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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Pegamoid 
322 
Pergament 
! 
allgemeinen ist dies auch die Darstellungsweise 
aller Weiß- oder sog. Burgunderpeche. Das 
von den Bäumen gesammelte Rohharz oder 
auch Terpentin wird unter Zusatz von Wasser 
kürzere oder längere Zeit geschmolzen, wobei 
die Farbe heller wird, und dann durch Filtrieren 
gereinigt. Bei etwas stärkerer Hitze wird die 
Masse gelber und heißt dann Gelbpech, wäh 
rend bei längerem Schmelzen bis zur Abtrei 
bung alles Wassers Kolophonium entsteht. — 
Die sog. weißen Pechsorten sind gelblich oder 
bräunlich, spröde und von muscheligem, matt 
glänzendem Bruch. Sie liefern beim Zerdrücken 
neben größeren Stückchen viel Pulver und 
werden beim Kneten zwischen den Fingern 
etwas weich. Je nach Abstammung und Be 
reitungsweise zeigen sie geringe Unterschiede 
und enthalten mehr oder weniger Wasser und 
flüchtige Öle. Beim Ausschmelzen wird oft ab 
sichtlich wieder etwas Kienöl oder Terpentin 
hinzugesetzt. Die hellen Pechsorten dienen be 
sonders zum Auspichen von Fässern und er 
halten für diesen Zweck zur Erhöhung der 
Elastizität und Schmelzbarkeit meist Zusätze 
von Paraffin, Harzöl oder Leinöl. Außerdem 
gebraucht man sie, wie das amerikanische Harz, 
zur Darstellung von Harzseifen, ferner als Löt 
mittel, zu Pflastern und manchen anderen 
Zwecken. 3. Sogenanntes Steinkohlenpech 
ist gleichbedeutend mit Steinkohlenasphalt, dem 
schwarzen Rückstand, der bei der Teerdestilla 
tion erhalten wird, während man den bei der 
Braunkohlenteerdestillation verbleibenden Rück 
stand mit dem Namen Braunkohlenteerpech 
belegt. 
Pegamoid nennt man eine dem Zelluloid ähn 
lich zusammengesetzte Masse, die, auf Papier 
oder Gewebe aufgepreßt, diese lederartig er 
scheinen läßt und zur Herstellung von Buchein 
bänden, Schmuckwaren und künstlichen Leder 
tapeten benutzt wird. 
Pelletierin, ein flüssiges Alkaloid, findet sich 
in sehr geringer Menge neben drei anderen ver 
wandten Alkaloiden in der Granatwurzel 
rinde. Das als Arzneimittel gegen Bandwürmer 
benutzte gerbsaure Pellet ier in, Pellet ier in- 
tännat, Punizintannat (lat. Pelletierinum 
tannicum), ein gelbliches amorphes und geruch 
loses Pulver von zusammenziehendem Geschmack 
und schwach sauerer Reaktion, löst sich in etwa 
700 Teilen Wasser sowie in 80 Teilen Weingeist. 
Penghawar Djambi besteht aus den sehr 
weichen, 2—3 cm langen bronzefarbenen Stamm- 
und Blatthaaren mehrerer Arten der zu den 
Baumfarnen gehörigen Gattung Cibotium, 
namentlich von Cibotium Baromez auf 
Sumatra, die, auf Wunden gelegt, als blut 
stillendes Mittel verwandt werden. Eine andere, 
etwa S cm lange, weniger weiche Sorte von 
gelblich- bis braunroter Farbe, Päkoe-Kidang, 
stammt von Alsophila lurida und Balan- 
tium chrysotrichum, auf Java heimischen 
Baumfarnen. 
