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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Patanaöl 
321 
Pech 
in großer Menge angebaut wird, benutzt man 
sie als Futter für Rindvieh und Pferde und 
stellt auch Liköre und eine Art von Wein 
daraus her. 
Patanaöl (Batavaöl), ein fettes Öl aus den 
Früchten von Oenocarpus Batava, einer am 
Orinoko, Rio Negro und Maranhon wachsenden 
Palme, wird zur Herstellung von Kerzen und 
Seifen benutzt. 
Patentblau nennt man eine Reihe von Tri- 
phenylmethanfarbstoffen, die als Sulfosäuren 
von Tetraalkyldiaminotriphenylkarbinolen mit 
verschiedenen Radikalen anzusprechen sind. 
Die Farbstoffe haben wegen ihrer Alkaliecht 
heit und ihres schönen grünlichblauen Tones 
hohe praktische Bedeutung. 
Paternosterkörner (Paternostererbsen, 
Abrusbohnen, Abrussamen, lat. Semen abn 
s. jequirity, frz. Grains oder Pois d’Amerique, 
engl. Red beans, Aggry beans), die Samen der 
in Brasilien, Ostindien und Arabien heimischen 
Papilionazee Abrus precatorius, haben 
eine schön rote Farbe mit einem schwarzen 
Fleck am Keimende. Man benutzte sie bei uns 
bisher nur als Halsketten oder zu Rosenkränzen 
(daher der Name), hat aber gefunden, daß sie 
einen äußerst giftigen Stoff, das Abrin oder 
Jequiritin, enthalten, welches wie das Rizin 
zu den giftigen Eiweißkörpern, und zwar zur 
Gruppe der sog. ungeformten Fermente, gehört, 
in Amerika werden die Samen bei Augenerkran 
kungen und gegen Lupus, in Ostindien als 
Aphrodisiakum angewandt. 
Patschuli (Patchoulikraut, lat. Herba pat 
chouli, frz. Patchouli, engl. Patchouly). DerTrä- 
ger des bekannten P.-Parfüms ist eine rauhfilzige, 
hppenblütige, unserem Wiesensalbei ähnliche 
Pflanze, P ogostemon Patchouli, die als Un 
kraut in Ostindien wild wächst, aber auch viel 
fach angebaut wird. Die Blätter des Krautes 
s®d eiförmig in den langen Blattstiel verschmä 
ht, am Rande mit gezahnten Ausbuchtungen 
'(ersehen, fiedernervig und beiderseits behaart. 
Fine neuerdings in den Handel kommende un 
echte Ware besitzt fünf- bis siebenlappige 
Blätter mit herzförmiger Basis, aus welcher 
Sämtliche Hauptnerven entspringen. Die Blätter 
dieser falschen Pflanze sind getrocknet, wie 
’han sie erhält, auf der oberen Seite schwarz- 
S r ün, auf der unteren infolge der stärkeren 
Behaarung fast silbergrau, während die echte 
Ware gelbbräunlich, stellenweise gelbgrünlich 
^scheint. P. wird als Mittel gegen Motten ver 
wendet, da diese durch den starken Geruch 
a hgeschreckt werden sollen, dient aber haupt 
sächlich in der Parfümerie zur Gewinnung des 
iberischen Patchuliöles (s. d.). 
^atschuliöl (Patchouliöl, lat. Oleum pat- 
c nouIi, frz. Essence de patchouli, engl. Oil of 
Patchouly), das aus dem trockenen Kraute 
durch Destillation mit Wasserdampf erhaltene, 
®‘ark riechende ätherische Öl ist bräunlichgelb, 
ftat ein spez. Gew. von 0,960—0,995, eine Drehung 
—50 bis —68° und ist in 0,5 bis 8 Teilen 
y°°/oigem Alkohol löslich. Bei längerem Stehen 
p der Kälte scheiden sich weiße Kristalle von 
utschulikampfer, C 15 H 26 0, aus, die bei 56° C 
pChrnelzen und leicht in den Kohlenwasserstoff 
at schulen, C 16 H 2 .j, übergehen. Das P. wird 
Mercks Warenlexikon. 
in der Parfümerie zur Herstellung des Pat- 
schuliparfüms benutzt. 
