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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Petroleum 
327 
Pfeffer 
1 
und verkohlen lassen. Zu ihrem Nachweise 
bedient man sich der fraktionierten Destillation. 
Gutes P. sollte mindestens 70—80 0/0 eigent 
liches Leuchtöl, das zwischen 150 und 270 0 
;übergeht, und nicht mehr als 10—15% niedrig- 
und ebensoviel hochsiedende Stoffe enthalten. 
Tatsächlich finden sich unter den amerika- 
tiischen Sorten aber Proben mit über 35 % 
lochsiedenden Bestandteilen. Zur weiteren Prü- 
üng zieht man das spez. Gew. heran, das 
Aufschluß über die Herkunft des Petroleums 
iefert, ferner die Viskosität und den prak- 
ischen Brennversuch. Hat man eine mit neuen 
pochten und Rundbrennern versehene Lampe 
nit dem P. gefüllt und die Flamme auf größte 
Helligkeit eingestellt, so muß der Docht bei 
pitem Petroleum nach einiger Zeit herunter-, 
>ei schlechtem hingegen hinaufgeschraubt wer- 
ien. Ein Urteil über den Grad der Raffination 
jewährt schließlich die Bestimmung der Neu- 
ralität und das Schütteln mit konzentrierter 
Schwefelsäure, welche durch gutes P. keine 
Parbenveränderung erleiden darf. — Von den 
zahlreichen Sorten des P. ist das russische 
zweifellos am besten rektifiziert und raffiniert. 
Es enthält bis zu 850/0 mittlere Fraktion, neben 
10—12 o/o hochsiedenden und meist nur 50/0 
niedrigsiedenden Bestandteilen. Dementsprechend 
ist es auch außerordentlich feuersicher und be 
sitzt Entflammungspunkte über 30 0 . Ihm ähn 
lich sind die rumänischen und galizischen Sorten, 
während das amerikanische vielfach sehr man 
gelhafte Beschaffenheit besitzt. Es gibt zwar 
gewisse teure Luxussorten, wie Kristallöl, Salon 
öl, Kaiseröl mit Entflammungspunkten von 30 
bis 50 0 , aber die gewöhnliche Handelssorte, 
das sog. Reichstest-P., bewegt sich meist an 
der Grenze des gesetzlich Zulässigen und zeigt 
neben 30 bis 35 °/o hochsiedenden Stoffen oft 
nur 50—55 o/o eigentliches Leuchtöl. Der Ein 
führung der weit besseren europäischen Sorten 
stehen leider Vorurteile der Verbraucher ent 
gegen, daß russisches Petroleum in unseren 
Lampen nicht brenne, und andererseits die 
Handelsverhältnisse. Nahezu das gesamte 
Petroleumgeschäft ist in den Händen der Stan 
dard-Oil Company vereinigt, die auf Verbrau 
cher und Zwischenhändler einen ungeheuren 
Hruck ausübt. Sie setzt die Preise fest und 
zwang vor dem Weltkriege die Kleinhändler 
zur Annahme eines Vertrages, der ihnen die 
härtesten Bedingungen auferlegte. Gegen eine 
Vergütung von x / 2 Pf. für 1 1 mußten sie sich 
v erpflichten, ihren ganzen Petroleumbedarf von 
her Gesellschaft zu entnehmen und für jedes 
v °n anderer Seite bezogene Liter P. eine Kon 
ventionalstrafe von 5 Pf. (1) zu zahlen. Es hat 
*i>cht an Versuchen gefehlt, dieses Joch abzu- 
s chütteln, neben dem russischen wird in stän 
dig zunehmender Menge österreichisches Petro 
leum eingeführt, und vielleicht wird auch von 
Rumänien etwas zu erlangen sein. In den letzten 
Jahren hat übrigens auch die deutsche Erdöl 
gewinnung langsame, aber stetige Fortschritte 
verzeichnen. Während sie 1896—1900 durch 
schnittlich 29000 t im Jahre betrug, ist sie 1907 
a af 106379 t im Werte von 7,06 Mill. M. und 
*9i6 auf 142000 t gestiegen. In Barrels zu 159 1 
a üsgedrückt entfielen von der 4 Millionen im 
Jahre 1916 betragenden Welterzeugung auf die 
Vereinigten Staaten 300, Rußland 73, Mexiko 40, 
Niederländisch-Indien 13, Rumänien 10, Britisch 
indien 8, Galizien 6,5, Japan 3, Peru 2,5, Trini 
dad und Deutschland je 1 Million. 
