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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
R
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

. 370 
Rosmarinöl 
Rosenquarz 
pflückt, von den Kelchen befreit, mit Wasser 
in die Blasen gebracht und der Destillation 
über freiem Feuer unterworfen. Das überdestil 
lierte ölhaltige Wasser wird in Tongefäßen über 
Nacht in kühle Keller gestellt, und am Morgen 
das an der Oberfläche erstarrte, als ein Häut 
chen abgeschiedene Öl sorgfältig abgenommen. 
Das aromatische Wasser wird zu mehreren De 
stillationen verwandt. Die Ölausbeute ist sehr 
von der Witterung abhängig. Bei warmem 
Wetter wird am wenigsten, bei kühlem beträcht 
lich mehr erhalten. 3000 kg Rosen sollen 1 kg 
Öl geben, eine Angabe, die sehr wenig glaub 
haft ist, denn zur Herstellung von 1 kg deut 
schen Rosenöls, das aus derselben Rosenart 
gewonnen wird wie das bulgarische, sind 5000 
bis 6000 kg Blüten erforderlich. Im Hinblick 
auf den hoben Preis des Rosenöls sind Ver 
fälschungen außerordentlich lohnend und häufig. 
Grobe Zusätze von fetten Ölen, Paraffin, Walrat 
und Alkohol sind leicht, solche von Geranium 
oder Palmarosaöl aber 'nur durch eingehende 
Analyse, Bestimmung des spez. Gew., der Dre 
hung, des Erstarrungspunktes usw. nachzuweisen. 
Das echte R.-Öl ist weißlichgelb bis grünlich 
und von durchdringendem, anhaltendem Rosen- 
geruch. Bei mittlerer Temperatur dickflüssig, 
erstarrt es bei etwa 17—21 °C teilweise oder 
ganz infolge seines reichlichen Gehaltes an Stea- 
ropten. Das spez. Gew. beträgt 0,855—0,870 
bei 20°, die Verseifungszahl 7—16. R. besteht 
aus einem festen und einem flüssigen Anteil. 
Der feste Anteil, das Stearopten, setzt sich aus 
mehreren Paraffinen zusammen, während der 
flüssige, das Elaeopten, eine ganze Reihe der 
verschiedensten Verbindungen enthält, von denen 
als die wichtigsten genannt seien: Geraniol, 
Zitronellol, Nerol, Phenyläthylalkohol, Geranyl- 
azetat und Nonylaldehyd, Hauptbestandteil ist 
Geraniol. Der Kleinvertrieb des Öles geschieht 
in geschliffenen und vergoldeten Glasfläschchen, 
auf die es in Konstantinopel abgezogen wird, 
während zur Versendung im großen flache, 
zinnerne, mit Filz überzogene Flaschen von 
V2—3 kg Inhalt benutzt werden. — Unter den 
fetten Parfümerieölen gibt es auch ein R. (lat. 
Oleum rosae pingue, frz. Huile de rose, engl. 
Rose-oil), das durch Mazerieren von Rosen 
blättern mit Olivenöl hergestellt und zum Par 
fümieren von Haarölen benutzt wird. 
Rosenquarz, eine durchscheinende bis durch 
sichtige Art des Quarzes von rötlichweißer bis 
rosenroter Farbe, die wahrscheinlich durch einen 
geringen Gehalt von Titanoxyd hervorgerufen 
wird, findet sich hin und wieder in schwachen 
Lagen im Granit und Gneis, am schönsten in 
Sibirien, wo man ihn zu Dösen, Vasen und 
größeren Gegenständen verarbeitet. In Deutsch 
land findet sich das Mineral in verwertbarem 
Zustande nur zu Bodenmais in Oberbayern und 
Zwiesel in Niederbayern. Die Rosafarbe ist oft 
von Natur sehr licht, oder verblaßt auch nach 
träglich an der Luft, so daß die Ringsteine ge 
wöhnlich mit einer Folie unterlegt werden. 
