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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Aprikosenkemöl 
29 
Arbutin 
Untersuchung, sowie gewisser Reaktionen des 
fetten Öls. A. werden von Italien und Klein 
asien aus, teils mit, teils ohne Schalen versandt, 
von Damaskus allein jährlich 40—50000 Säcke, 
-und kommen auch als Abfallprodukt der deut 
schen Marmeladefabriken in den Handel. 
Aprikosenkernöl, das durch Pressen aus den 
Samen der Aprikosen gewonnene fette Öl von 
hellgelber Farbe und dem spez. Gew. 0,921, 
steht in chemischer Hinsicht dem Mandelöl (s. 
d.) sehr nahe, von welchem es sich nur durch 
den niedrigeren Erstarrungspunkt und mehrere 
Farbenreaktionen unterscheidet, und wird da 
her zur Verfälschung des letzteren benutzt. In 
Ostindien soll es unter dem Namen Chooli- 
ki-tel und Badani-Kohel als Speise-, ßrenn- 
und Haaröl benutzt werden. 
Aplä (Maloo), der Bast mehrerer ostindischer 
Bäume der Gattung Bauhinia, namentlich B. 
racemosa, B. purpurea, B. scandens, B. 
parviflora, läßt sich in grobe, mehrere Zenti 
meter lange Fasern zerreißen und wird seit 
langer Zeit zur Herstellung von Seilen, Tauen, 
Fischernetzen und größeren Geweben benutzt. 
Die tiefroten Bauhiniafasern zeichnen sich 
durch ihre außerordentliche Festigkeit und Wider 
standskraft gegen Wasser aus und sind gleich 
zeitig sehr biegsam. 
Aqua amygdalarum amararum (Bitterman 
delwasser, frz. Eau d’amandes amöres, engl. 
Bitter almonds water), eine wäßrig spirituöse Lö 
sung von Blausäure und Bittermandelöl, welche 
durch Destillation der vom fetten Öl befreiten 
bitteren Mandeln im Wasserdampfstrome ge 
wonnen wird und als Mittel gegen Hustenreiz, 
Asthma usw. ausgezeichnete Dienste leistet. 
Aracacha (Arakatscha, Apios) nennt man 
die rübenartigen Wurzelknollen der Umbellifere 
Aracacha esculenta, welche im nördlichen 
Teile Südamerikas angebaut werden und dort 
einen nicht unbedeutenden Handelsartikel bil 
den. Die Knolle wird wie Kartoffeln genossen 
und zur Darstellung des Stärkemehls benutzt. 
Aräometer (Senkwagen, frz. Areometrcs, 
en gl. Areometers) sind Instrumente, mit denen 
man die Dichte oder das spezifische Gewicht von 
Flüssigkeiten ermitteln kann. Sie beruhen auf 
dem Prinzip, daß ein schwimmender Körper in 
eine Flüssigkeit so tief einsinkt, bis die von ihm, 
v erdrängte Flüssigkeitsmenge gerade so viel 
wiegt, wie er selbst. In einer leichteren Flüssig 
keit muß daher ein schwimmender Körper tiefer 
emsinken, als in einer dichteren. Man unter 
scheidet Gewichtsaräome’ter und Volumen- 
c>der Skalenaräometer, von denen letztere 
für die Praxis allein in Betracht kommen. Sie 
bestehen aus oben und unten zugeschmolzencn 
daszylindern, die am unteren Ende mit einer 
vuecksilber enthaltenden Kugel versehen sind. 
Ie Gradeinteilung zeigt entweder direkt das 
spezifische Gewicht an, oder besteht aus einer 
willkürlichen Skala (nach Baumd, Cartier, Beck). 
ei den besseren A. ist zugleich ein Thermo- 
H'cter mit eingeschmolzen. Für die verschiedenen 
Wecke der Praxis sind besondere A., soÄther- 
^agen, Spirituswagen oder Alkohole- 
eter (s. d.), Mostwagen, Milchwagen, 
ätcharometer oder Würzewagen kpnstru- 
er t worden. Fabrikmäßig werden die A. in 
dem Thüringer Walde, z. B. in Stützerbach, Mane 
bach, Mellenbach sowie in Berlin gefertigt. 
