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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Sanatogen 
385 
Sandelholzöl 
Fustian, Velvet, Velveret, Velveteen. Cord) auf- 
trttende Baumwollsamt entsteht auf ganz andere 
Weise. 
Sanatogen, ein bekanntes, lösliches Eiweiß 
enthaltendes Nährpräparat, wird durch Mischen 
von Kasein mit 5 °/o glyzerinphosphorsaurem Na 
trium hergestellt und erscheint als ein schnee 
weißes Pulver, das beim Verrühren mit wenig 
kaltem Wasser stark aufquillt und sich beim 
Erwärmen zu einer milchigen Flüssigkeit völlig 
auflöst. Es enthält 8,34 °/o Wasser, 5,37 °/o Asche, 
2,490/0 Phospl/orsäure und 82,75 % Stickstoff 
substanz. 
Sand, gefärbter, Streusand. Unter dieser 
Bezeichnung kommt sowohl bunt gefärbter S. 
in den Handel, der durch Behandlung von fein 
gesiebtem und gewaschenem weißen Sand mit 
Teerfarben hergestellt wird, als auch gemahlener 
Glimmer und das aus Abfällen der Bronze 
fabrikation bestehende sog. Streugold und 
Str eusilber. Diese Waren werden nament 
lich zur Herstellung feinerer Karten, z. B. von 
Glückwunschkarten usw., in großen Mengen ver 
braucht. Früher diente der Streusand auch zum 
Trockenmachen der Schriftzüge. 
Sandarak (Sandarach, lat. Resina sanda- 
raca, frz. Sandaraque, engl. Sandarac) ist das 
Harz einer Strauch- oder baumartigen Konifere, 
Callitris quadrivalvis, die, in Nordafrika 
heimisch, auf dem Atlas ganze Wälder bildet 
und im Aussehen dem nahe verwandten Lebens 
baum (Thuja) gleicht. Das freiwillig aus der 
Rinde ausschwitzende, dem Mastix ähnliche Harz 
kommt von Mogador an der marokkanischen 
Westküste meist über Frankreich, doch auch 
über Triest und Venedig in zwei Sorten, ordinär 
und fein, oder naturell (in sortis) und auserlesen 
(electa) in den Handel. Letztere Sorte bildet 
blaßgelbe, längliche, weiß bestäubte Körner und 
Stengelchen, die auf dem Bruche durchsichtig 
und glasglänzend erscheinen. Die andere besteht 
aus trüben und unreineren Stückchen, vermischt 
mit kleinerem Grus, Sand, Erde und Holzteil 
chen. Das Harz ist spröde und leicht zerbrech 
lich, hat einen balsamisch-harzigen Geruch sowie 
schwach bitteren Geschmack und erweicht nicht 
beim Kauen wie Mastix, sondern zerfällt in ein 
sandiges Pulver. In Alkohol, Äther, Fuselöl und 
Azeton ist es völlig, in Terpentinöl, Schwefel 
kohlenstoff, Chloroform und Petroläther nur teil 
weise löslich. S. besteht neben geringen Mengen 
ätherischen Öls und Bitterstoffen hauptsächlich 
aus Sandarakol- und Kallitrolsäure. Es 
dient zur Herstellung von Räucherpulvern, haupt 
sächlich aber von Weirigeistfirnissen, Polituren 
and Lacken, wird jedoch, da es zwar sehr harte, 
aber zu spröde, dem Abbröckeln unterworfene 
and nicht besonders glänzende Überzüge liefert, 
1 mmer in Verbindung mit Elemi, venetianischem 
Terpentin oder etwas Rizinusöl angewandt. Fein 
gepulverter S. bildet das bekannte Radierpul- 
v er, mit dem man radierte Stellen auf Papier 
"deder beschreibbar macht. — Eine aus Austra 
len in den Handel kommende, in England Pine 
Kurn genannte Sorte von Callitris Preisii oder C. 
a ustralis, bildet größere Stücke als die afrikani 
schen Sorten, ist aber sonst in seiner Verwend 
barkeit diesen gleich. 
