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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Petroleum 
den Blättern (zu 0,016—0,30/0) der Petersilie ent 
haltene Öl, die beide im Geruch verschieden 
sind, doch findet sich fast nur das erstere im 
Handel. Das gelbliche bis grünlichgelbe und in 
Alkohol leicht lösliche Öl vom spez. Gew. 1,043 
bis i,ior besteht aus einem zwischen 160 und 
170° C siedenden Kohlenwasserstoff, L.-Pinen 
und Apiol (s. d.) und Wird als Zusatz bei der 
Darstellung aromatischer Liköre benutzt. 
Petitgrainöl, ein kräftig und angenehm rie 
chendes, dünnflüssiges, ätherisches Öl von gelb 
licher Farbe, das zur Herstellung feiner Riech 
stoffe Anwendung findet, wird aus den Blättern, 
Zweigen und kleinen, noch unreifen Früchten 
der bitteren Orangenbäume durch Destilla 
tion gewonnen. Früher wurde das Öl haupt 
sächlich in Südfrankreich hergestellt, doch 
kommen jetzt auch große Mengen aus Para 
guay. Man benutzt es in der feinen Par 
fümerie. 
Petroleum (Erdöl, Erdnaphtha, lat. Oleum 
petrae, frz. Pdtrole, engl. Petroleum), einer der 
wichtigsten Gebrauchsgegenstände des alltäg 
lichen Lebens, war schon im Altertume be 
kannt, gelangte zu seiner jetzigen Bedeutung 
aber erst, seitdem im Jahre 1859 die pennsyl- 
vanischen Quellen erschlossen wurden und mit 
jedem Jahre größere Mengen zu Beleuchtungs 
und technischen Zwecken in den Handel kamen. 
Das P. ist wahrscheinlich aus den fettreichen 
Überresten untergegangener Seetiere entstan 
den, die unter ungeheurem Druck und mäßiger 
Temperatur einer langsamen Zersetzung an 
heimfielen, und findet sich demnach an den 
verschiedenste© Punkten der Erde in unterirdi 
schen Plohlräumen aufgespeichert. Den haupt 
sächlichsten Ölbezirk bildet ein schmaler, kaum 
too km langer Streifen im Westen Pennsyl- 
vaniens, doch zieht sich das Vorkommen von 
P. auch von Westkanada durch Newyork nach 
Ohio, Kentucky und südlich nach Westvirginien. 
Große Bedeutung werden voraussichtlich auch 
die mexikanischen Petroleumquellen von Tam 
pico erlangen. Neben Amerika besitzt Rußland 
die ergiebigsten Lager in der Umgebung von 
Baku am Kaspischen Meer, und weitere große 
Vorräte sind in Niederländisch-Indien, Rumä 
nien auf den moldauisch-wallachischen Kar 
pathen und in Galizien erschlossen. Asien hat 
weiter die reichen ostindischen und chinesischen 
Lager, und geringere Mengen finden sich in 
Persien, Beludschistan, Südafrika, Südaustralien 
und Neuseeland. Die kleinen deutschen Vor 
kommnisse in Hannover, bei Peine, in Bayern 
und im Elsaß waren bis zum Jahre 1900 fin 
den Massenverbrauch ohne Bedeutung. Zur 
Gewinnung des P. werden Bohrlöcher in die 
Erde getrieben, aus denen es, durch seinen 
eigenen Druck oder durch Pumpwerke ge 
hoben, in die Höhe steigt. Häufig dringt es 
auch im Gemisch mit Wasser und in Beglei 
tung großer Mengen brennbarer Gase in Gestalt 
hochspringender Fontänen hervor. Das Roh 
petroleum bildet eine dunkel, grünlich bis 
schwarz gefärbte, widerwärtig riechende Flüssig 
keit, deren spez. Gew. je nach dem Her 
kommen zwischen 0,780 und 0,960 beträgt. In 
chemischer Hinsicht ist. es ein Gemenge zahl 
reicher gasförmiger, flüssiger und fester Kohlen 