Pauchontöe heißt eine der Guttapercha 
ähnliche, aus Ostindien kommende Masse, die 
bei gewöhnlicher Temperatur hart und brüchig 
ist, bei gelindem Erwärmen aber weich und 
klebrig wird und erst nach mehreren Tagen 
ihren ursprünglichen harten Zustand wieder an 
nimmt. Beim Kochen in Wasser wird sie röt 
lichbraun und macht das Wasser trübe und 
etwas schäumend. 
Paulliniawurzelrinde stammt von der in Bra 
silien und Westafrika heimischen Sapindazee 
Paullinia pinnata und wird in Brasilien im 
gepulverten Zustande äußerlich als Arzneimittel 
angewandt, da sie auf die Haut sehr reizend 
wirkt. Sie bildet lange dicke Stücke von gelb 
lichgrauer Farbe und enthält das Alkaloid Tim 
bonin. 
Päyar, eine ostindische Bastfaser, stammt von 
Urostygma pseudo-tjela. 
Paytin, ein in der weißen Chinarinde 
von P a y t a enthaltenes Alkaloid, kristallisiert 
in farblosen Prismen, deren Lösung links 
drehend ist. 
Pech (lat. Pix, frz. Poix, engl. Pitch) ist ein 
Sammelname für verschieden zusammengesetzte 
und in verschiedener Weise gewonnene feste, 
braune bis schwarze, harzige Stoffe, von denen 
meist folgende Sorten unterschieden werden: 
1. Das schwarze oder Schiffspech, auch 
Schusterpech genannt, gewinnt man aus 
Holzteer, und zwar aus dem zuletzt erhal 
tenen dicksten schwarzen Teer, dem Schiffs 
teer, indem man ihn in offenen Kesseln so 
lange erhitzt, bis eine herausgenommene Probe 
beim Erkalten feste Form annimmt. Man gießt 
die Masse noch warm in die zum Versenden 
bestimmten kleinen Fässer oder Kübel, aus 
denen sie dann herauszuschlagen ist. Dieses P. 
stellt eine dunkelschwarzbraune, auf frischem 
Bruche stark glänzende Masse dar, die beim 
Daraufschlagen zerspringt, aber schon in der 
Wärme der Hand weich und sehr klebrig wird 
und auf warmem Wasser zerfließt. Es wird 
auf Schiffen zum Kalfatern und Wasserdicht 
machen von Segel- und Tauwerk, ferner zu 
Kitten und Pflastern, zu Pechfackeln, zum 
Pichen des Schühmacherdrahtes und zum Aus 
pichen geringerer Holzgefäße benutzt. 2. Das 
hellere, meist gelbbräunliche Faß- oderBrauer- 
pech wird aus Fichtenharz durch sorgfältiges 
Ausschmelzen gewonnen und zeigt je nach der 
Herkunft und Bereitungsweise ziemlich ver 
schiedene Güte. Das beste Brauerpech aus rei 
nem Fichtenharz kommt aus den Staatsforsten 
des sächsischen Vogtlandes, während die in 
Böhmen, Thüringen und Tirol erzeugte Ware 
den Anforderungen des Brauers viel weniger 
genügt. Das vogtländische Erzeugnis ist aber 
sehr teuer und sein Preis entsprechend der 
Nachfrage gestiegen. Außer der guten Ware 
(Kesselpech) gewinnt man durch Nachbear 
beitung der rohen Harzstoffe noch eine zweite, 
nur ein Drittel so hoch bewertete, das Griefen 
pech. Zur Darstellung von weißerem Faßpech 
werden die harzigen Rohstoffe in Kesseln mit 
Wasser gekocht, bis das Terpentinöl ausge 
trieben ist, dann abgeschöpft und geläutert. Im 
** 2t
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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