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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
R
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Rosenholz 
369 
Rosenöl 
„ Heren dabei ihre rote Farbe nicht, sondern be 
halten sie, vor Luft und, Licht geschützt, sehr 
lange. Diese Blüten besitzen .nur schwachen 
Geruch und dienen weniger zu Parfümerie 
zwecken, als, ihrer Farbe wegen, hauptsächlich 
zur Herstellung von Räucherpulvem, Morsellen 
u.dgl. Außerdem werden, sie zur Herstellung 
des Rosenhonigs verwandt und im Hand 
verkauf als schleimhaltiges; zusammenziehendes 
Mittel, z. B. gegen Durchfälle, abgegeben. Für 
letzteren Zweck dienen sie meist als Aufguß 
oder in Form von Pulver. Schließlich bereitet 
man aus frischen Blättern eine Rosenkon 
serve, indem man sie fein stampft und mit 
Zucker und Rosenwasser als Zusatz zu Pillen 
masse mischt. Die roten R. kommen am schön 
sten aus den Vierlanden bei Hamburg, in fast 
der gleichen Güte aus Holland. — Der Rosen 
honig (lat. Mel rosatum, frz, Mellite de rose 
rouge, engl. Honey of rose) wird bereitet, indem 
man die R. durch siedendes Wasser auszj^ht und 
den abgeseihten Saft mit Zusatz von gereinigtem 
Honig zur Sirupsdicke einkocht. R. wird gegen 
Durchfall und als beliebtes Mittel gegen die 
sogenannten Schwämmchen der kleinen Kinder 
benutzt, im letzteren Falle aber meist noch mit 
etwas Borax versetzt. — Zu Rosenessig (lat. 
Acetum rosae, frz. Vinaigre de rose, engl. Vi- 
negar of rose) werden die Blätter mit feinem 
Essig angesetzt und durch längeres Stehenlassen 
extrahiert. — Das wichtigste Erzeugnis aus R. ist 
das Rosenwasser (lat. Aqua rosarum, frz. Eau 
distillde de roses, engl.Rose-water), das inFabriken 
ätherischer Öle durch Destillation frischer, trok- 
kener oder gesalzener Blätter mit Wasser dar 
gestellt oder auch bei der Rosenölgewinnung als 
N ebenprodukt erhalten wird. Es findet Anwendung 
als Augenwasser, ferner zu kosmetischen Mitteln 
Und zum Parfümieren von Konditoreiwaren. Sein 
Geruch stammt von dem ätherischen Öl (s. Rosen 
öl), das sich aber bei der gewöhnlichen Destilla- 
donsweise nicht abscheidet, sondern im Wasser 
gelöst bleibt. Besonders in Südfrankreich, in 
den so viele Parfümerien erzeugenden Distrikten 
von Grasse, Cannes und Nizza, werden bedeu 
tende Mengen Rosen angebaut. Man rechnet 
fuf einen Acker etwa 10000 Rosenstöcke, die 
’m Jahre durchschnittlich 2500 kg Blütenblätter 
geben. Die französischen Rosen sind viel duft- 
Und ölreicher, aber das bei der Destillation sich 
ubscheidende Öl bildet auch hier nur eine sehr 
geringe Menge. Die wichtigsten Erzeugnisse 
dieser Gegend sind Rosenwasser, fettes und 
ätherisches Rosenöl (s. d.), Rosenpomade 
Und das aus letzterer durch Behandlung mit 
deinem Sprit gewonnene, äußerst wohlriechende 
^xtrait de Rose. — Abgesehen von dem 
Eosenwasser und den übrigen Präparaten ist 
a uch der Handel mit frischen Rosenblüten 
durch die neugeschaffenen Verkehrswege zwi 
schen Frankreich und Italien einerseits und dem 
nördlichen Europa anderseits recht bedeutend 
geworden. Täglich kommen zahlreiche Sendun- 
Sen mit den verschiedenen Alpenbahnen nach 
Heutschland und finden hier, namentlich in den 
Wintermonaten, schnell Absatz. 