Pettinets (Petinets) nennt man gazeartig 
gewirkte Gewebe aus Seide, feinem Leinen 
zwirn oder Baumwolle, die entweder geklöppel 
ten Spitzengrund nachahmen oder mit bereits 
eingewirkten Mustern versehen sind und auf 
besonderen Stühlen, Kettenpettinetstühlen, ge 
arbeitet werden. Glatter Pettinet als Grund zu 
genähten Spitzen und Stickereien kommt nur 
noch in Seide vor, während die aus Zwirn be 
stehende Ware jetzt auf der Bobbinetmaschine 
hergestellt wird. Auf dem Pettinetstuhl arbeitet 
man in den verschiedenartigsten Musterungen 
spitzenähnliche Tücher, Schleier, Schals, Hand 
schuhe, Hauben, Börsen u. dgl. und in England 
in großen Mengen die billigen, den Spitzen 
klöpplerinnen und Näherinnen so gefährlichen 
Maschinenspitzen. 
Pewter .sind gewisse in England gebräuch 
liche Zinnlegierungen, die nach Härte und 
Farbe in mehrere Sorten unterschieden werden 
und entweder nur Zinn und Antimon oder 
außerdem noch Wismut, Kupfer, Zink oder Blei 
enthalten. Die kupferhaltigen Legierungen mit 
2—5 °/o Kupfer gelten als die besten. 
Pfälzer Weine (Haardtweine), die in der 
Pfalz am linken Rheinufer wachsenden, ge 
wöhnlich mit zu den Rheinweinen gerechneten 
Weine, gedeihen besonders im Haardtgebirge 
am Ostabhange des Donnersbergs und in den 
zur Ebene sich absenkenden Hochgeländen. 
Sie sind meist weiß, zeichnen sich durch Fülle, 
Süßigkeit, Milde und Wohlgeschmack aus und 
haben weniger Säure als die Rheinweine. Beson 
ders gute Sorten sind: Jesuitengarten, Förster, 
Ruppertsberger,Dürkheimer,Deidesheimer,Ung- 
steiner, Wachenheimer usw. 
Pfeffer ist die Frucht des zu den Pipera 
zeen gehörenden Pfefferstrauches, Piper 
nigrum, der im Südosten Asiens heimisch ist 
und angebaut auch auf den Sundainseln, in 
Hinter- und Westindien vorkommt. Die Ranken 
tragen lederartige Blätter und unansehnliche, 
in hängenden Ähren dicht zusammensitzende 
Blüten, aus denen sich die anfangs grünen, bei 
der Reife roten Beeren entwickeln. Jede Beere 
enthält nur einen, von dünner Fruchthaut um 
schlossenen Samen. Der Strauch wird durch 
Stecklinge vermehrt, rebenartig an Bäumen ge 
zogen und trägt vom 3.—20. Jahre. Die An 
pflanzungen werden in feuchten und etwas 
hohen Gegenden angelegt, in Beete geteilt und 
mit den zur Stütze dienenden Bäumen, beson 
ders Korallenbäumen, bepflanzt. Je nach der 
Art der Gewinnung der Früchte unterscheidet 
man schwarzen und weißen P. — Der. 
schwarze P. (lat. Piper nigrum, frz. Poivre 
noir, engl. Black pepper) besteht aus den un 
reif gepflückten und schnell an der Sonne oder 
am Feuer getrockneten Früchten, die infolge 
dessen noch mit der runzeligen schwarzen oder 
schwarzbraunen Fruchtschale umgeben sind. — 
Der weiße P. (lat. Piper album, frz. Poivre 
blanc, engl. White pepper) wurde früher aus 
schließlich aus den reifen Beeren in der Weise
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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