Pepsin, das Ferment des Magensaftes, 
wird im Großbetriebe hergestellt, indem man 
frische Magenschleimhäute von Schweinen oder 
Kälbern mit salzsäurehaltigem Wasser auszieht, 
die Lösung mit Kochsalz fällt und aus dem 
Niederschlage das Kochsalz durch Dialyse ent 
fernt. Nach einem anderen Verfahren behan 
delt man die Schleimhaut mit verdünnter Phos 
phorsäure, fällt die letztere und das Pepsin mit 
Kalkwasser und trennt nach dem Auflösen des 
Niederschlages in Salzsäure das Pepsin von der 
Phosphorsäure durch Eintröpfeln von Chole 
sterin. Beim Extrahieren der nun entstehenden 
Fällung aus Pepsin und Cholesterin hinterbleibt 
das Pepsin ungelöst. Schließlich kann man das 
Pepsin aus der Schleimhaut auch durch fünf 
prozentigen Alkohol ausziehen. Die Lösungen 
werden vorsichtig, am besten im luftverdünnten 
Raume, eingedampft und bei höchstens 40 0 ge 
trocknet. P. bildet ein gelbes bis bräunliches, 
hygroskopisches Pulver von bitterlich salzigem 
Geschmack. Die schwach salzsaure Lösung 1 
vermag bei Blutwärme hart gekochtes Eiweiß I 
und Fibrin zu lösen (verdauen), verliert diese I 
Eigenschaft aber beim Erhitzen auf 60 0 sowie | 
bei Zusatz von viel Alkohol. In Form von Ver- I 
dünnungen mit Milchzucker, Stärke oder ande- I 
ren indifferenten Stoffen (verdünntes P.), fer- j 
ner von P.-Wein und P.-Elixier wird es bei 1 
Störungen der Magentätigkeit als verdauungs- I 
förderndes Mittel angewandt. 
Peptone sind Umwandlungsprodukte von Ei 
weißkörpern (Albumin, Kasein, Fibrin) 
durch Pepsin oder Pankreatin, die neuerdings 
für diätetische Verwertung in den Handel ge 
langen. Zur Darstellung des sog. Pep ton um 
siccum wird fettfreies Rindfleisch längere Zeit 1 
bei höchstens 50° mit Wasser, Pepsin und Salz 
säure behandelt, die filtrierte Lösung mit Na 
triumkarbonat neutralisiert und im Vakuum ein 
gedampft. Es bildet weißliche bis hellgelbe, 
geruchlose Krusten oder Pulver von bitterem 
Geschmack. Die wäßrige Lösung wird durch 
Alkohol, nicht aber durch Erhitzen oder Zu 
satz von Salpetersäure gefällt. Die P. werden 
für sich oder in Form zahlreicher diätetischer 
Präparate als Nährmittel verwandt, scheinen 
aber in letzter Zeit durch die weniger bitter 
schmeckenden Albumosen verdrängt zu werden- 
Pergament (lat. Charta pergamensis, frz. Par- 
chemin, engl. Parchment) ist seiner Natur nach 
nichts anderes als die unter gewissen Vorsichts 
maßregeln getrocknete Hautblöße. Zu ihrer 
Darstellung werden die rohen Felle wie in der 
Gerberei, gewässert, in Kalkäsche gelegt, dann 
durch Schabeisen enthaart und auf dem Schabe 
baum entfleischt. Die erhaltenen Blößen kommen 
auf Rahmen, deren bewegliche Ränder eine 
faltenlose Einspannung gestatten. Das gröbere, 
für Trommelfelle bestimmte Pergament aus 
Kalbfellen und das Paukenpergament aus Esels' 
häuten wird dann nur noch einseitig geschabt, 
aber nicht geglättet. Hingegen ist bei der Her 
stellung von Schreibpergament noch ein sorg' 
fälliges Schleifen mit Bimsstein, Reiben mit 
Kalk, Glätten und Präparieren mit Leimwasser, 
Kreide, Bleiweiß und Öl erforderlich. Bei den 
geringeren Sorten, die nur mit Kreide und Leim' 
wasser und zuletzt mit Seife behandelt werden, 
läßt sich Bleistiftschrift oder -Zeichnung nur 
durch Reiben mit einem fettigen Lappen ent' 
fernen. Man stellt daher für Zeichner noch be' 
sonderes Ölpergament her, das auf Kalk' 
grund einen Überzug von Bleiweiß und Leim' 
wasser hat und darauf geölt ist. Das P. dient
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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