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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
M
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Mekkabalsam 
273 
Melonen 
und Geschmack sind ähnlich wie bei der Ange 
likawurzel, aromatisch, beißend gewürzhaft. Die 
im Herbst von zwei- bis dreijährigen ausschließ 
lich wild wachsenden Pflanzen zu sammelnden 
Wurzeln werden aus der Schweiz, dem Riesen 
gebirge sowie einigen anderen Orten in den 
Handel gebracht und zur Herstellung von Tier 
heilmitteln sowie von bittern Likören benutzt. 
Die M. enthält 0,2—1,40/0 ätherisches Öl, Impe 
ratorin, Ostruthin u. a. Bitterstoffe. Sie ist dem 
Insektenfraß sehr unterworfen und muß daher in 
gut verschlossenen Gefäßen und an trockenen 
Orten aufbewahrt werden. 
Mekkabalsam (Opobalsam, lat. Baisamum 
de mecca, frz. Baume de mecque, engl. Balsam 
of mecca), ein Balsamharz, wird in dem ara 
bischen Küstengebiete von einem Baume, Bal- 
samodendron gileadense, gewonnen, aus 
dessen Stamm es teils freiwillig, teils durch 
künstliche Einschnitte ausfließt. Er bildet eine 
braunrötliche, trübe Masse von der Konsistenz 
des venezianischen Terpentins und an Rosmarin 
und Zitronen erinnerndem Geruch und wird für 
Parfümzwecke sowie im Orient medizinisch be 
nutzt. 
Melado. Unter diesem Namen kommt von 
Westindien ein stark eingedickter Zuckerrohr 
saft in den Handel, der unterwegs größtenteils 
kristallinisch erstarrt und in europäischen Raffi 
nerien gereinigt und auf Hutzucker verarbeitet 
wird. 
Melasse nannte man ursprünglich den brau 
nen, sirupartigen Rückstand von der Herstellung 
des Zuckers aus Zuckerrohr. In neuerer Zeit 
versteht man fast nur noch die Endsirupe der 
Rübenzuckerfabriken darunter, die zwar noch er 
hebliche Mengen Zucker enthalten, deren gleich 
zeitig hoher Salzgehalt aber die Abscheidung 
des Zuckers durch einfache Kristallisation ver 
hindert. Die verschiedenen, zur Gewinnung des 
Zuckers vorgeschlagenen Verfahren, welche teils 
auf der Auslaugung (Diffusion oder Osmose), 
teils auf der Darstellung von Kalk-, Strontian- 
°der Barytsaccharat beruhen, scheinen zurzeit 
kaum noch praktische Bedeutung zu haben. 
Vielmehr wird die meiste M. jetzt, besonders 
Ir n Gemisch mit Torf, Häcksel oder Rüben 
schnitzeln, als Viehfutter oder zur Branntwein 
brennerei benutzt. 
Melilotenkraut (lat. Herba meliloti, frz. Som- 
teitd fleurie de mölilot, engl. Melilot) stammt 
dem wohlriechenden gelben Steinklee 
Welilotus off icinalis), einer zweijährigen 
Pflanze mit kleeartigen Blättern und gelben 
Schmetterlingsblüten, die sich mehr oder weni 
ger häufig, überall an Wegen, Rainen und auf 
tepekenen Wiesen vorfindet. Der Geruch der 
Rischen Pflanze, die blühend eingesammelt wird, 
ls f schwach honigartig. Beim Trocknen aber 
Ritt ein starker, angenehmer Geruch auf, wel- 
c “er auf der Anwesenheit von an Melilotsäure 
gebundenem Kumarin beruht. Das Kraut dient 
gepulvert zu erweichenden Umschlägen und zur 
htarsteiiung des Melilotenpflasters, ferner in 
größeren Mengen zur Parfümierung von Schnupf- 
abak, an Stelle der Tonkabohnen. Eine be 
sondere Art, Melilotus coeruleus, wird in 
aer Schweiz zur Bereitung des Kräuterkäses 
Ve rwandt. 
-^t e r c ks Warenlexikon. 
