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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

ihrer Explosibilität werden die Pikrate im deut 
schen Eisenbahnwesen überhaupt nicht, und Pi 
krinsäure nur dann befördert, wenn auf dem 
Frachtbrief von einem vereideten Chemiker be 
stätigt ist, daß sie frei von pikrinsauren Salzen ist. 
Pikrotoxin (lat. Picrotoxinum, frz. Picrotoxine, 
engl. Pikrotoxin), der nur selten medizinisch be 
nutzte Giftstoff der Kockeiskörner (s. d.), bildet 
ein feinkristallinisches, weißes, äußerst bitter 
schmeckendes Pulver oder sternförmig gruppierte 
Kristallnadeln. In kaltem Wasser ist es schwer, 
in kochendem Wasser sowie in Alkohol und in 
Äther leichter löslich. 
Pilokarpin (lat. Pilocarpinum, frz. und engl. 
Pilocarpine), ein in den Jaborandiblättern 
(s d.) enthaltenes Alkaloid, wird durch Extrak 
tion des mit Soda befeuchteten Blattpulvers mit 
Benzol und nachfolgende Reinigung mit Salz 
säure und Salpetersäure als ein farbloser Sirup 
erhalten. Es löst sich leicht in Wasser, Alkohol 
und Chloroform, schwerer in Benzol, aber nicht 
in Äther. Die Lösung ist rechtsdrehend. An 
Stelle der freien Base, die nicht kristallisierbar 
ist, wird das salzsaure P., richtiger Chlor- 
wasserstoffpilokarpin (lat. Pilocarpinum mu- 
riaticum seu hydrochloricum), als stark schweiß 
treibendes Mittel medizinisch verwandt. 
Pilze (Schwämme, lat. Fungi, Mycetes, frz. 
Champignons, engl. Mushrooms). Von den zahl 
reichen Arten der Lagerpflanzen oder Thal- 
lophyten werden verschiedene als Nahrungs 
mittel benutzt, jedoch ist ihr Nährwert bisweilen 
stark überschätzt worden. Wegen ihres großen 
Wasserreichtums von 87—94 °/o enthalten sie an 
eigentlichen Nährstoffen nur 1—5 °/o Stickstoff- 
Substanz, 0,2—0,7% Fett,'3—5% Kohlenhydrate 
und i°/o Asche, und überdies besteht die Stick 
stoffsubstanz nicht , aus reinem Eiweiß, sondern 
zum großen Teil aus Säureamiden und Amido- 
säuren, welche für die Ernährung nur beschränk 
ten Wert haben. Ist somit auch ohne weiteres 
klar, daß die Pilze die überschwengliche Bezeich 
nung „das Fleisch im Waide“ nicht verdienen, 
so bilden sie doch als Gemüse und Genußmittel 
eine nicht unwichtige Handelsware. Bei ihrem 
Einkauf ist zu berücksichtigen, daß mehrere 
stark giftige P. den gebräuchlichsten eßbaren 
sehr ähneln, so der Knollenblätterschwamm 
dem Champignon, der Satanspilz dem 
Steinpilz, die Lorchel der Morchel. Nähere 
Angaben hierüber finden sich in den besonderen 
Besprechungen. Außer den genannten finden 
noch Pfifferlinge und Trüffeln vielfache Ver 
wendung. Die P. kommen sowohl in Dosen ein 
gekocht, wie in getrocknetem Zustande in den 
Handel und sind dann meist mit genügender 
Sorgfalt ausgesucht und einwandfrei. Unter den 
getrockneten sollen allerdings bisweilen Verfäl 
schungen durch geringwertigere Sorten und 
Wasserrosenstengel beobachtet worden sein. 
Piment (Neugewürz, Nelkenpfeffer, Ja 
maikapfeffer, Neue Würze, Englisch 
gewürz, lat. Fructus amomi, frz. Piment, engl. 
