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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
O
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Orangen 
309 
Orlean 
Natronsalze der Toluidinazobetanaphtolmono- 
sulfosäure und ist ein scharlachrotes, in Wasser 
mit orangegelber Farbe lösliches Pulver. Orange 
MN ist Metanilgelb (s. d.). Orange N ist 
Kurkumein (s. d.). Orange R besteht aus 
dem Natronsalze des Xylidinsulfosäureazobeta- 
naphtols. Man erhält es als feurigrotes Pulver, 
welches Wolle in sauerem Bade orangerot färbt. 
Orange T, bisweilen auch Orange R genannt, 
ist identisch mit Mandarin GR, aus diazo- 
tierter o-Xoluidinsulfosäure und p-Naphtol, und 
endlich Orangerot I mit Doppelbrillantschar 
lach (s. d.). 
Orangen sind die Früchte der immergrünen 
Gewächse aus der Gattung Citrus L., zu denen 
die Apfelsinen, Pomeranzen, Zitronen, .Limonen 
und Limetten gehören. 
Orangenblüten (Pomeranzenblüten, lat. 
Flores aurantiorum s. Flores naphae, frz. Fleurs 
d’orange, engl. Orange flowers) kommen nicht 
nur im frischen Zustande, sondern auch ge 
trocknet und eingesalzen zur Darstellung 
von Orangenblütenwasser und -öl, in 
den Handel. —• Die besten, am feinsten 
riechenden O. stammen nicht, wie man häufig 
angegeben findet, vom' gewöhnlichen süßen 
Orangejibaum (Citrus aurantium Risso), 
sondern vom bitteren Pomeranzenbaum 
(Citrus Bigaradia Risso) und sind von den 
ersteren leicht zu unterscheiden. — Die Biga- 
radblüte hat 30—34 Staubfäden und einen 
12—^fächerigen Fruchtknoten, während die 
Blüten von C. aurantium nur 20—22 Staubfäden 
und einen 9—11 fächerigen Fruchtknoten be 
sitzen. Der Kelch ist ferner bei ersterer fünf 
eckig, bei letzteren oval. Im frischen Zustande 
haben die Blüten eine fleischige, weiße Blumen 
krone, die nach dem Trocknen dünn, perga 
mentartig und schmutzig gelb ist. Man benutzt 
die O. zu Parfümeriezwecken sowie auch als 
Tee. Die Gegenden um Nizza, Grasse, Cannes 
kommen für den Anbau hauptsächlich in Frage, 
Orangenblütenöl (Pomeranzenblütenöl, 
Neroliöl, lat. Oleum aurantiorum florum s. 
Oleum naphae, frz. Essence de Neroli, engl. 
Oil of Neroli), ein äußerst fein und lieblich 
riechendes, ätherisches Öl, wird aus den frischen 
Blüten der Orangenbäume durch Destillation 
mit Wasserdampf oder durch Extraktion mit 
Betroläther in Menge von etwa 0,10/0 gewonnen. 
Oas beste Öl stammt von den Blüten des bitteren 
Bomeranzenbaums (vgl. Orangenblüten) und 
'vird daher als Bigaradöl bezeichnet. Das 
dünnflüssige Öl erscheint frisch bereitet fast 
farblos, wird aber nach und nach bräunlichrot 
Und ist in starkem Weingeist klar löslich. Das 
s Pez. Gew. beträgt 0,870—0,881. Bei längerem 
Stehen scheidet sich ein weißes kristallinisches, 
aus Paraffin bestehendes Stearopten aus (Ne- 
r °likampf er). Erwähnenswerte Bestandteile 
des Öls sind: Pinen, Kamphen, Dipenten, Dezyl- 
aldehyd, Linalool, Linalylazetat, Phenyläthylalko 
hol, Terpineol, Nerol, Geraniol, Jasmoti und als 
Präger des charakteristischen Aromas Anthranil- 
s äuremethylester, C 6 H 4 (NH 2 ) ,COOCH 3 . Zusätze 
der beliebtesten Verfäischungsmittel Bergamott- 
und Petitgrainöl sind nur in großen Mengen nach 
zuweisen. Das vom süßen Pomeranzenbaume 
dämmende Neroli-Portugalö!, frz. Essence 
deNdroli, Essence de fleurs d'oranges Portugal, 
riecht viel weniger fein. — Als Nebenprodukt 
bei der Darstellung dieser Öle erhält man das 
Orangenblütenwasser (lat. Aqua florum 
Aurantiorum s. Aqua naphae, frz. Eau distillde 
de fleurs d’oranges, engl. Orange flower water), 
das ebenfalls den Geruch des Öles, jedoch in 
viel schwächerem Grade besitzt. Während das 
Öl zu Parfümeriezwecken, namentlich bei Be 
reitung von Kölnischwasser Verwendung findet, 
wird das Wasser mehr von Konditoren und als 
Arzneimittelzusatz benutzt. 
