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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Salzbrunner Oberbrunnen 
384 
Samt 
brannter Magnesia säurefrei gemacht und dann 
rektifiziert wird. Die angenehm ätherisch rie 
chende Flüssigkeit wird in der Medizin und ähn 
lich dem Salpeterätherweingeist zur Aromatisie 
rung von Trinkbranntwein angewandt. 
Salzbrunner Oberbrunnen enthält in 1000 
Gewichtsteilen nach der Analyse von Remigius 
Fresenius (1881): Bikarbonate des Natriums 
2,1522 g, Lithiums 0.0130 g, Ammoniums 0,0007 g, 
Kalziums 0,4383 g, Strontiums 0,0044 g, Magne 
siums 0,4704 g, Eisenoxyduls. 0,0057 g, Mangan- 
oxyduls 0,0008 g, Chlornatrium 0,1767 g, Brom 
natrium 0,0008 g, Jodnatrium Spur, Sulfate des 
Kaliums 0,0528 g, Natriums 0,4594 g, Natrium 
nitrat 0,0060 g, Kieselsäure 0,0031g und freie 
Kohlensäure 1,8766 g. 
Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure, Hy- 
drochlorsäure, lat. Acidum hydrochloricura, 
Acidum muriaticum, frz. Acide hydrochlorique, 
engl. Hydrochloric acid) nennt man im Handel 
die wäßrige Lösung des gasförmigen Chlor 
wasserstoffs, HCl, der durch Vereinigung gleicher 
Raumteile Chlor und Wasserstoff im Sonnen 
lichte (Chlorknallgas), ferner durch Ver 
brennen einer Wasserstoffflamme in einer Chlor 
atmosphäre und durch Zersetzung von Chloriden 
mit Schwefelsäure erhalten werden kann. Im 
Großbetriebe wird die S. als Nebenprodukt bei 
der Herstellung der Soda aus Kochsalz nach 
dem Verfahren von Leblanc gewonnen. Seit 
der Einführung des Ammoniakverfahrens in der 
Sodafabrikation hat man aber auch zahlreiche 
andere Stoffe, besonders das Magnesiumchlorid 
der Abraumsalze, als Ausgangsmaterial heran 
gezogen. Die so erhaltene rohe S. (lat. Aci 
dum hydrochloricum crudum) ist für viele Zwecke 
der Technik direkt verwendbar. Zur Darstellung 
reiner Salzsäure destilliert man entweder ein 
Gemisch von Kochsalz und Schwefelsäure aus 
Glasretorten, oder man unterwirft die rohe Säure 
einem umständlichen Reinigungsverfahren. Zur 
Entfernung der nicht flüchtigen Beimengungen 
wird die Säure mit Wasser verdünnt, darauf, 
wenn sie freies Chlor enthält, mit schwefliger 
Säure oder, wenn schweflige Säure zugegen 
ist, mit / Chlorwasser versetzt und mit Schwefel 
säure destilliert. Die für gewisse Zwecke, be 
sonders in der gerichtlichen Analyse, gebrauchte 
völlig arsenfreie Säure erhält man durch De 
stillation mit Eisenchlorür. — Die reine S. 
(lat. Acidum hydrochloricum purum) ist eine 
farblose Auflösung des Chlorwasserstoffgases in 
Wasser, welches das Gas begierig verschluckt 
und bei 20 0 das 475 fache seines Volums davon 
aufzunehmen vermag. Eine derartig völlig ge 
sättigte Lösung hat bei 15 0 das spez. Gew. 1,212 
und enthält 42,9 0/0 Chlorwasserstoff. Sie stößt 
an dqr Luft weißliche Nebel aus und wird bei 
— 40 0 fest. Beim Erwärmen entweicht zunächst 
gasförmiger Chlorwasserstoff, bis bei 110 0 eine 
S. vom spez. Gew. 1,104 und einem Chlorwasser- 
stoffgehalt von 20,24 °/o überdestilliert.— Die freie 
S. ist eine der stärksten Säuren und bildet mit 
den meisten Basen neutrale Salze, von denen 
dasjenige des Silbers in Wasser unlöslich, das 
jenige des Bleies schwer löslich ist, während die 
meisten übrigen sich leicht in Wasser lösen. 
