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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
M
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Mannozitin 
265 
Margarine 
Kristallen von süßem Geschmack, die sich leicht 
in siedendem Wasser und Alkohol sowie in 
6V2 Teilen kaltem Wasser, aber nicht in Äther 
lösen. In chemischer Hinsicht ist M. ein sechs- 
atomiger Alkohol mit gerader Kohlenstoffkette 
C 6 H u O s und geht nach vorherigem Schmelzen 
bei 166 0 , bei weiterem Erhitzen auf 200 0 in sein 
Anhydrid Mannitan, C 6 H 12 0 6 , über. Er ist 
nicht gärungsfähig. M. kann auch künstlich her 
gestellt werden und findet als Abführmittel und 
als Zuckerersatz für Diabetiker Anwendung. 
Mannozitin nennt man eine Mischung von 
Wollfett mit Kampferöl, welche als Rostschutz 
mittel Verwendung findet. 
Maräne (nicht zu verwechseln mit der 
Muräne), ein zu der Familie der Lachse ge 
höriger Fisch, von dem man mehrere Arten 
unterscheidet. Die gewöhnliche oder große 
M. (Madue-M., Coregonus Maraena) lebt 
in sehr tiefen Landseen, namentlich im Boden 
see und einigen norddeutschen Seen und wird 
auch in den großen Süßwasserseen Nordameri 
kas mit gutem Erfolge künstlich gezogen. Der 
Fisch, der nur zur Laichzeit aus der Tiefe in 
seichte Stellen kommt, hat ein sehr schmack 
haftes, wennschon wenig haltbares Fleisch und 
wird sowohl frisch wie gesalzen und geräuchert 
in den Handel gebracht. Die M. wird bis i m 
lang und soll unter 40 cm Länge nicht verkauft 
werden.— Die kleine M. (Coregonus albula), 
■ein außerordentlich schmackhafter Fisch, lebt 
wie die große M. nur in den Tiefen der Seen, 
namentlich in denen Mecklenburgs, Pommerns, 
Ostpreußens und Polens und soll nicht unter 
15 cm Länge verkauft werden. Andere weniger 
bekannte Arten sind: die Bodenrenke (Stünd- 
ling, Coregonus fera), der Kilch (Kirch- 
fisch, Kröpfling, Coregonus hiemalis) und 
die Rheinanke (Schnäpel, Coregonus oxy- 
rhynchus). 
Maraschino heißt ein feiner dalmatinischer 
Likör, zu dessen Herstellung die an verschie 
denen Orten Dalmatiens angebauten Marasken, 
eine besondere Art saurer Kirschen (Prunus ma- 
haleb), dienen. Die Früchte werden zu einem 
genau einzuhaltenden Zeitpunkte der Halbreife 
gepflückt, durch schnellsegelnde Boote nach 
Zara. dem Hauptsitz der Verarbeitung, gebracht 
und sofort entkernt, da für den eigentlichen M. 
nur das Fruchtfleisch benutzt wird. Unter Mit 
benutzung der Kerne erhält man eine andere, 
weniger bekannte Sorte, den Rosoglio di ossa 
di Marasche. Das Fruchtfleisch wird einer 
mehrtägigen Gärung in Bottichen überlassen, 
die erhaltene Flüssigkeit mit einer gewissen 
Menge zerstampfter, sauberer Blätter vom Ma- 
raskenbaume gemischt, welche zur Aromatisie 
rung des Getränks nötig sein sollen, dann mit 
10 o/o Traubenwein versetzt, und der Rosoglio ab 
destilliert. Das Destillat wird mit feinem Zucker 
gesüßt, durch Baumwolle filtriert und in die mit 
Schilfgeflecht umgebenen Fläschchen gefüllt, in 
denen es im Handel erscheint. Alle Einzelheiten 
der Darstellung werden als Geschäftsgeheimnisse 
sorgfältig gehütet. Die berühmteste Fabrik ist 
die von Drioli, doch werden auch die Erzeugnisse 
von Galigarich und Luxardo sowie einige öster 
reichische als vortreffliche anerkannt. 