Allspice, Clove pepper, Pimento) nennt man die 
unreif geernteten Früchte des Pimentbaumes 
oder der Nelkenpfeffermyrte, Pimenta of- 
ficinalis, Myrtus pimenta L., einer in Süd 
amerika und Westindien heimischen Myrtazee, 
die in ein- bis dreifächerigen Beeren kugelför 
mige Samen enthält. Die noch grün gepflückten, 
erbsengroßen Beeren werden an der Sonne ge 
trocknet und zeigen dann eine braune, feinwarzige 
Oberfläche. Sie enthalten außer ätherischem 
Öle Harz, Gerbstoff, Fett, Gummi, Zucker, Äpfel- 
und Gallussäure. Das Pulver unterliegt denselben 
Verfälschungen wie der Pfeffer. An Stelle der 
ganzen Körner werden bisweilen minderwertige 
Früchte verwandter Arten, mexikanischer oder 
spanischer Piment von Eugenia Tabasco, 
und Kron-P. von Pimenta acris unterschoben. 
Eine künstliche Färbung durch Eisenoxyd muß 
gekennzeichnet werden. P. ist ein beliebtes Kü 
chengewürz. 
Pimentöl (Nelkenpfefferöl, lat. Oleum 
amomi, frz. Essence de piment, engl. Oil of pi 
mento), das aus dem Piment durch Destillation 
mit Wasserdampf gewonnene ätherische Öl, bildet 
eine gelbe bis bräunliche, dickliche Flüssigkeit 
vom spez. Gew: 1,024—1,055 und stark ge- 
würzigem Geruch, Es besteht hauptsächlich aus 
Eugenol (s. d.) und wird bei der Herstellung 
aromatischer und bitterer Liköre verwandt. Die 
Ausbeute beträgt 3—4,5 °/o. 
Pimpinellwurzel (Biberneilwurzel, lat. Ra 
dix pimpinellae, frz. Racine de saxifrage, engl. 
Pimpernell root) stammt von den beiden bei 
uns häufig wild wachsenden Umbelliferen 
Pimpinella magna, der großen, und Pimpi- 
nella saxifraga, der gemeinen Biberneil. 
Die erstere wächst häufig auf Wiesen, unter Ge 
büsch, an Rändern und lichten Stellen der Wäl 
der, die andere auf trockenem, sandigem Boden, 
Triften, Hügeln und Wegrändern. Die Wurzeln 
sind im Frühjahr von älteren Pflanzen zu graben 
und enthalten Pimpinellin und ätherisches 
Öl. Der Geruch ist stark, widerlich gewürzhaft, 
der Geschmack scharf und brennend. P. wird 
in Form von Tinktur und Extrakt gegen Heiser 
keit, Husten und Magenkatarrh angewandt, zum 
Hausgebrauch auch wohl mit Branntwein an 
gesetzt. 
Pinchbeck, eine der zahlreichen goldähnlichen 
Kupfer-Zink-Legieruhgen, ist dem Tombak ähn 
lich zusammengesetzt. 
Pingo-Pingowurzel (Pinco-Pinco), die Wur 
zel von Ephedra andina, bildet ziemlich lange, 
etwas hin und her gebogene Stücke von etwa 
5 mm- Durchmesser. Die Rinde ist hellbraun 
und blättrig, das Innere zeigt auf dem Quer 
schnitte eine zierliche, aus braunen und gelben 
Strahlen bestehende Zeichnung, der Geschmack 
ist schwach bitter. Die aus Peru und Chile ein 
geführte Wurzel soll als Heilmittel gegen Stein- 
und Harnbeschwerden Anwendung finden. 
Piniolen (Pineolen, Pignolen) sind die Pi 
niennüsse, richtiger -kerne aus den Zapfen 
der Pinie (Pinus Pinea), eines schönen, nur 
im Süden Europas, Italien, Spanien, Südfrank 
reich, gedeihenden Nadelbaums mit schirmför 
miger Krone. Die doppelt faustgroßen, eiförmi 
gen, aufrechtstehenden und nicht unter zwei 
Jahren reifenden Zapfen bergen am Grunde 
ihrer Schuppen je zwei Samen, die im Verhältnis 
zur Frucht auch größer und inhaltreicher sind, 
als die in unseren Nadelholzzapfen. Sie sind 
etwa 1 cm lang, schmal und etwas gekrümmt, an 
beiden Enden zugerundet und enthalten unter 
der rotbraunen Oberhaut einen milchweißen,
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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