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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
M
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Mangostin' 
264 
Mannit 
i 
eine orangegejbe Farbe und einen aromatischen 
Geruch und Geschmack und bilden eine wert 
volle Obstart der Tropen, haben aber bei uns 
wegen ihres schwachen Terpentingeschmacks bis 
jetzt nur wenig Anklang gefunden. Die Früchte 
der zahlreichen Spie.aneu des Baumes werden 
im Ursprungslande zur Herstellung von Alkohol 
und von einem weinartigen Getränk benutzt. 
Die Samen und die Fruchtschale müssen hierzu 
entfernt werden, weil sie infolge etnes Gehaltes 
an Mangostin (s. d.) bitter schmecken. Die 
Rinde läßt freiwillig ein gelbes Harz, das 
Mangostanharz, austreten und wird in Indien 
als Heilmittel gegen Dysenterie benutzt. 
Mangostin, der Bitterstoff der Mango- 
stanen, wird durch Extraktion der zerk enter 
ten Fruchtschalen mit heißem Alkohol gewonnen 
und bildet gelbe, bei 173 0 schmelzende Kristall 
blättchen. 
Manilahanf (Abaca, frz. Chanvre de manille, 
engl. Siam hemp) besteht aus den Fasern der 
scheidenartigen Blattstiele mehrerer Arten Pi- 
sang oder Banane (Musa), besonders des sog. 
Affenpisang, der deshalb auch in der Botanik 
als Musa textilis (Gewebepisang) aufgefühtt 
wird. Die Pflanze ist auf mehreren indischen 
Inseln, namentlich auf den Philippinen und Mo 
lukken, heimisch und wird auf Luzon und einigen 
anderen Inseln der ersteren Gruppe im großen 
angebaut. Die abgehauenen Stämme weiden 
nach Entfernung der Blätter frisch geschabt, 
bis die Fasern Zurückbleiben, und letztere gleich 
in zwei Sorten geschieden, nämlich stärkere von 
den äußeren Teilen des Stammes, die zu Tauwerk 
dienen, und schwächere aus den inneren Schich 
ten, die zu feineren Arbeiten bestimmt sind. 
Aus letzteren fertigen die Eingeborenen Kleider 
stoffe. Die Faser hat den Vorzug außerordent 
licher Zähigkeit, Dauer und Leichtigkeit und 
übertrifft in dieser Hinsicht selbst Hanf bei 
weitem. Manilataue und -seile kommen daher 
im Seewesen immer mehr in Aufnahme, und ihre 
Ausfuhr ist im beständigen Wachsen begriffen. 
Die Fasern sind etwa 2 m lang, teils weiß, 
teils bräunlichgelb, öfter noch zu schmalen Bast 
streifen vereinigt und daher noch klar zu hecheln. 
Die weißen, zu feineren Arbeiten tauglichen 
Fasern bilden immer nur Vs—Vs der Masse, das 
übrige ist Material für den Seiler. Aus den 
•besten und glänzendsten Fasern fertigt man 
Klingelzüge, Gürtel, Arbeitsbeutel und andere 
geflochtene Gegenstände, Schnüre u. dgl. 
Manna (lat. Manna, frz. Mannö, engl. Manna) 
nennt man den an der Luft getrockneten Saft 
der Mannaesche (Fraxinus Ornus), eines 
Baumes, der 6—9 m Höhe erreicht und in ganz 
Südeuropa vorkommt, aber als Wildbaum zur 
Mannagewinnung nicht tauglich ist. Vielmehr 
liefern nur einige Spielarten Manna, und es gibt 
sonach keine Mannawälder, sondern nur Pflan 
zungen. Am ausgedehntesten finden sich die letz 
teren in einigen Gegenden Siziliens und auf der 
Ostseite von Kalabrien, ferner im ehemaligen 
Toskana, in Dalmatien und auf mehreren grie 
chischen Inseln. Der Baum läßt seinen Zucker 
saft aus dem Stamme teils freiwillig, teils durch 
künstliche Einschnitte tropfenweise austreten. 
