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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
O
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Opium 
308 
Orange 
nen Einfuhr nach China bestimmt ist, wird be 
sonders in Bengalen (Provinzen Benares und 
Behar) von den unter scharfer Kontrolle der 
Engländer stehenden Bauern gewonnen, dann 
gegen festgesetzte Preise an die Regierungs 
lager abgeliefert und von dort ums Doppelte 
weiterverkauft. Geringere Mengen gelangen 
auch aus Nepal und Assam in die Hände der 
Engländer, die es für die Ausfuhr zu 2,2 kg 
schweren Kugeln, für den inländischen Ver 
brauch zu Platten oder kleineren, mit Öl be 
strichenen Kugeln formen. Die indische Er 
zeugung wird von Hartwich auf 6000000 kg 
geschätzt. Davon wird nur ein kleiner Teil, das 
sog. Akbari-O,, im Lande verbraucht, wäh- 
rund rund 5000000 kg zur Ausfuhr nach China 
gelangen. Die Menge' wird meist in Pikuls zu 
60,13 kg angegeben. — 4. Chinesisches O. 
kommt meist in Form von Ziegelsteinen oder 
kleinen Broten, in Papier gewickelt, oder neuer 
dings auch als gereinigtes Rauchopium von 
sirupöser Konsistenz in Horn- oder Metall 
büchsen zum Verkauf. Die Erzeugung ist zur 
Verdrängung des englischen O. beständig ge 
steigert worden und dürfte sich zurzeit auf 
mehr als 13000000 kg belaufen. Der Ver 
brauch in China beträgt über 18000000 kg. 
— Das O. bildet im frischen Zustande eine 
weiche, knetbare Masse von gelbbrauner Farbe, 
scharf bitterem Geschmack und stark narko 
tischem Geruch. Auch die Brote sind anfangs 
im Inneren noch weich, werden aber mit der 
Zeit hart und spröde upd lassen sich zu einem 
lichtbraunen Pulver stoßen. Unter dem Mikro 
skope darf reines kleinasiatisches O. nur Reste 
von der Epidermis der Mohnkapseln und ver 
einzelte Blattfragmente, hingegen keine Stärke 
oder andere Pflanzenteile zeigen. In Wasser ist 
reines O. zu 2 / s bis 8 / 4 löslich. Neben Harzen, 
Wachs, Kautschuk, Gummi, Pektinstoffen und 
Salzen sowie zwei indifferenten Stoffen, dem 
Mekonin und dem Mekonoisin, enthält das 
O. als wirksame Stoffe zahlreiche Alkaloide, 
die, abgesehen von dem frei vorhandenen Nar 
kotin, an Säuren, und zwar Mekonsäure, Schwe 
felsäure und Milchsäure, gebunden sind und 
unter ihrem Namen besonders besprochen wer 
den. Das wichtigste Alkaloid, der Wertmesser 
jedes O., ist das Morphin. Daneben sind 
noch die bei der Darstellung des Morphins 
mitgewonnenen Alkaloide Kodein, Narko 
tin und Narzein von größerer praktischer 
Bedeutung, während die übrigen, u. a, Koda- 
min, Kryptopin, Laudanin, Papaverin, 
Protopin, Pseudomorphin, Thebain, meist 
nur chemisches Interesse beanspruchen. Der 
durchschnittliche Gehalt des O, an Morphin be 
trägt 10 0/0, an Narkotin 60/0, Kodein 0,30/0, 
Narzein 0,20/0, Papaverin 1 o/ 0 , Thebain 0,150/0, 
Mekonsäure 40/0, Milchsäure 1,250/0, Mekonin 
0,01 o/o. Von den beiden wichtigsten Alkaloiden 
Morphin und Narkotin enthält das kleinasia 
tische O. 1,68—16,16 bzw. 1,56—12,560/0, das 
persische 0,15—0,27 bzw. 0,01—6,8oo/ 0 , das in 
dische 2,77—3,80 bzw. 3,33—4,23 0/0, das chine 
sische 4,32—11,270/0 bzw. 1,97—6,610/0, Von 
den häufigen Verfälschungen sind Einkneten 
von Bleikugeln, Schrotkörnern und Steinen in 
die Brote sowie Zusätze von Sand, Ton, Gips, 
Bolus, Harz, Wachs, Lakritzen und Traubensaft 
zu erwähnen. Der Nachweis der anorganischen 
Beschwerungsmittel erfolgt durch die Bestim 
mung des Aschengehalts, der 3—50/0, jedenfalls 
nicht über 8 o/ 0 betragen soll. Der Wassergehalt 
darf 16—18 0/0 nicht übersteigen. —• O. ist ein 
narkotisches, in größeren Mengen tödlich wir 
kendes Gift, findet aber in kleineren Gaben, in 
Form von Extrakten, Tinkturen und zusammen 
gesetzter Mittel, sog. Opiate, ausgedehnte An 
wendung als beruhigendes, krampfstillendes und 
stopfendes Mittel. Neuerdings bevorzugt die 
Medizin die rein dargestellten Alkaloide Mor 
phin, Kodein und Narkotin. Die Hauptmenge 
des O. wird aber als Genußmittel (Opium 
raucher) verbraucht, besonders in China, wo 
jährlich auf den Kopf der Bevölkerung 47 g 
entfallen, gegen 0,22 g in Deutschland. 