Organdis (frz. Organdie, engl. Book muslin, 
Book) sind lockere feine und glatte Baumwoll- 
gewebe, die weiß oder auch gefärbt, aus Garn 
Nr. 100—150, etwas dichter als Musselin, aber 
ebenso fein im Faden und etwas steifer appre 
tiert, hergestellt werden. Der Stoff kam früher 
aus Ostindien, wird aber jetzt von allen euro 
päischen Musselinwebereien in den Handel ge 
bracht und dient meist zu Unterfutter für 
Frauenkleider. 
Organsinseide (Kettenseide, frz. Organsin, 
engl. Örganzine) nennt man die gezwirnte, aus 
den besten Kokons gewonnene Seide, die in 
den Geweben die Kette und den Aufzug bildet. 
Man unterscheidet zweifädige (O. ä deux 
bouts) und dreifädige (O. i. trois bouts). 
Jeder Faden besteht aus drei bis acht Kokon 
fäden (s. Aufsatz Seide). 
Orlean (lat. Orellana, frz, Roucou, Achiotte, 
engl. Annatto), ein bekannter gelbroter Farb 
stoff, stammt von dem im tropischen Amerika 
heimischen, aber auch in Zanzibar und auf den 
Sandwichinseln angebauten strauchartigen Baume 
BixaOrellana (Familie der Cistifloren). Die 
Frucht, eine herzförmige, zusammengedrückte, 
weichstachelige Kapsel von Walnußgroße, die 
sich bei der Reife zweiklappig öffnet, enthält 
etwa 10 Samen in einem orangegelben, klebri 
gen Brei, zu dessen Gewinnung man das 
Fruchtfleisch, mit Wasser übergossen, längere 
Zeit einer Gärung überläßt und alsdann durch 
Siebe streicht. Der erhaltene weiche Brei setzt 
sich aus dem Wasser allmählich als Bodensatz 
ab und bildet dann eine lebhaft gelbrote Masse, 
die mehr oder weniger wasserhaltig ist. Im 
O. sind zwei Fatbstoffe enthalten, das wasser 
lösliche Bixin und das Orellin, ein harz 
artiger Körper, der sich in Weingeist, Äther 
und Fetten löst. Die Hauptsorte für technische 
Zwecke ist der Kuchenorlean, der in Form 
ziemlich trockener viereckiger Kuchen von 1 bis 
i 1 / 2 kg Gewicht, die in Bananenblätter ge 
wickelt und in Fässer verpackt sind, fast aus 
schließlich aus Kayenne und Guadeloupe nach 
Frankreich ausgeführt wird. Rollenorlean aus 
Brasilien, eine in kleine Rollen oder Zylinder 
geformte harte und trockene Masse, die außen 
bräunlich, innen schön rot erscheint, wird in 
England zur Käse- und Butterfärberei verwandt. 
Teigorlean, eine etwa 600/0 Wasser enthal 
tende weiche Masse, die im Gegensatz zu dem 
veilchenartigen Geruch der übrigen Sorten meist 
nach Ammoniak riecht, kommt neuerdings häu 
fig an Stelle der Kuchen, in Fässer oder Blech 
büchsen verpackt, in den Handel. Auch bildet 
der vom Fruchtfleisch getrennte reine Farb 
stoff Bixin in Form kleiner Täfelchen einen
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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