Rosinen, getrocknete Weinbeeren, werden in 
zwei Sorten unterschieden: 1. Große R., Zi- 
beben (lat. Passulae majores, frz. Raisins secs, 
engl. Raisins) sind die an der Sonne oder künst 
lich getrockneten Beeren des Weinstockes, 
Vitis vinifera, und zwar nur der zuckerreichen 
Sorten des Mittelmeergebietes. Traubenrosi 
nen (Tafelrosinen) sind solche mit Kämmen, 
Sultaninen oder Sultan-R., von Natur kern 
lose, kleinere und hellgelbe Beeren, bilden eine 
stielfreie Ausleseware, Yerli oder Elemü Ware 
bester Beschaffenheit. Das kleinasiatische Er 
zeugnis geht als Smyrnaer R. über Triest und 
Hamburg nach Deutschland, während Samos, 
Kos und Kreta geringwertigere Sorten liefern. 
Sehr gut, in Deutschland aber selten, sind die 
großen ausgekernten Damaszener. Italieni 
sche und französische R., sog. Provencer, 
gehen am meisten nach England, spanische R., 
hauptsächlich von Malaga, Valencia und Ali- 
kante, nach Deutschland. Lexia nennt man R., 
welche durch Eintauchen in Lauge und Ölwasser 
einen besonderen Glanz erhalten, verschickt in 
Töpfen auch Topfrosinen genannt werden. 
Sehr bedeutend ist seit einigen Jahren die Aus 
fuhr von Kalifornien. Die Verpackung der 
R. geschieht in Kisten zu etwa 10—30 kg und 
auch in Säcken zu 50 kg. — 2. Kleine R. (Ko 
rinthen, lat. Passulae minores, frz. Raisins de 
corinthe, engl, Corinths) heißen die getrockneten 
Beeren einer kernlosen Abart des W.ein- 
stockes, Vitis corinthica, die auf den Lipa 
rischen und Ionischen Inseln gezogen wird. Sie 
sind von dunkelpurpurroter, ins Schwarze über 
gehender Farbe, sehr süß und saftreich. Man hat 
tragende Stöcke von sieben Jahren an bis zu 
100 Jahren. Die Beeren reifen im Juli, werden 
in 8—10 Tagen gedörrt und in Fässern von 100 
bis 150 kg sowie auch in Säcken und Kisten 
versandt. Die kleinen R. sollen trocken, durch 
scheinend, glänzend, süß und fleischig, aber 
nicht modrig, dürr oder mehlig sein. Auch 
dürfen sie weder säuerlich riechen, noch zu 
viele Stiele enthalten. R. müssen in trockenen, 
kühlen Räumen gut verwahrt werden. 
Rosmarinblätter (lat. Folia rosmarini s. roris- 
marini, s. Folia anthos, frz. Feuilles de Romarin, 
engl, Rosemary) stammen von der bekannten 
blaßblau blühenden Labiale Rosmarinus of- 
ficinalis, die bei uns nur in Gärten und Töpfen 
gezogen wird, in den Mittelmeerländern aber auf 
felsigen, sonnigen Abhängen, stellenweise in un 
geheurer Menge, wild wächst. Der immergrüne, 
bis 2 m hohe Strauch trägt sitzende, stumpf- 
lanzettliche Blüten von lederiger Oberhaut, die 
oben dunkelgrün und glatt, unten weißfilzig er 
scheint. Das Kraut besitzt einen stark würzigen 
Geruch, sowie bitterlichen, kampfer- und ter- 
pentinähnlichen Geschmack, der durch das Trock 
nen schwächer wird und auf der Anwesenheit 
von ätherischem Öl beruht. Medizinisch dient 
es nur äußerlich als aromatisches Mittel zu stär 
kenden Bädern, zerteilenden Umschlägen und 
R äu ch ersp ezies. 
Rosmarinöl (lat. Oleum rosmarini seu roris- 
marini, Oleum anthos, frz. Essence de Romarin» 
engl. Rosemary oil), das aus den Rosmarin- 
blättern durch Destillation mit Wasser oder 
Wasserdampf gewonnene ätherische Öl, das den 
Geruch der Blätter in erhöhtem Grade besitzt» 
gelangt aus Dalmatien, Südfrankreich und Sp 3 ' 
nien in den Handel und wird daher als dalma 
tinisches (italienisches), französisches , und sp 3 ' 
nisches R. unterschieden; das französische R
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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