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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Panamahüte 
314 
Papier 
Panamahüte, die durch Leichtigkeit, Wider 
standsfähigkeit und so große Elastizität aus 
gezeichneten Hüte, daß sie sich in jeder Art 
zusammenwickeln und drücken lassen und 
immer wieder die frühere Form annehmen, 
werden aus den Blattfasern eines zu den Pan- 
d-aneen gehörigen Baumes, Carludovica 
palmata,inZentralamerika verfertigt. Der hier 
bei entstehende Abfall dient anstatt der Borsten 
zur Herstellung billiger Scheuerbürsten. Zu 
weilen kommen auch unechte, weniger halt 
bare, aus andern Fasern gefertigte P. in den 
Handel. 
Panamas sind halbwollene Modezeuge, die 
mit dreifarbiger baumwollener Kette und doppel 
tem wollenem Einschuß gewebt werden, so daß 
die Ware ein den geflochtenen Paiiamahüten 
ähnliches Aussehen erhält. 
Paniermehl, das in der Küche vielfach zum 
Überziehen von Fleisch (Wiener Schnitzel) zur 
Erzielung einer schönen Kruste benutzt wird, 
besteht normalerweise aus einem scharf ge 
rösteten pulverisierten Gebäck (Zwieback, 
Semmel). Neuerdings werden unter dem glei 
chen Namen vielfach künstlich mit Teerfarben 
oder Orlean gefärbte Erzeugnisse in den Handel 
gebracht, die oft gar nicht einmal gebacken 
sind, sondern lediglich aus Maisgries bestehen. 
Bei derartigen Nachahmungen muß zum min 
desten eine Kennzeichnung verlangt werden. 
Pankreatin, der wirksame Bestandteil des 
Pankreas, wird durch Ausziehen der Bauch 
speicheldrüse des Rindes mit Wasser und Fällung 
der Lösung mit Alkohol als ein trockenes Pul 
ver, oder auch nach der Auflösung in Glyzerin 
in flüssiger Form (Pankreatinum liquidum) in 
den Handel gebracht. Ein neueres, Pankreon 
genanntes Präparat ist eine Verbindung mit 
Gerbsäure. Das P. findet gegen Störungen der 
Darmtätigkeit medizinische Anwendung. 
Pannetiers Grün, eine schön grüne Mineral 
farbe für Tapetendruck und Wandmalerei, die 
aus borsaurem Chromoxyd besteht, wird als 
Ersatz für das giftige Schweinfurtergrün emp 
fohlen. 
Papaverin (lat. Papaverinum, frz. und engl, 
Papaverin), eines der zahlreichen, im Opium 
enthaltenen Alkaloide, bildet weiße, geruchlose 
Kristallnadeln, die bei 147 0 C schmelzen und in 
kaltem Wasser fast unlöslich sind, in kochen 
dem Alkohol dagegen sich reichlich lösen. Von 
den meist gut kristallisierbaren Salzen zeichnet 
sich das salpetersaure P. durch seine Schwer 
löslichkeit aus. P. wird neuerdings medizinisch 
verwandt. 
Papayin (vegetabilisches Pepsin, lat. 
