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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
R
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Rhodium 
366 
Rindertalg 
starker Fluoreszenz, tannierte Baumwolle violett 
rot ohne Fluoreszenz, geölte Baumwolle ebenso, 
aber mit Fluoreszenz. — Durch Einwirkung von 
Alkoholen und Säuren können aus den Rh. Ester 
gebildet werden, die auch die Bezeichnung Ani- 
soline führen und sich von den eigentlichen Rh. 
durch einen blaueren Ton, erhöhte Affinität zur 
Faser und stärkere Basizität unterscheiden. — 
Rhodamin 6G ist z. B. der Äthylester. 
Rhodium, eines der Platinmetalle (s. Platin), 
vom spez. Gew. 12,100 und dem Atomgewicht 
Rh. = 103, das sich nur durch umständliches 
Verfahren als dichtes Metall darstellen läßt, 
ähnelt in der Farbe dem Aluminium und ist in 
reinem Zustande weich, geschmeidig und dehnbar 
wie Silber, in unreinem Zustande hingegen hart 
und spröde. Es schmilzt schwerer als Platin, aber 
leichter als Iridium und ist in Königswasser un 
löslich, Die technische Verwendung‘beschränkt 
sich auf die Herstellung widerstandsfähiger Platin 
legierungen für Pyrometer, harte Spitzen für 
Goldfedern und einiger Stahlsorten. 
Rizinusöl (Wunderbaumöl, Kastoröl, lat. 
Oleum ricini, Oleum palmae christi, frz. Huile 
de ricin, engl. Castor oil) wird aus den Samen 
der Rizinuspflanze, Ricinus communis, ge 
wonnen und gehört zu den fetten Ölen. Der 
Rizinus- oder Wunderbaum ist ein ursprünglich 
ostindisches, jetzt aber über viele Länder durch 
Verpflanzung verbreitetes Gewächs aus der Fa 
milie der Wolfsmilcharten, das in wärmeren 
Ländern Strauch- und baumartig wächst und 
7—10 m Höhe erreicht, bei uns aber nur als 
2—2 1 / 2 m hohe Blattpflanze in Gärten und An 
lagen gezogen wird. Seine großen, bandför 
migen, 7—lospaltigen Blätter sitzen schildartig 
auf langen Stielen. Die Blüten stehen in großen 
Trauben und liefern stachlige, aufspringende 
Samenkapseln. Die unter dem Namen große 
Purgierkörner oder Purgiernüsse (lat.Semen 
ricini,Semen cataputiae majoris,frz.Semence de ri 
cin, engl. Castorseeds) bekannten Samen haben eine 
elliptische, zusammengedrückte, auf der einen Seite 
stumpfkantige, auf der anderen gewölbte Gestalt 
und eine glatte, glänzende, rotbraun getüpfelte 
Oberfläche. In der harten, dünnen und leicht 
zerbrechlichen Samenschale liegt ein gelblich- 
weißer. ölhaltiger Kern, der anfangs mandel 
artig mild, hinterher etwas kratzig' schmeckt. 
Die frühere Verwendung der Samen als Ab 
führmittel ist wegen ihres Gehaltes an dem sehr 
giftigen Rizin jetzt ganz durch diejenige des Öles 
verdrängt worden. Das R. wurde früher durch 
Auskochen der zerquetschten Samen mit Wasser 
gewonnen, während man jetzt die enthülsten 
Kerne kalt auspreßt und so 40—50 o/ 0 öl erhält. 
Durch heißes Nachpressen gewinnt man noch 
weitere 7 °/o Öl, die jedoch, ebenso wie das mit 
Schwefelkohlenstoff extrahierte Öl nicht medizi 
nisch, sondern nur technisch benutzt werden. 
Zur Entfernung der letzten Rizinspuren kocht 
man es einige Zeit mit Wasser, wobei die frem 
den Bestandteile zu Boden sinken, Während 
das Öl selbst sich klärt, hellfarbiger und milder 
wird. Von den verschiedenen Handelssorten 
werden die kalt gepreßten italienischen und 
französischen Öle den warm gepreßten und daher 
gelblichen amerikanischen und ostindischen vor 
gezogen. Das R. ist im reinen Zustande hell 
und farblos oder nur schwach gelblich und ohne 
Geruch und Geschmack. Es ist dickflüssiger als 
andere fette Öle und hat ein spez. Gew. von 0,960. 