Marderfelle. Die Felle der Marder, von 
denen besonders die in ganz Europa und Asien 
lebenden Edel- oder Baummarder (Mustela 
martes) und die Stein- oder Hausmarder (M. 
foina) für den Handel in Betracht kommen, ge 
hören gleich denen des nahe verwandten Zobels 
dem edleren Pelzwerk an. Wie alle Pelztiere 
zeigen auch die Marder einen der Jahreszeit ent 
sprechenden Haarwechsel und ihr Pelz hat daher 
nur im Winter vollen Wert. Das Fell des 
Edelmarders zeigt ein helleres oder dunk 
leres Braun und wird um so höher geschätzt, 
je dunkler es aussieht, weil es dadurch dem 
Zobel ähnlicher wird. Die Kehle ist dottergelb, 
die Farbe der Beine und des Schwanzes schwärz 
lich. Die Länge ohne den 24 cm langen Schwanz 
beträgt 43 cm. Die schönsten Edelmarder liefert 
Norwegen, die nächstbesten Schottland und da 
nach kommen die Schweiz, bayrische Hochebene,, 
Tatarei, Rußland, Türkei und Ungarn. Dunkle 
Pelze werden oft ohne weiteres, hellere nach 
entsprechender Auffärbung als Zobel verkauft. 
Die viel häufigeren Steinmarderfelle, die 
gewöhnlich in Bündeln von 40 Stück auf den 
Markt kommen, haben eine hellere rötlkhbraune 
Färbung mit aschgrauem Flaumhaar, weißer 
Kehle, kastanienbraunem Kopf. Die Länge des 
Körpers,, und Schwanzes ist etwas geringer, das 
Haar gröber als beim vorigen. Die schönsten 
und größten Steinmarder kommen aus Ungarn 
und der Türkei, doch bringen auch Rußland 
(Polen) und Deutschland große Mengen in den 
Handel. Wie die Edelmarder, werden auch 
Steinmarderfelle zu Zobel vorgerichlet; auch 
kommen sie bisweilen ohne Schwanz und Beine, 
die für sich verwertet werden, zum Verkauf. Die 
Marderfelle liefern ein warmes, leichtes und an 
genehmes Pelzwerk, das besonders von den 
Russen geschätzt wird. Von verwandten Pelz 
tieren sind noch der amerikanische Zobel 
(s. d.) und der tatarische oder sibirische 
Feuermarder (M. sibirica) anzuführen. Die 
gelbrötlichen, unterseits helleren Felle werden 
unter dem Namen Kalinken, Kalinsky, Kulonki 
oder Kulor gehandelt. 
Margarine ist das bekannteste Butterersatz 
mittel, welches auf Anregung Napoleons III. 
von Möge-Mouriös erfunden wurde, um für 
die französische Marine ein haltbares, nicht ran 
zig werdendes Speisefett zu schaffen. Es wurde 
ursprünglich in der Weise hergestellt, daß man 
durch Auspressen von den schwerer schmelz 
baren Anteilen befreiten Rindertalg, sog. Oleo- 
margarin, mit Milch und Wasser zu einer 
milchähnlichen Emulsion vermischte und letztere 
dann genau wie bei der Butterbereitung weiter 
verarbeitete. In neuerer Zeit wird an Stelle des 
reinen Oleomargarins meist ein Gemisch des 
letzteren mit den verschiedensten anderen Fetten: 
Schweineschmalz, Kokosfett, Baumwollsämenöl, 
Erdnußöl und Sesamöl in wechselnden Mengen 
verhältnissen als Ausgangsstoff benutzt und, wie 
die meiste Butter auch, künstlich gelb gefärbt. 
Von größter Bedeutung für die Margarinefabri 
kation ist das Verfahren der Fetthärtung, das die 
Umwandlung der flüssigen Öle und selbst der 
Trane in feste genußfähige Speis.fette ermög 
licht. Um ihren Erzeugnissen die übrigen Eigen 
schaften der Naturbutter zu verleihen, welche
	        

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