Unter der Einwirkung von Oxydationsmitteln, 
wie Braunstein, Salpetersäure, Mennige, wird 
freies Chlor abgespalten. Nach dem Gehalte an 
Chlorwasserstoff unterscheidet man gewöhnlich 
rohe Salzsäure (lat. Acidum hydrochloricum 
crudum) mit einem spez. Gew. von 1,195 und 
38,2% Chlorwasserstoff, konzentrierte S. (lat. 
Acidum hydrochloricum concentratum) vom spez. 
Gew. 1,120—1,180 und mit 24—36% Chlorwasser 
stoff und verdünnte S. (lat. Acidum hydro 
chloricum dilutum),. mit einem spez. Gew. von 
1,036—1,062 und 8—12 °/o Chlorwasserstoffgehalt. 
Die rohe S. des Handels enthält meist 30—32 °/o 
Chlorwasserstoff. — Die S. wird in ungeheuren 
Mengen zur Herstellung von Chlor, Chlorkalk, 
Kaliumchlorat und Chloriden, besonders Salmiak, 
verwandt. Außerdem dient sie zur Extraktion 
der Knochen für die Leimbereitung, in den 
Zuckerfabriken zur Wiederbelebung der Kno 
chenkohle, zur Extraktion von Kupfer aus armen 
Erzen, zur Entwicklung von Kohlensäure aus 
Karbonaten und zu vielen anderen technischen 
Zwecken. Die reine Salzsäure wird in starker 
Verdünnung medizinisch als Darmdesinfiziens und 
zur Unterstützung der Magenverdauung verordnet 
und im Laboratorium als eins der wichtigsten 
Reagentien benutzt. 
Samaderarinde, die Rinde eines in Kotschin- 
china und Travancore wachsenden Baumes, Sa- 
madera indica, wird in ihrer Heimat als 
fiebervertreibendes Mittel verwandt. Aus den 
Samen gewinnt man ein fettes Öl, das als Mittel 
gegen Rheumatismus gilt, und benutzt die Blätter 
äußerlich gegen Erysipel. Rinde und Samen 
sollen ein Alkaloid und ein Glykosid enthalten. 
Samt (Sammt, Sammet, frz. Velours, engl- 
Velvet). Dieses bekannte Gewebe, das durch 
die weiche, aus kurzen, aufrechtstehenden Här 
chen bestehende Decke, den Pol oder Flor, 
auf glattem oder geköpertem Grunde (glatter 
und geköperter S.) gekennzeichnet ist, wurde 
ursprünglich nur aus Seide gewebt. Jetzt besteht 
bei dem eigentlichen echten S. meist nur der 
Flor aus Seide, der Grund aus Baumwolle oder 
bei den teuersten Sorten aus geringwertiger 
Seide, doch kommen auch völlige Nachahmungen 
in Wolle und Baumwolle in den Verkehr. Je 
nachdem die Schleifen der Polfäden, die sog- 
Noppen, zerschnitten werden oder verbunden 
bleiben, unterscheidet man gerissenen (ge 
schnittenen) und gezogenen (ungeschnit- 
tenen) S. Daneben gibt es noch halbge 
schnittenen und gemusterten (fassonierten) S- 
Bei dem halbgeschnittenen wechselt ge 
rissener und gezogener Samt, während das Muster 
entweder durch verschiedene Farben des Pols 
oder durch Pressen erzeugt wird. — Plüsch 
(frz. Peluche, engl. Plush, Shay) und Felbel oder 
Velpe 1 (frz. Panne, engl. Long poil) unter 
scheiden sich vom S. durch längere Behaarung- 
und zwar steht das Haar bei Plüsch noch auf 
recht, während es bei Felbel so lang ist, daß 
es sich umlegt und nach dem Strich gebürstet 
werden muß. Der Plüsch besitzt entweder sei 
denen oder wollenen Flor; der echte Felbel 
dagegen stets seidenen Flor und seidenen Grund- 
Bei dem halbseidenen Felbel besteht der Grund 
aus Baumwollgarn. — Nach Art der ■ Seiden- 
samte gewebte Baumwollsamte sind sehr selten, 
denn der im Handel unter dem Namen. Man - 
ehester (frz. Manchester velours coton, eng'-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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