Papayotinum, frz. und engl. Papayotine), ein 
neueres Arzneimittel, wird aus den grünen, 
melonenähnlichen Früchten, den Blättern und 
Schäften des Melonenbaumes, Carica 
Papaya, der in Südamerika heimisch, aber in 
fast allen Tropenländern angebaut wird, ge 
wonnen. Durch Einschnitte in die genannten 
Teile des palmenähnlichen Baumes bringt man 
den Milchsaft zum Ausfließen, dampft nach 
dem Filtrieren ein und fällt mit Alkohol. Der 
entstehende Niederschlag wird von neuem in 
Wasser gelöst, abermals mit Weingeist gefällt 
und bei mäßiger Wärme getrocknet. Er bildet 
ein amorphes, weißliches Pulver von etwas 
herbem Geschmack und löst sich in Wasser 
leicht zu einer beim Schütteln schäumenden 
Flüssigkeit, die sich beim Kochen trübt, ohne 
jedoch zu koagulieren. Das P. hat die Eigen 
schaft, feste Eiweißstoffe, Fibrin und Fleisch, 
ähnlich dem Pepsin, zu lösen, also künstlich zu 
verdauen, und zwar schon ohne Zusatz von 
Säure. Zur Prüfung der Wirksamkeit löst man 
0,1 g in 150 g Wasser und fügt 10 g nicht zu 
hart gekochtes, in linsengroße Stücke zer 
schnittenes Eiweiß hinzu. Letzteres muß sich 
innerhalb 4—6 Stunden bei einer Temperatur I 
von 40 0 C unter öfterem starken Schütteln zu 
einer schwach opalisierenden Flüssigkeit voll 
ständig auflösen. Man verordnet das P. bei 
Verdauungsstörungen, ferner zur Beseitigung 
diphtheritischer Membranen und gegen Würmer 
bei Kindern. 
Papier (frz. Papier, engl. Paper). Der Name [ 
dieses ganz unentbehrlich gewordenen Handels- I 
und Gebrauchsgegenstandes ist dem Papyros j 
der Alten entlehnt. Richtiger würde die Be- I 
Zeichnung Karte (im Sanskrit und über ganz 1 
Indien kartä, kirtas, qertas, lat. quarta, carta, j 
ein viereckiges Blatt) sein, welche die I 
Italiener und Griechen auch heute noch bei 
behalten haben. Die alten Ägypter spalteten die 
Stämme der Papyrusstaude, sonderten von [ 
außen nach innen zu immer feiner werdende j 
Lagen des Gewebes ab und klebten die Streifen j 
zuerst mit ihren Längsrändern, aneinander und | 
dann lagenweise übereinander, weil die Tafeln 
sich sonst zu leicht in der Länge gespalten I 
hätten. Ein unserem heutigen P. ähnliches, d. h. | 
durch Verfilzung feiner Pflanzenfäserchen ge- 
wonnenes Erzeugnis wurde erst 123 v. Chr, von j 
dem chinesischen Mandarin Tsailün erfunden, I 
nach dessen Verfahren Algen, Baumwolle, Bam- I 
busmark und Abfälle der Baumwollengewebe I 
verarbeitet wurden, bis spätere Jahrhunderte | 
zur Verwendung der Stroharten, des Bastes I 
mehrerer Baumarten und der Papierbaumschalen J 
(Broussonetia papyrifera) übergingen. Um 610 I 
n. Chr. kam die> Papiermacherei nach Korea 1 
und dann nach Japan, wo der genannte Papier- I 
bäum den Hauptrohstoff liefert. Die Tataren 1 
lernten die Kunst auf ihren Einfällen in die I 
Mongolei kennen und führten sie nach den j 
Hauptstädten Marakanda (Samarkand), Bokhara, I 
Kaschghar ein, von wo sie durch die Araber zu 
Anfang des achten Jahrhunderts nach Syrien, 
Palästina, Arabien, Ägypten, Sizilien und Spanien 
verpflanzt wurde. Als Ausgangsmaterial diente I 
ausschließlich die rohe Baumwolle, während m I 
Hindostan bis Zeylon die Faser der Sonnen- I 
pflanze oder Sunhanf (Crotolaria juncea), > n 
Vorderindien Tschut (Jute, Corchorus capsu- 
laris), Pisang, Agave, in Tibet eine Wurzelrinde, | 
in Siam und Anam die Fasern des Pliu-Klp 1 
(Trophis aspera) und der Nessel (Boehmeria 
nivea) benutzt wurden. Die arabischen und | 
maurischen Papiermacher (warräk), welche fast j 
immer zugleich Gelehrte, Richter und Schreibet 
(Kanzler) waren, hielten ihre Kunst sehr g e ' 
heim, bis die Kreuzfahrer im dritten Kreuz- 
zuge mit Hilfe der Gewalt sich genau davon 
unterrichteten, und gleichzeitig durch die Ver 
treibung der Mauren aus Spanien das Papiet' 1
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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