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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Salizylsäure 
381 
Salpeter 
u nd wird neuerdings vielfach medizinisch ver 
wandt. Es ist bedeutend billiger als Chinin und 
wird daher auch bisweilen zu dessen Verfäl 
schung benutzt, kann aber an dem erwähnten 
Verhalten gegen Schwefelsäure leicht erkannt 
Werden. 
Salizylsäure (Phenylkohlensäure, lat. Aci 
dum salicylicum, frz. Acide salicylique, engl. 
Salicylic acid) findet sich in der Natur fertig ge 
bildet als Salizylsäuremethylester im ätheri 
schen Gaultheriaöl und kann auch aus dem 
Salizin, von dem sie ihren Namen hat, abgeschie 
den werden. Zur fabrikmäßigen Bereitung wird 
Wasserfreies Phenolnatrium mit sorgfältig ge 
trockneter Kohlensäure behandelt, wobei die 
Kohlensäure mit dem Phenol zu S., CgH^OH). 
COOH, Zusammentritt. Man braucht das ent 
standene Salizylsäure Natrium nur in Wasser 
2u lösen und mit einer stärkeren Säure zu be 
handeln, um die freie S. abzuscheiden. Das 
Natron kann bei dieser Herstellung durch Kali 
nicht ersetzt werden, da sonst die isomere Para- 
pxybenzoesäure entsteht, S. löst sich schwer 
l n kaltem, hingegen leicht in siedendem Wasser, 
Alkohol, Äther, Chloroform und Amylalkohol. 
Sie schmilzt bei 15618° und ist mit Wasserdämp 
fen flüchtig. Die Lösungen geben mit Eisen 
chlorid eine violette Färbung und mit Brom- 
wasser einen Niederschlag. Die S. findet sich in 
zwei Sorten im Handel. Die 'eine, als Acidum 
salicylicum praecipitatum bezeichnete, 
ein leichtes, lockeres, weißes Pulver, bisweilen 
mit einem schwachen Stich ins Rötliche, ist 
geruchlos, reizt aber beim Verstäuben stark zum 
Niesen. Die andere, Acidum salicylicum 
cristallisatum, besteht aus kleinen, feinen, 
schneeweißen Kristallen und ist für den inneren 
Gebrauch bestimmt, während die weniger reine, 
uicht kristallinische Sorte äußerlich verwandt 
Wird. Außer zu medizinischen Zwecken benutzt 
man die S. auch als Konservierungsmittel für 
mngemachte Früchte, Gemüse usw., doch wird 
diese Verwendung von ärztlicher Seite bekämpft 
u nd soll daher mindestens gekennzeichnet wer 
den. In Drogenhandlungen und Apotheken wer 
den verschiedene salizylsäurehaltige Mittel ge 
führt, wie Salizylsäuremundwasser, Sali- 
Wlsäure Zahnpasta, Salizylsäureheftpfla 
ster, Salizylsäurewatte und andere. — Von 
den. Salzen hat das Natriumsalz (lat. Natrium 
salicylicum, frz. Salicylate de soude, engl. Sodii 
salicylas) die größte Bedeutung. Es wird in der 
Medizin gegen Gelenkrheumatismus und als Anti- 
Pyretikum sowie technisch zur Herstellung von 
Teerfarben verwandt. 
Salmiak, NH 4 .C1, (Chlorwasserstoffam 
moniak, Chlorammonium, salzsaures Am 
moniak, lat. Ammonium chloratum, Arqmonium 
muriaticum, Ammonium hydrochloricum, Sal am- 
moniacum, frz. Chlorure d'ammonium, Hydro- 
c hlorate d’ammoniaque, engl. Hydrochlorate of 
a mmonia, Ammonium Chloride), bildet in völlig 
bereinigtem Zustande ein geruchloses, weißes 
Kristallpulver von scharf salzigem Geschmack, 
das in Wasser leicht löslich und beim Er 
hitzen unzersetzt flüchtig ist. Seine Dämpfe 
Ver dichten sich an kalten Gegenständen als 
Su blimierter S., zerfallen jedoch, durch stark 
blühende Röhren geleitet, in Ammoniak und 
Chlorwasserstoff, Der Rohsalmiak findet sich 
im Handel teils Ln Form dichter, weißer, durch 
scheinender Brote von faserig-kristallinischer 
Struktur (sublimierter S.), teils in Zuckerhut 
form als weniger fest zusammenhängende Kri- 
stallmasse. Der S. wurde früher nur aus Ägypten 
bezogen, wo man ihn durch Verbrennen von 
Kamelmist erhielt. Jetzt wird sämtlicher S. aus 
dem Teerwasser der Leuchtgasfabriken dar 
gestellt, indem man dieses mit Salzsäure sättigt, 
die geklärte Flüssigkeit zur Kristallisation ver 
dampft und den auskristallisierten S. durch 
Umkristallisieren oder Sublimation weiter reinigt. 