wasserstoffe, die teils wie beim amerikani 
schen P., der Methanreihe, teils wie beim 
kaukasischen P., den Naphthenen (hy 
drierten Benzolen) angehören. Wegen seines 
Gehaltes an leicht flüchtigen und leicht ent 
zündlichen Bestandteilen ist es in hohem Grade 
feuergefährlich und muß daher für eine ge 
werbliche Verwendung in verschiedene Stoffe 
zerlegt und weiter gereinigt werden. Durch das 
Verfahren der Destillation werden zunächst die 
niedrigsiedenden Bestandteile: Petroleum 
äther (Rhigolen) bei 30—6o°, Gasolin bei 
60—8o°, Petroleumbenzin bei 80—ioo°, Li 
groin bei 100—120° und künstliches Ter 
pentinöl bei 120—150° abgetrennt, die als 
Lösungsmittel für Fette, Öle und Harze und 
als Fleck- und Putzwasser ausgedehnte tech 
nische Anwendung finden. Zwischen 250 und 
300 0 geht dann das Hauptprodukt, das eigent 
liche Leuchtöl oder Brennpetroleum 
(Kerosin, Kerosen) über. Die hinterbleiben 
den Stoffe, die beim Erkalten butterartig er 
starren, werden zur Darstellung von Vaseline 
und von Schmierölen (Mineralölen) sowie 
als Brennmaterial (Masut) verwandt. Sie bil 
den den wertvollsten Teil des kaukasischen P. 
Das eigentliche Brennpetroleum, die mittlere 
Fraktion, ist vor seiner Verwendung noch einer 
sorgfältigen Reinigung zu unterziehen. Es wird 
zu diesem Zwecke zunächst mit konzentrierter 
Schwefelsäure und nach deren Entfernung mit 
Natronlauge behandelt und schließlich mit 
Wasser gewaschen. Neuere Verfahren beruhen 
außerdem auf der Verwendung von Eisenvitriol, 
Kupfervitriol, Kaliumpermanganat, Knochenkohle 
und anderen entfärbenden und geruchlos machen 
den Stoffen, während zur Entwässerung bis 
weilen ein Zusatz von Kochsalz gemacht wird. 
Das gereinigte Petroleum bildet eine farblose 
bis schwach gelbliche Flüssigkeit mit bläulicher 
Fluoreszenz und mildem Geruch. Das spez. 
Gew. beträgt bei dem amerikanischen P. etwa 
0,800, beim kaukasischen 0,825 und. beim gali- 
zischen 0,820. Es stellt einen vortrefflichen Be 
leuchtungsstoff dar, wird aber durch mangel 
hafte Reinigung und minderwertige Zusätze 
vielfach in seinem Gebrauchswerte beeinträch 
tigt. Am bedenklichsten ist die ungenügende 
Entfernung oder die absichtliche Beimischung 
niedrigsiedender Stoffe, da hierdurch die 
Feuergefährlichkeit erhöht wird. Zum Schutze 
gegen Lampenexplosionen haben die meisten 
Staaten bestimmte Vorschriften über den Ent 
flammungspunkt aufgestellt, und insbesondere 
darf in Deutschland Petroleum, das bereits 
unter 21 0 entflammbare Dämpfe entwickelt, 
nur unter besonderen Vorsichtsmaßregeln und 
unter der Bezeichnung „feuergefährlich“ ver 
kauft werden. Obwohl nach. Victor Meyef 
ein sicherer Schutz gegen Explosionen erst be 1 
einem Entflammungspunkt von 35 ° gewähr 
leistet -jurd, sind durch diese Vorschrift doch 
die gefährlichsten Erzeugnisse aus dem Handel 
verdrängt worden. Der Entflammungspunkt 
muß mit Hilfe des amtlichen Abelschen Petro- 
leumprüfers bestimmt werden. Nicht mindei 
schädlich für die Leuchtkraft, wenngleich weni 
ger gefährlich, ist der Zusatz der hochsieden 
den Stoffe, da diese den Docht verschmier« 11 
Petitgrainöl
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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