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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
P
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Puder 
351 
Putschuk 
nannten Bestandteile wirklich enthalten und nicht 
nur künstlich gefärbt oder aromatisiert sein. 
Puder (frz. Poudre, engl. Powder) sind kos 
metische Pulvermischungen, welche dazu die 
nen, übermäßige Fettigkeit oder Feuchtigkeit 
der Haut aufzusaugen und der Haut eine zarte 
Färbung zu verleihen. Als Grundstoffe finden 
meist feines Stärkemehl, Talkum, Magnesium 
karbonat, bei Streupulvern auch Lykopodium 
Anwendung. Kosmetische Puder werden vielfach 
mit Veilchenwurzel oder anderen Riechstoffen 
Parfümiert und, je nach Wunsch, gefärbt, doch 
dürfen hierzu nur giftfreie Farben, z. B. Karmin, 
Karthamin, Zinkweiß, verwandt werden. Andere 
zu Heilzwecken bestimmte P. erhalten Zusätze 
von medizinischen Stoffen oder, wie Fußstreu- 
Pulver, zur Beseitigung übler Gerüche, von 
antiseptischen Mitteln (Borsäure, Salizylsäure). 
Die berühmtesten P. wurden früher in Frank 
reich und England hergestellt, sind aber jetzt 
von den deutschen Erzeugnissen völlig erreicht. 
Pulsatillenkraut (lat. Herba pulsatillae, frz. 
Herbe de pulsatille, engl. Wind flowers) wird im 
Mai zur Blütezeit von zwei verwandten Ra- 
nunkulazeen: Anemone pulsatilla und Ane 
mone pratensis, gesammelt, die m Europa und 
Asien weit verbreitet Vorkommen. Die erstere, 
die gemeine Küchenschelle hat einzelne auf 
rechtstehende, an der Außenseite stark seiden- 
haarige Blüten von hellvioletter Farbe. Die Blü 
ten der anderen, der Wiesenanemone, sind weit 
größer, überhängend und schwarzviolett gefärbt. 
Das frische Kraut enthält als wirksamen Bestand 
teil das brennend scharfe Anemonin (Ane 
monen- oder Pulsatillenkampfer), C 15 PI 12 0 6 , das 
sich beim Trocknen zersetzt, und wird daher 
Ausschließlich zur Bereitung von Extrakt und 
Finktur benutzt. Das trockene Kraut ist geruch 
los und fast ohne scharfen Geschmack und muß 
vorsichtig, nicht zu länge, aufbewahrt werden. 
Pulver wie Auszüge finden beschränkte Anwen 
dung gegen Asthma, Keuchhusten, Kopfschmer 
zen und Star. 
Pulufaser (Pulu), die braune Haarbekleidung 
der Stämme und Blattstielbasen mehrerer tro 
pischer Baumfarne, namentlich der Gattung 
Zibotium, die von den Sandwichinseln und 
Sumatra zu uns kommt, wurde früher als Polster 
material empfohlen, hat sich aber wegen ihrer 
Brüchigkeit nicht bewährt. 
Pumpernickel, ein aus dem ganzen Korn her- 
Sestelltes dunkelbraunes bis schwarzbraunes Brot, 
das in Nordivestdeutschland, besonders bei Mün 
ster und Osnabrück, das allgemeine Nahrungs- 
orot bildet, wird aus geschrotenem, nicht ge 
deuteltem reinen Roggen durch einen langen, 
*6—20 Stunden dauernden Gärungsprozeß mit 
Sauerteig und 16—zästündige Einwirkung der 
Dfenhitze bereitet. Die großen, bis zu 30 kg 
schweren Brote haben einen kräftigen aroma 
tischen Geruch und Geschmack, werden aber 
tde alle Vollkornbrote wegen des hohen Roh- 
tasergehaltes (1,50—2,000/0) nur unvollständig aus- 
Senutzt. Der Wassergehalt beträgt etwa 42 0/0, 
der Gehalt an Stickstoffsubstanz gegen 70/0. Die 
ms Delikatesse in runden oder viereckigen Blech 
dosen versandten P., die meist schon in Scheiben 
beschnitten sind, werden ebenfalls aus dem ganzen 
Korn, aber unter geringerer Säuerung und 
mit Zusatz von Zucker hergestellt. 