Opodeldok (lat. Linitfientum saponato-cam- 
phoratum), eine pharmazeutische Zubereitung, 
die zu Einreibungen verwandt wird und eine 
durchscheinende Gallertmasse bildet, besteht 
aus einer alkoholischen Lösung neutraler Seife, 
die mit Kampfer, Ammoniak und ätherischen 
Ölen versetzt ist. 
Opopanax (Panaxgummi, lat. Gummi opo- 
panax, frz. und engl. Opopanax), ein Gummi 
harz, besteht aus dem getrockneten Milchsaft 
der fleischigen Wurzel einer Art Pastinake 
(Pastinaca Opopanax, O. chironium), die 
in Südeuropa und Kleinasien wächst. Wie ähn 
liche Drogen kommt es in zwei Sorten, einer 
besseren, in Tropfen oder Körnern von der 
Größe einer Erbse bis zu einer Nuß, und einer 
unreineren, in Massen oder Kuchen vor. Die 
Ware bildet zerbrechliche Stücke von außen 
brauner, innen gelblicher Farbe, die einen, an 
Liebstöckel erinnernden Geruch und widrig 
scharfen Geschmack besitzen und nur selten 
zu Pflastern benutzt werden. — Denselben 
Namen führt auch ein spirituöses, in den Handel 
kommendes Taschentuchparfüm. 
Opopanäxöl, das zu 5—100/0 aus dem Opo 
panax durch Destillation mit Wasserdampf ge 
wonnene ätherische Öl, hat eine grüngelbe Farbe 
und riecht wie Buttersäurekaprylester und Ka- 
pronsäurekaprylester. 
Opossumfelle von dem zu den Beutel- 
ratten gehörigen Opossum (Didelphys vir- 
giniana), das in Nordamerika (Virginien, Ohio, 
Arkansas) lebt, zeigen ein langes, schlichtes, 
graues Haar mit weißlichem Flaumhaar. Die 
Felle werden den deutschen Mardern und Iltissen 
ähnlich gefärbt und bilden eine wohlfeile Han 
delsware, die zu Unterfuttern und kleineren Ge 
brauchsgegenständen verarbeitet wird. 
Orange ist ein Sammelname für eine große 
Anzahl verschiedener Teerfarbsto ffe, die 
zum Teil auch noch andere Bezeichnungen 
führen und durch Nummern und Buchstaben 
unterschieden werden. Orange I ist Tro 
päolin 000 Nr. 1 (s. d.); .Orange II, Gold 
orange, ist Tropäolin 000 Nr. 2; Orange III 
ist Tropäolin D, Helianthin; Orange IV 
(Orange M, Orange GS, Diphenylorange) 
ist Säuregelb D. (s. d.). Orange G (Orange- 
gelb), das Natronsalz der Anilinazobetanaph- 
toldisulfosäure, bildet ein gelbrotes, in Wasser 
lösliches Pulver. Orange GT besteht aus de«
	        

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Schragen Der Gilden Und Aemter Der Stadt Riga Bis 1621. Häcker, 1896.
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