Rosenholz (lat. Lignum rhodii, frz. Bois de 
*°se, engl. Rose wood). Unter diesem Namen 
Baden sich verschiedene Hölzer im Handel, die 
^tercks Warenlexikon. 
entweder einen entfernt rosenähnlichen Geruch 
besitzen oder sich durch eine schön rosenrote bis 
purpurrote Färbung auszeichnen. , Die ersteren 
dienen zu Parfümeriezwecken, die letzteren in 
Form von Furnieren zu eingelegten Arbeiten 
in der Kunsttischlerei. Das Möbelrosenholz wird 
besonders in England als das schönste und 
teuerste Luxusholz verarbeitet. Es erscheint meist 
in starken Blöcken, die von großen Bäumen 
aus Brasilien sowohl, als auch aus Siam und 
anderen Bezugsquellen herrühren. Das beste R. 
aus Bahia in Brasilien, angeblich von Physo- 
calymna floribundum (Pohl), hat auf purpur 
rotem Grunde dunklere Marmorierung oder Ma 
serung. Je reicher die Zeichnung, je tiefer die 
Färbung und je stärker die Unterschiede der 
Farbentöne, um so teurer wird das Holz bezahlt. 
Ferner liefern Cordia Gerascanthus und Cor- 
dia sebestina in Westindien R. für die Kunst 
tischlerei. — Das Parfümerieholz besteht aus 
den knolligen, schweren Wurzeln zweier auf den 
Kanarischen Inseln wachsender Windenarten, 
Convolvulus scoparius und Convolvulus 
floribundus. Es riecht beim Reiben und Ras 
peln angenehm rosenarfig und hat einen bitter 
harzigen Geschmack. Man verwendet das ge 
raspelte Holz zum Füllen von Riechkissen, be 
reitet daraus durch. Mazerieren mit Weingeist 
eine Rosenholztinktur und destilliert daraus 
das angenehm rosenartig riechende ätherische 
Rosenholzöl (lat. Oleum ligni rhodii, frz. 
Essence de bois de rose, engl. Rose-wood oil), 
das zu Parfümerien gebraucht wird. — Das 
kanarische R., die echte Sorte, kommt in 
Stücken von 2V2—9 cm Durchmesser, welche 
außen grau, innen schön braungelb oder röt 
lich geadert sind, in den Handel. Der ihm auch 
beigelegte Name Rhodiserholz gehört eigent 
lich einer anderen Wurzel, die von einer im 
Orient (Zypern, Rhodus) wachsenden Ginster 
art herrühren soll. 
Rosenöl (lat. Oleum rosarum, frz. Essence de 
rose, engl, Oil of roses) war früher nur in wär 
meren Ländern mit Vorteil zu gewinnen, während 
die bei uns gezogenen Rosen infolge ihrer Öl 
armut meist nur wohlriechendes Wasser gaben. 
Seit etwa 1888 hat aber Schimmel in Miltitz 
bei Leipzig mit Erfolg .die. Herstellung auf 
genommen und ein öl von ausgezeichneter Be 
schaffenheit in den Handel gebracht. Das meiste 
R. kommt aus Bulgarien, kleine Mengen, die 
aber für den Handel ohne Bedeutung sind, 
werden auch in Kleinasien (Anatolien), Spanien 
und am Kaukasus hergestellt. In Ostindien 
ist Ghazipur in der Präsidentschaft Agra der 
Hauptsitz der Rosenzucht und Ölbereitqng,; und 
von der dort üblichen Bezeichnung Attar oder 
Atar dürfte sich die in England vielfach ge 
bräuchliche Benennung Otto ableiten. Für, die 
regelmäßige Versorgung des Abendlandes kommt 
jetzt ausschließlich Bulgarien in Betracht, wo 
am Fuße und den Abhängen des Balkamgebirges 
in den Bezirken Kazanlik, Karlovo, Plovdio, 
Nova-Zagora, Stara-Zagora, Tchirpan, Pechtera, 
Pazardjik, Panagurichte und Stanimaka die Rosen 
Rosa damascena und Rosa alba besonders 
angebaut werden. Die Ernte beginnt Ende, Mai 
und dauert etwa 30 Tage. Am frühen Morgen 
werden die eben aufgebrochenen Blüten ge- 
2 4
	        

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Le Travail Dans l’Europe Chrétienne Au Moyen Âge (Ve-XVe Siècles). Alcan, 1930.
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