Melissenkraut (lat. Herba seu Folia melissae, 
frz. Feuilles de mdlisse, engl. Balm leaves). Die 
Melisse (Melissa officinalis), eine ausdauernde 
Labiate, die in den Gebirgen des mittleren und 
südlichen Europa wild wächst, zeigt oberseits 
dunkel-, unten hellgrüne, mit einzelnen steifen 
Haaren besetzte, eirunde, langgestielte, gekerbte 
Blätter und weiße Lippenblüten. Das Kraut wird 
kurz vor der Blüte geschnitten, im Schatten rasch 
getrocknet und unter gutem Verschluß auf 
bewahrt. Man benutzt es im Haushalt bisweilen 
zur Darstellung eines wohlschmeckenden Tees, 
offizinell als aromatisches und nervenstärkendes 
Mittel. Die bei uns in Gärten, für Handels 
zwecke in Thüringen auch auf Feldern gezogene 
Zitronenmelisse ist lediglich eine botanische 
Spielart (var. citrata), die sich durch starken 
zitronenähnlichen Geruch auszeichnet. — Die offi- 
zinelle Pflanze enthält bis zu etwa 0,1 °/o ätheri 
sches Öl (Melissenöl, lat. Oleum melissae, 
frz. Essence de mdlisse, engl. Balm oil), 
das bei schwacher Destillation mit Wasser ge 
löst bleibt (Melissenwasser, lat. Aqua me 
lissae, frz. Eau distillde de mdlisse, engl. Balm 
water), bei wiederholtem Destillieren über meh 
rere Posten Kraut aber frei auf dem Wasser 
schwimmend erhalten wird. Das Öl ist von 
starkem Aroma, findet aber seines hohen Preises 
wegen in der Parfümerie keine Anwendung. 
Das Melissenöl des Flandels ist kein reines 
Destillat der Melisse, sondern entweder ein über 
Melissenkraut destilliertes Zitronenöl oder Zi- 
tronellöl oder aber nur ein fraktioniertes Zitro- 
nellöl. Durch Destillation des Krautes nebst 
anderen würzhaften Stoffen mit Weingeist wird 
der Melissengeist oder Karmelitergeist dar 
gestellt, der sowohl als Parfüm wie zu medizi 
nischem Gebrauch dient. 
Melonen (Arbuse, frz. und engl. Melon) sind 
die Früchte einer zu den Gurkengewächsen 
(Kukurbitazeen) gehörenden Pflanze, Cucu 
mis me Io, die in Asien und Afrika heimisch ist 
und noch jetzt wild wachsend angetroffen wird, 
ihren eigentlichen Wohlgeschmack aber erst in 
angebautem Zustande erlangt. Ihr Name leitet 
sich von der griechischen Insel Melos, dem 
jetzigen Milo ab. Die M. war schon den alten 
Phöniziern bekannt, wurde von den Arabern 
nach Spanien eingeführt und wird jetzt in allen 
Mittelmeerländern, besonders Italien sowie auch 
in Ungarn angebaut, während die Früchte bei 
uns wegen ihres hohen Wärmebedarfs nur in 
Treibhauskultur gedeihen. Die M. kommen in 
zahlreichen, durch Form, Größe, Farbe und 
Zeichnung der Oberfläche unterschiedenen Spiel 
arten in den Verkehr. Es gibt rot-, gelb-, grün- 
und weißfleischige, glatte, gerippte oder mit 
Netzgeflecht überzogene, klein- und großfrüch- 
tige Sorten. Die besten italienischen M., nach 
dem päpstlichen Schlosse Cantalupo in der Mark 
Ankona auch Kantalupen, sonst Zatte, ge 
nannt, sind j^lattgedrückt und runzelig und be 
sitzen ein orangerotes oder grünliches, sehr 
zuckerreiches und aromatisches Fleisch. Von 
anderen Sorten sind zu nennen die ungarische 
Theißperle, die Turkestan-M., die Zucker 
und Malteser-M., die außerordentlich aroma 
tische Ananas-M. von Athen, die grünfleischige 
türkische M., die griechische Königs-M. und 
18
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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