlen mit reingezüch- 
teten Weinhefen in Gärung versetzt. Hierbei 
nimmt die Flüssigkeit einen ausgesprochenen 
Weingeschmack und das der verarbeiteten Hefe 
entsprechende Aroma an. Die hauptsächlichsten, 
als Malton-Sherry, Malton-Portwein und 
Malton-T okay er bezeichneten Erzeugnisse 
sind, abgesehen von dem Ersatz der Weinsäure 
durch Milchsäure, den entsprechenden Trauben 
weinen sehr ähnlich zusammengesetzt. Ihr Ge 
schmack ist, mit Ausnahme des an Bierwürze er 
innernden Malton-Tokayers, rein weinartig, ihr 
Preis allerdings verhältnismäßig hoch. Gegen die 
Art der Bezeichnung werden seit Erlaß des neuen 
Weingesetzes von einigen Sachverständigen, u. a. 
Kulisch, Bedenken erhoben. Als „Malzwein“ 
sind sie nicht zu beanstanden. 
Maltose ist eine dem Rohrzucker nahestehende 
Zuckerart, C 12 H 22 O u -j- H 2 D, also eine Biose, 
welche bei der Einwirkung von Diastase auf 
Stärke, d. h. bei der Bierbrauerei und Brannt 
weinbrennerei entsteht und auch als Zwischen 
produkt bei der Behandlung von Stärke mit 
Säuren gebildet wird. Ihre spez. Drehung be 
trägt 137 0 . Bei der Hydrolyse mit verdünnten 
Säuren liefert sie zwei Moleküle Glykose, redu 
ziert Fehlingsche Lösung und gibt mit Phenyl 
hydrazin ein bei 206° schmelzendes Osazon. M. 
bildet den im Bier und Malzextrakt (s. d.) ent 
haltenen Zucker und wird neuerdings in Form 
harter feiner Nadeln im großen dargestellt. 
Malvenblätter und -blüten (lat. Herba s. 
Folia malvae, frz. Feuilles de mauve, engl. Mal- 
low leaves; lat.' Flores malvae, frz. Fleurs de 
mauve, engl. Mallow flowers). I. Die getrock 
neten Blätter und Blüten der bei uns häufig 
an Zäunen, Mauern, auf Schutthaufen u. dgl. 
wachsenden Arten wilder Malven oder Käse 
pappeln, Malva silvestris und M. rotundi- 
folia aus der Gattung der Malvazeen. Die 
Blüten der ersteren sind rosa oder blaurot ge 
färbt, mit dunklerem Geäder durchzogen und 
beim Trocknen blau werdend, die der anderen, 
kleineren, rötlich bis weiß und violett geadert. 
Als Handelsware gehen diese Blüten unter 
dem Namen Flores malvae vulgaris s. sil 
vestris. Die Blätter des Malvenkrautes 
(Herba s. Folia malvae) sind kurzgestielt, herz 
förmig, kreisrund, stumpf fünflappig, gekerbt 
und weich behaart. Blätter und Blüten werden 
threr Schleimbestandteile wegen zu Teemischun- 
Sen und im Aufguß bei katarrhalischen Lei 
den verwandt. — Von größerer Bedeutung 
sind 2. die Blüten der Gartenmalve, Eibisch 
Pflanze oder Stockrose, Althaea rosea, 
des bekannten, oft mehr als mannshohen, Zier 
gewächses, die als Flores malvae arboreae 
c um calycibus oder sine calycibus (mit oder 
°hne Kelch) in den Handel kommen. Die gro 
ßen Blumen zeigen verschiedene Färbungen von 
r °sa, weiß, gelb, purpur- bis dunkelbraunrot 
oder schwarzpurpur, doch wird nur die letztere 
Spielart, die schwarze Malve, benutzt und 
wegen des Farbstoffs ihrer Blüten angebaut. Mit 
Abkochungen der entkelchten Blüteri lassen sich 
unter Anwendung von Beizen auf Zeuge hübsche, 
aber nicht dauerhafte Farben in violetten und 
anderen Tönen herstellen. Auch findet die wein 
rote Lösung, die mit Alkalien grün wird, zum 
Färben von Wein, . Likören und Essig aus 
gedehnte Anwendung. Die Blüten der Malven 
mit Kelchen dienen offizinell, ihres Gerbstoff 
gehalts halber, als schleimiges und zusammen 
ziehendes Mittel zu Gurgelwasser, erweichenden 
Umschlägen, Brusttee u. dgl. 