Schneller zum Ziele führt das Verfahren, nach 
dem man das Ammoniak mittels eines Dampf - 
stromes aus dem Gaswasser austreibt, in Wasser 
leitet, dieses dann mit Salzsäure neutralisiert und 
weiter reinigt. Außerdem erhält man den S. 
auch durch Sublimation von schwefelsaurem Am 
moniak mit Chlornatrium (Kochsalz). Verwen 
dang findet der S. zur Darstellung verschiedener 
chemischer Verbindungen, zum Löten, Verzinnen, 
zum Füllen der Elemente für Klingel- undFern- 
sprecheranlageil sowie in der Färberei und 
Druckerei usw. Der chemisch reine S. (lat. 
Ammonium chloratum purissimum) Wird in der 
Medizin als auflösendes Mittel, als Zusatz zu 
Salmiakpastillen usW. verwandt. 
Saldi, C 6 H 4 (OH).COO.C 6 H ä , (Salizylsäure 
phenylester, salizylsaures Phenyloxyd, 
Phenylsalizylat, lat. Phenylum salicylicum, 
frz, Salicylate de phönol, engl. Phenyl salicylate), 
wird durch Behandlung eines Gemisches von 
salizylsaurem Natrium und, Phenolnatrium mit 
Phosphoroxychlorid oder auch Phosphorpenta- 
chlorid dargestellt. Es erscheint als weißes kri 
stallinisches Pulver von schwachem aromatischem 
Geruch nach Wintergrünöl, ist fast geschmack 
los und schmilzt bei 42° zu einer klaren farb 
losen Flüssigkeit, welche dann weit unter diese 
Temperatur abgekühlt werden kann, ohne zu 
erstarren. In Wasser ist das S. fast unlöslich, 
löst sich dagegen leicht in Alkohol, Äther und 
Chloroform. Man verwendet es in der Medizin 
sowohl innerlich als äußerlich. 
Salpeter. Unter Sal petrae, Stein oder 
Felsensalz, verstand man in früheren Zeiten 
die salzigen Ausblühungen auf Gemäuer, Felsen 
und Erdreich und spricht in diesem Sinne noch 
jetzt von Mauersalpeter, während heutzutage 
nur gewisse Nitrate, besonders salpetersaures 
Kalium oder Kalisalpeter (Kaliumnitrat, 
salpetersaures Kali, lat. Kali nitricum, Ka 
lium nitricum, frz. Nitrate de potässe, engl. Ni 
trate of potash) und salpetersaures Natrium, 
Natronsalpeter (Natriumnitrat, salpeter 
saures Natron, lat. Natrium nitricum, frz. 
Nitrate de soude, engl. Nitrate of soda), so be 
zeichnet wird. Seltener spricht man von Am 
moniaksalpeter (flammender S., salpeter 
saures Ammoniak, Ammoniumnitrat, lat. 
Ammonium nitricum, Nitrum flammans, frz. Ni 
trate d’ammoniaque, engl. Nitrate of ammoniac), 
iSilbersalpeter. salpetersaures Silber oder 
Höllenstein, und Bleisalpeter. ■— Salpeter- 
saure Salze entstehen in jedem Boden, in dem 
sich organische stickstoffhaltige Stoffe zersetzen, 
wenn die nötigen Bedingungen: Gegenwart von 
Alkalien oder alkalischen Erden, Porosität zur
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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