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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
M
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Marzolano 
269 
Masut 
hergestelltes M. hat als nachgemacht zu gelten I 
und darf nur als Marzipanersatz bezeichnet I 
werden. Surrogate der Kriegsindustrie, die über 
haupt keine Samen enthielten, sondern aus 
Stärkekleister, Zucker und Parfüm bestanden, 
sind auch als Marzipanersatz beanstandet wor 
den. Besonders berühmt sind die Marzipane von 
Lübeck (hier die Fabrik von Niederegger seit 
1809) und Königsberg. Die größte Fabrik für 
Rohmarzipan ist 1870 von Oetker in Altona- 
Bahrenfeld errichtet worden. 
Marzolano, das feinste zu Geflechten ver 
wendete Stroh, welches hauptsächlich in den 
Strohhutfabriken zu Florenz in ungespaltenem 
Zustande verarbeitet wird, stammt von einer be 
sonderen Art Sommerweizen, Grano mar- 
zuolo, die im März ausgesät wird. 
Massoyöl, das gelbe und ziemlich dünnflüs 
sige ätherische Öl der Massoyrinde (s. d.), 
von Cinnamomum xanthoneuron, besitzt 
einen aromatischen, an Nelken und Opopanaxöl 
erinnernden Geruch und scharf brennenden Ge 
schmack, ein spez. Gew. von etwa 1,05 und deut 
liche Rechtsdrehung. Den Hauptbestandteil bil 
det Eugenol (70—80 °/o) neben Safrol und etwa 
60/0 eines Pinen enthaltenden Terpengemisches, 
das eine Zeitlang Massoyen genannt wurde. 
Massoyrinde (lat. Cortex massoy, frz. Ecorce 
de massoy, engl. Massoy bark). Unter diesem 
Namen findet man im Drogenhandel drei ver 
schiedene Rinden von Bäumen aus der Familie 
der- Laurineen. 1. Die Rinde von Cinna- 
tnomum xanthoneuron, in Neu-Guinea, ist 
außen von einer dunkleren, unebenen, aus ge 
streiften Zellen bestehenden Schicht bedeckt. 
Darunter folgt eine körnige Schicht mit weißen, 
der Außenschicht annähernd parallel, aber un 
regelmäßig unterbrochen verlaufenden Gefäß 
bündeln und schließlich eine dunklere Lage, 
welche r/s der Rinde ausmacht und zahlreiche 
dünne Markstrah'.en zeigt. Dieser Teil ist der 
«Reichste und aromatischste und besitzt einen 
stechenden, beim Kauen an Zeylonzimt und 
Raute erinnernden Geschmack. 2. Die Rinde von 
Cinnamomum Kiamis (Nees), von den Ma 
laien auf Java, Sumatra und Borneo Kayu 
töanis sab rang genannt, kommt in dicken 
Bündeln, ähnlich der Kassia, in den Handel und 
bildet große, flache, sehr harte und fast korn 
artige Stücke, die außen aschgrau mit helleren 
Flecken, innen auf der Bastfläche aber glatt 
Un d dunkelbraun erscheinen. Der Geruch ist 
schwach aromatisch, der Geschmack widerlich 
Sewürzhaft, nicht bitter. 3. Die Rinde von 
Bassafras Goesianum, in Neu-Guinea, bil 
det nur dünne Stücke mit sehr schwach ent 
wickelter Mittelschicht, die außen rissig, nach 
ln nen deutlich gestreift, auf dem Querschnitt 
s chr blaß erscheinen. Der Bruch ist kurzkörnig, 
Wicht splitterig, der Geruch dem der ersten Sorte 
a hnlich, dar Geschmack etwas bitter und stechend. 
Mastix (lat. Resina seu Gummi mastiche, frz. 
^?d engl. Mastic) ist das aromatische Harz der 
Mastixpistazie (Pistacia Lentiscus), eines zu 
S, e . n Terebinthazeen gehörigen immergrünen 
paumchens, das, im Orient und an der nordafrika- 
pschen Küste heimisch, besonders auf Chios in 
ein» breitblättrigen Art (Pistacia Lentiscus var. 