Malz (lat. Maltum, frz. Malte oder Germöe. 
engl. Malt) nennt man das bis zu einer gewissen 
Entwicklung gekeimte Getreide, besonders Gerste. 
Zu seiner Darstellung wird die gereinigte Gerste 
zunächst im Quellstock mit Wasser von 10 bis 
12° eingeweicht, wobei sie etwa so°/o Wasser auf 
nimmt, nach mehrmaliger Erneuerung des Was 
sers schließlich auf der Malztenne 30—50 cm 
hoch aufgeschichtet und zur Begünstigung des 
Luftzutritts von Zeit zu Zeit umgeschaufelt. Die 
Körner beginnen zu keimen, und unter dem 
Einfluß der entstehenden Diastase geht die 
Stärke in Dextrin und Maltose über. Sobald der 
Blattkeim %—3/4 der Kornlänge erreicht hat, 
wird der Prozeß unterbrochen und das Grün- 
malz, das 40—50 0/0 Wasser enthält, auf dem 
Schwelkboden bei mittlerer Temperatur ge 
trocknet. Das entstehende Luftmalz enthält 
noch 12 0/0 Wasser, während bei allmählicher 
Temperatursteigerung auf ioo° das Darrmalz 
entsteht. Noch höheres Erhitzen auf 170—200 0 
in Rösttrommeln liefert das Karamel enthaltene 
Farbmalz. Gutes Malz, das früher von den 
Brauereien selbst hergestellt wurde, jetzt aber in 
besonderen Fabriken erzeugt wird, soll aus gan 
zen, vollen, runden und glatten Körnern be 
stehen, eine dünne Schale und angenehmen aro : 
malischen Geruch und Geschmack besitzen, leicht 
zerreiblich sein und keine gasigen Körner ent 
halten. Malz bildet das Ausgangsmaterial der 
Bierbrauerei und dient außerdem zur Herstellung 
von Kaffee-Ersatz und diätetischen Mitteln. 
Malzextrakt wird aus wäßrigen Malzauszügen 
durch Eindampfen im Vakuum als dunkelbrauner 
Sirup, oder neuerdings auch in fester Form, als 
Pulver, hergestellt und für sich allein oder in 
Verbindung mit arzneilichen Zusätzen als Nähr 
und Kräftigungsmittel verordnet. Als besonders 
hervorragend gelten der Malzextrakt von J. Paul 
Liebe, Dr. Athenstaedt und das sog. Maltyl 
von Gehe & Co. A.-G. in Dresden. 
Mammeyäpfel, die Früchte eines in West 
indien heimischen, aber auch in anderen Troplen- 
gegenden angebauten, Baumes aus der Familie 
der Klusiazeen, Mammea americana. haben 
eine gelbe Farbe und einen Durchmesser bis zu 
20 cm und besitzen ein süßes, gewürzhaft schmek- 
kendes Fleisch. Man genießt sie sowohl roh als 
auch in Zucker eingemacht. Durch Gärung wird 
aus ihnen ein weinartiges Getränk (Mammey- 
wein) und durch Destillation der wohlriechen 
den Blüten mit Weingeist ein beliebter Likör, 
das Kreolenwasser (Eau de creoles), gewonnen. 
Manchester (frz. Manchester, Velours color, 
engl. Furtion), samtartige Zeuge aus Baumwoll 
garn, die als Nachahmungen des eigentlichen 
seidenen Samts (s. d.) wie dieser glatt und als 
Köper gewebt sind, haben ihren Namen von der 
englischen Stadt Manchester, wo sie zuerst her 
gestellt wurden, und wo noch jetzt, in Stadt und 
Umgegend, der , Hauptsitz der M.-Weberei ist.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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