Punschessenzen ■ (P.-Extrakte) sind zur 
schnellen und bequemen Bereitung von Punsch 
bestimmte Flüssigkeiten, die aus weißem, mit 
Wasser gekochten Zucker und Rum, Arrak oder 
Rotwein, oft auch mit Zusätzen von Fruchtsäften, 
Wein- oder Zitronensäure, Alkohol und Gewürzen 
hergestellt werden. Die Bezeichnung muß ihrer 
Zusammensetzung entsprechen, der Alkoholgehalt 
ist so zu bemessen, daß der nach Vorschrift ver 
dünnte trinkfertige Punsch noch io—12% Al 
kohol enthält. Als Rotweinpunsch bezeichnete 
Erzeugnisse dürfen die im Weingesetze verbote 
nen Stoffe (Stärkesirup, Farbstoff, Salizylsäure) 
nicht enthalten. — Punschpulver sind gering 
wertige Erzeugnisse der Kriegsindustrie, die meist 
aus gefärbten, schwach aromatisierten Gemischen 
von Zucker und etwas Weinsäure bestehen. — 
Punschwürfel (Grog-W.), durch Zusatz von 
Gelatine in feste Form gebrachte Mischungen 
von Zucker, Essenzen, Farbe und etwas Alkohol. 
Wegen des meist viel zu geringen Alkoholgehaltes 
sind sie von den Gerichten durchweg als ver 
fälscht oder nachgemacht beurteilt worden. 
Purgatin, ein neueres Abführmittel, besteht 
aus Trioxydiazetylanthrachinon. 
Purree (Piuri, Indischgelb, Jaune Indien, 
Indian yellow) ist der Handelsname einer aus 
Ostindien eingeführten weichen und leicht zer 
drückbaren Masse von außen dunkelbrauner, 
innen tief orangegelber Farbe und eigentüm 
lichem tierischen, an Bibergeil erinnerndenGeruch, 
über deren Ursprung noch nicht völlige Klarheit 
herrscht. Während die meisten Fachleute an 
nehmen, daß die Ware aus dem Harn mit 
Mangoblättern gefütterter Kühe hergestellt wird, 
betrachten andere sie wegen der Abwesenheit 
von Stickstoff als einen mit Magnesia eingedick 
ten Baumsaft. Als färbender Bestandteil ist 
eine gelbe Pflanzensäure, die Euxanthinsäure, 
CjgHigOi!, in Form des Magnesiumsalzes vor 
handen. Die Farbe wird in der feinen Öl 
malerei benutzt, ist aber durch die Teerfarbstoffe 
nahezu verdrängt worden. 
Puro, ein Nährpräparat (Fleischsaft ?), sollte 
nach Angabe des Erfinders, Dr. Scholl, durch 
Ausziehen von fettfreiem Fleisch unter hohem 
Druck und Eindampfen des mit Suppenkräutern 
versetzten Extraktes bis zum Sirup dargestellt 
werden. Es enthält neben den Fleischbasen auch 
erhebliche Mengen löslicher Stickstoffsubstanzen 
in Form von Albumosen und wurde von zahl 
reichen Ärzten empfohlen. Durch eingehende 
Untersuchungen von Prof. Gruber ist nachgewie 
sen worden, daß die Angaben des Herstellers 
auf Unwahrheit beruhen-, P. enthält kein Fleisch 
eiweiß, sondern besteht im wesentlichen aus 
einem Gemisch von Eieralbumin mit Fleisch 
extrakt. 
Putschuk (Costus), die Wurzel einer distel- 
artigen Pflanze, Auklandia Costus. die auf 
den Gebirgen um Kaschmir wächst, wird im 
September oder Oktober, wenn die Pflanze zu 
welken anfängt, ausgegraben, in Stücke zer 
schnitten und ohne weitere Zubereitung zur Aus 
fuhr gebracht. Von demPendschab aus geht der 
größte Teil nach Bombay sowie nach Hindostan 
und China. Die Chinesen verbrennen die Wurzel
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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