Aranzini nennt man in Italien die kleinen bit 
teren, unreifen Pomeranzen, welche unzerschnit- 
ten in Zucker eingemacht und in Schachteln 
versandt werden. Die gleiche Bezeichnung füh 
ren in kleine Scheibchen geschnittene und in 
Zucker eingelegte Apfelsinenschalen, die als eine 
Art Konfekt in den Handel kommen. Daß es 
bei ihrer Herstellung nicht immer ganz appetit 
lich zugeht, lehrt das Urteil des Obersten Öster 
reichischen Gerichtshofes vom 2. März 1909, wel 
ches wegen Verwendung der auf der Straße 
aufgelesenen Orangenschalen Verurteilung aus 
sprach. 
Arariba (lat. Cortex araribae, frz. Ecorce 
d’araribe, engl. Arariba-bark) ist die rote Rinde 
von Arariba rubra, einem in Brasilien heimi 
schen, zu den Zinchoneen gehörigen Baume, 
welche medizinische Anwendung findet. Das 
Holz des gleichen Baumes, Araribaholz oder 
Irisbe rosa, welches anfangs gelblich erscheint, 
an der Luft aber allmählich feuerrot wird, be 
nutzt man in der Kunsttischlerei. 
Araroba (Arraroba, Bahia-Pulver, Goa- 
Pulver, Poudre de Goa, Chrysarobinum 
crudum), ein in den Drogenhandel eingeführ 
tes Mittel gegen Hautflechten, besteht aus dem 
pulverförmigen Sekrete eines in den brasiliani 
schen Provinzen Bahia und Sergipe heimischen 
und dort Angelina amargosa (Andira 
araroba Ap.) genannten Baumes, Zu seiner 
Gewinnung fällt man die älteren Stämme, deren 
gelbes und sehr poröses Holz von zahlreichen 
Längsfurchen durchsetzt ist, und kratzt das 
darin befindliche gelbe Pulver, welches an der 
Luft bald braun wird, heraus. Es ist durch 
Oxydation aus dem Harze der Bäume entstan 
den und besteht zu 60—80 0/0 aus Chrysarobin 
(s. d.), während der Rest auf Glykose, Arabin, 
Bitterstoff, Harz, Zellulose und Mineralbestand- 
teile entfällt. Infolge der Gewinnungsweise ist 
die Araroba meist durch Pflanzen- und Mineral 
stoffe verunreinigt, zu deren Entfernung sie zu 
nächst gesiebt und dann mit heißem Benzol aus 
gezogen wird. Bei der Verarbeitung ist aber 
wegen der heftigen Einwirkung auf die Schleim 
häute der Augen sowie der Mund- und Nasen 
höhle, Vorsicht geboten. A. wird nur äußerlich in 
Form von Collodium chrysarobinatum oder von 
Salben gegen Hautkrankheiten verordnet. — 
Neben der vorstehenden echten A. kommt auch 
das Rindenpulver des gleichen Baumes in den 
Handel, welches jedoch eine weit geringere 
Wirksamkeit zeigt. 
Arbulin (lat. Arbütinura, frz. Arbutine, engl. 
Arbutin), ein in den Blättern der Bärentraube, 
Arbutus uva ursi, enthaltenes Glykosid, bildet 
geruchlose, feine weiße Kristallnadeln, die be; 
167—168 0 C schmelzen und sich bei höherer 
Temperatur zersetzen. Es löst sich in 8 Teilen 
kaltem oder 1 Teil siedendem Wasser sowie in 
Alkohol. Die wäßrige Lösung wird durch eine 
geringe Menge Eisenchlorid blau, durch eine 
größere grün. Beim Erhitzen mit verdünnter 
Schwefelsäure und Braunstein tritt der durch 
dringende Geruch nach Chinon auf. Das A. wird 
gegen Blasen- und Nierenkrankheiten verordnet.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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