Man beginnt mit der Gewinnung in der trocke 
nen Jahreszeit, gewöhnlich Anfang Juli, indem 
man die Schnitte zuerst nahe am Boden macht 
und dann allmählich weiter nach oben vorrückt. 
In den Spalt befestigt man einen Strohhalm oder 
ein Blatt, worauf der Saft eintrocknet oder auf 
Blätter abtropft, die am Fuße des Baumes in 
einer dazu gemachten Grube ausgebreitet sind. 
Die aus dem unteren Stammteil oder von älteren 
Bäumen erhaltene Masse ist von geringerer 
Güte als die von den oberen Teilen und von 
jungen Bäumen. Zu einer guten Ernte gehört 
anhaltend trockenes, helles Wetter, denn Nebel 
und Regen machen die M. unbrauchbar, und es 
genügt ein Tag starken Regens, um die ganze 
Ernte zu vereiteln. Die Ware best ht, abgesehen 
von der im Handel selten vorkommenden M. 
in Tränen (M. in lacrymis', aus zwei äußerlich 
verschiedenen Sorten, Röhrenmanna (M. ca- 
nellata) und gemeine M. (M. gerace seu in sor 
tis, häufig auch M. calabrina genannt, obschon 
sie meistenteils aus Sizilien kommt). Die Röh 
renmanna besteht aus langen flachen oder 
rinnenförmigen, dünnen Stückchen von weiß 
gelblicher Farbe, welche mürbe, brüchig, ziem 
lich trocken und etwas durchscheinend sind 
und einen rein süßen, schleimigen Geschmack 
haben. Sie ist die von jungen Bäumen und aus 
den höheren Stammteilen gesammelte Ware, 
welche bei günstigem Wetter rasch auf Blättern 
und Zweigen eingetrocknet ist, wird von diesen 
abgenommen und nachgetrocknet. Die gemeine 
M., die von alten Stämmen und in der Erd 
nähe gewonnen und auch von Luftfeuchtigkeit 
beeinflußt ist, besteht aus braunen, ziemlich 
feuchten, helleren und härteren Klümpchen, die 
von einer dunkleren, schmierigen Masse zu 
sammengehalten werden und häufig Rinden 
stückchen umschließen. — Die wichtigsten Be 
standteile der M. sind Mannit, Glukose und 
Schleim. Die Röhrenmanna schmeckt angenehm 
süßlich, “während die gemeine M. etwas kratzend 
und bitter schmeckt, beide wirken abführend. 
— Mit dem Namen Manna belegt man auch 
noch verschiedene andere getrocknete Säfte, die 
keine Handelswaren sind und nur zum Teil 
Mannit, zum Teil auch andere Zuckerarten ent 
halten, z. B. Brianc,oner M„ von einer Art 
Lärche (Larix decidua), spanische M. von Cistus 
ladanifera, persische von Hedysarum Alhagi 
und australische von Eucalyptus mannifera. 
Mannagrütze (Schwaden, Schwadengrüt 
ze). Diesen Namen tünren d.e Samen einer 
Grasart, Glyceria flüitans (Mannaschwin 
gel, Flutgras, Grashirse, H orischengras),. 
welche in der Gegend von Königsberg, Danzig 
und Elbing ähnlich wie Hirse zubereitet und 
genossen werden. Das Gras wird nicht angebaut, 
sondern wächst in den feuchten Niederungen 
massenhaft wild. Die durch Ausschütteln auf 
untergelegten Tüchern gesammelten Samen sind 
noch kleiner als Hirse und haben, nach Ent 
fernung der braunen Hülsen, eine hellgelbe, der 
Hirse ähnliche Farbe. 
Mannit (Mannazucker) ist eine im Pflanzen 
reiche sehr verbreitete zuckerähnliche Verbin 
dung, die jedoch in größerer Menge nur in der 
Manna vorkommt (in den besten Sorten bis ztf 
go°/o) und aus ihr durch Auskochen mit Alko 
hol und nachfolgende Kristallisation dargestellt | 
wird. Er erscheint dann in weißen, geruchlosen \
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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