Chia) kultiviert wird. Zur Gewinnung des 
1 Harzes macht man im Mai Rindeneinschnitte, 
! aus denen der M. als zähflüssige, an der Luft 
erhärtende Masse austritt, die im August gesam 
melt wird. Durch Auslesen werden drei Sorten her 
gestellt, deren feinste als Haremharz nur an den 
türkischen Hof, hingegen nicht in den Handel 
gelangt. Der M. besteht aus rundlichen, erbsen 
großen Körnern, von gelblichweißer bis hell 
gelber Farbe und glasglänzendem Bruch, die 
ziemlich hart sind, aber beim Kauen eine weiche 
wachsartige Masse bilden, zum Unterschied von 
dem sonst ähnlichen Sandarak, der hierbei 
sandig zerbröckelt. Die hellsten und reinstem. 
Körner (Tränen) bilden ausgelesen den ele 
gierten M., die dunkleren, durch Sand umd 
Erde verunreinigten den M. in sortis. Das 
balsamisch riechende und schmeckende und beson 
ders beim Verbrennen stark aromatische Dämpfe 
entwickelnde Harz löst sich völlig in Äther, fetten 
Ölen und heißem Alkohol, in kaltem Alkohol 
nur zu 90%. Sein spez. Gew. liegt zwischen 
1,070—1,074, es erweicht bei ioo° und, schmilzt 
bei 105—120 0 . Man benutzt M. zum Kauen, 
um den Atem wohlriechend zu machen und das 
Zahnfleisch zu stärken, weiter als Zusatz zu 
Konfitüren, Räucherpulvern, Pflastern und Zahm 
füllungen. Das sog. Zahnwachs ist eine zu 
sammengeschmolzene Mischung von M. und 
Wachs, Zahnkitt, der auf Watte geträufelt in 
die Zahnhöhlung gedrückt wird, eine dickliche 
■ Lösung von M. und Sandarak in Weingeist. 
Eine als Mastisol bezeichnete Lösung von 
M. in Benzol findet als nichtreizendes Verband 
mittel Anwendung. In der Technik wird M. zur 
Herstellung von Firnissen und Kitten benutzt, 
für sich allein gibt er farblose, harte, rasch trock 
nende Überzüge, die ihn als ßilderlack und Ne- 
gativlack für Photographien geeignet erscheinen 
lassen, im Gemisch mit anderen Harzen (Schellack) 
: erhöht er den Glanz und die Trockenfähigkeit. 
, Durch Mischung von M. mit Hausenblase ent 
steht ein vortrefflicher Kitt für Glas, Porzellan 
und zur Fassung von Edelsteinen. Geringere 
Sorten werden zu dunklerem Firnis und feinem 
Siegellack verarbeitet. Der echte oder orien 
talische M. kommt von den Hauptmärkten 
Konstantinopel und Smyrna über Triest und 
Marseille zu uns. —- Bombay- oder ostindi 
scher M., dem Weihrauch ähnliche gelbe bis 
bräunliche Stücke oder Tränen mit helleren Ein 
schlüssen, stammt von Pistacia Khinjuk und P. 
cabulica in Afghanistan und Beludschistatn und 
wird über Bombay nach London ausgeführt. 
Mastixöl, das durch Destillation in Menge 
von etwa 2% aus Mastix erhaltene ätherische 
öl, hat angenehmen Geruch, ein spez Gew. von 
0,857—0,903, eine Drehung von -f- 22 bis -{- 34 
einen Siedepunkt von 155 bis etwa 160 0 und 
besteht hauptsächlich aus Pinen. 
Mastixzemente (Mastixdächer) haben mit 
Mastix nichts zu tun, sondern sind Gemische von 
Sand, Kalksteinpulver und etwas Bleiglätte, die 
mit altem Leinöl aufgekocht und heiß verbraucht 
werden. Der Name erklärt sich daraus, daß M. 
in England und Frankreich allgemein Kitt und 
Zement bedeutet. 
Masut nennt man die bei der Petroleum 
destillation zurückbleibenden Mineralöle, die in
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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