In der Kälte scheidet es festes Fett (Rizinus 
stearinsäure) aus und erstarrt vollständig bei 
—17 0 . R. besteht im wesentlichen aus Ri- 
zinol- und Rizinisolsäureglyzeriden, ent 
hält aber kein Olein. Zur Prüfung auf fremde Öle 
vermischt man das R. mit dem vierfachen Volum 
Vaselmöl, worin es zum Unterschiede von allen 
anderen fetten Ölen unlöslich ist. Auch gibt es 
mit go 0 /oigem Alkohol eine klare Lösung. Außer 
dem zieht man das hohe spez. Gew. und die 
Löslichkeit in Eisessig heran. Außer zu medi 
zinischen Zwecken als gelinde wirkendes Abführ 
mittel findet es auch technische Verwendung, 
hauptsächlich zur Herstellung des Türkischrot 
öls und von Schmiermitteln, sowie von Seife, 
bildet ferner einen gewöhnlichen Bestandteil der 
käuflichen Lederöle und ist auch für sich allein 
ein vorzügliches Konservierungsmittel für Schuh- 
und anderes Lederwerk. Zur Verpackung dienen 
viereckige Blechdosen (Kanister) von 20 kg In 
halt, deren je vier in eine Kiste eingesetzt sind. 
Das technische, gelbe Öl kommt in Fässern zürn 
Verkauf. 
Riechsalz, englisches, besteht aus kohlen 
saurem Ammonium, das mit ätherischen Ölen 
parfümiert ist. 
Rindertalg (lat. Sebum bovinum, frz. Suif de 
boeuf, engl. Suet of beef) ist das aus fettreichen 
Teilen von Rindern aüsgeschmolzene Fett. Zu 
seiner Gewinnung benutzt man hauptsächlich 
das Gekröse- (Mickerfett), Netz-, Nieren-, Herz-, 
Mittelfell-, Sack-, Eingeweidefett, seltener andere 
fettreiche Körperteile. Der aus frischen, aus 
gewählt guten Teilen, bei nicht zu hoher Tempe 
ratur ausgeschmolzene und sorgfältig gereinigt® 
R.wird alsFeintalg (Premier jus) bezeichnet- 
R. ist entweder fast weiß, grauweiß oder schwach 
gelblich, bei bestimmter Fütterung (Weidemast) 
auch wohl stark gelb, von schwachem, eigen' 
artigem, Geruch und Geschmack und fester Kon 
sistenz. Die größte Härte zeigt das Eingeweide- 
fett, die niedrigste das Sackfett. Seiner chemi 
schen Zusammensetzung nach, die nach den 
Körperteilen wechselt, besteht es aus den GlY" 
zeriden der Palmitin-, Stearin- und Ölsäure und 
zeigt folgende analytische Kennziffern: Schmelz 
punkt nach Polenske 43—51 °, Erstarrungspunkt 
nach Polenske 30—38°, Differenzzahl 13—15> 
Brechungsindex (bei 40°) 1,4566—1,4583, R e " 
fraktion 46:—48,5, Jodzahl 32—46, Verseifung 3 ' 
zahl 193—198, Reichert - Meißl - Zahl o,i—0,6, 
Schmelzpunkt der Fettsäuren 41—47°, Erstar 
rungspunkt der Fettsäuren 39—47°, Jodzahl der 
ungesättigten flüssigen Fettsäuren 89—92,4. D er 
R. findet ausgedehnte technische Verwendung 
(s. Talg), die besten Sorten (von geschlach 
teten Tieren) bilden ein wertvolles Speisefett 
und den Rohstoff der Margarinefabrikation, (s.d-)- 
Der zu letzterem Zwecke aus Feintalg durch 
Auspressen bei mäßiger Temperatur gewonnen® 
niedriger schmelzende Anteil, das Oleomarg 3 ' 
rin, ist reicher an Ölsäure und hat infolgedessen 
einen niedrigeren Schmelzpunkt (28—40°) und 
Erstarrungspunkt (17—27°), sowie eine hoher® 
Jodzahl (42—53°), der hinterbleibende Rückstand, 
der sog. Preßtalg (Rinderstearin,) besteht
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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