Mareks Warenlexikon. 
Sandelholz (Santelholz, Santalholz, lat. 
Lignum santalinum, Lignum santali, frz. Bois de 
santal, engl. Sandal wood). Unter diesem Namen 
kommen verschiedene Hölzer in den Handel, 
von denen einige zu den Färb hölzern gehören 
und hauptsächlich in der Färberei Verwendung 
finden,, während die anderen teils als Möbelholz, 
teils zur Darstellung des ätherischen Sandel 
holzöles benutzt werden. Das rote Holz stammt 
von einem mächtigen Baume aus der Familie 
der Schmetterlingsblütler, Pterocarpus 
santalinus, der in den Gebirgen Ostindiens 
und Zeylons wächst. Es kommt in Blöcken 
oder Scheiten von einem Zentner Gewicht und 
mehr nach Europa und wird hier geraspelt und 
gemahlen, in feinen wolligen Fasern oder in 
Pulverform in den Flandel gebracht. Ein be 
sonders feines Pulver führt die Bezeichnung 
Flugsandel. Das schwere, im Wasser unter 
sinkende Holz hat grobe, gewundene und ge 
kreuzt verlaufende Fasern und ist mit harz 
glänzenden Kanälen durchzogen. Die blutrote 
Farbe frischer Spaltflächen wird an der Luft 
bräunlich. Von anderen Rothölzern unterschei 
det S. sich dadurch, daß es weder an kaltes noch 
an siedendes Wasser seinen Farbstoff (Santa 
li n) abgibt, hingegen kann letzterer aus dem 
zerkleinerten Holze durch Weingeist mit blut 
roter, oder durch alkalische Laugen und Soda 
lösung mit violetter Farbe ausgezogen werden. 
Aus der alkalischen Lösung läßt sich der Farb 
stoff durch Säuren ausfällen. Man kann also 
die Farbe auf Zeuge befestigen, wenn man sie 
mit jener Lösung tränkt und dann durch ein 
saures Bad zieht, doch ist der Ton so gefärbter 
Wolle stets ins Violette gehend. Eine schönere 
Farbe entsteht, wenn das feine Pulver mitWasser 
und Wolle gekocht wird. Sie ist dann rein rot 
und wird durch Zusatz einer Beize noch schöner. 
In Verbindung mit anderen Holzfarbstoffen ver 
wendet man das S. zu modegrünen, bronzenen 
und braunen Farbtönen auf Wollzeuge. Wein- 
geistige Auszüge werden außerdem zum Rot 
färben verschiedener Tinkturen, Konditoreiwaren 
und Liköre benutzt. Die stärksten und schönsten 
Stücke des S. (Kaliaturholz) bilden einen 
gesuchten Rohstoff der Kunsttischlerei, da dieses 
Holz, namentlich im polierten Zustande, pracht 
volle Farben zeigt. — Das weiße oder gelbe 
S. stammt von Santalum album, einem Baume 
aus der kleinen Familie der Santalazeen, der 
auf Timor und einigen anderen ostindischen 
Inseln sowie an der Küste von Koromandel wild 
wie auch angepflanzt vorkommt. Als gleich- 
wertigeArt wird Santalum Freycinetianum 
von den Südseeinseln angeführt, während das 
westindische S. von der zu den Rutazeen ge 
hörigen Amyris balsamifera stammt. Das zu 
uns eingeführte Holz bildet gewöhnlich nur arm 
dicke, 6—9 dm lange, glatt geschälte Scheite, 
an denen der Splint weißlichgelb, der Kern 
gelb ist. Es hat als Möbelholz den Vorzug, daß 
es nicht von Würmern angegangen wird, dient 
aber. hauptsächlich zur Gewinnung des äthe 
rischen Öles, von dem es bei der Destillation 
mit Wasserdampf bis über 6°/o liefert. 
Sandelholzöl (lat. Oleum santali, frz. Essence 
de santal, engl. Oil of sandal wood), das äthe 
rische Öl des weißen Sandelholzes, ist eine 
2 5
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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