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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Schaftalg 
391 
Schellack 
de fleurs de millefeuille, engl. Oil of milfoil flo- 
wers), von dem etwa 0,07—0,25 0/0 erhalten wer 
den, zeigt dickflüssige, in der Kälte bisweilen 
butterartige Konsistenz und blaue Farbe, die 
mit der Zeit in Grün und Braun übergeht. Der 
Geruch des Öls ist durchdringend, der Geschmack 
kampferartig aromatisch. 
Schaftalg (Hammeltalg, Schöpstalg, lat. 
Sebum ovile, frz. Suif de mouton, engl. Mutton 
tallow) ist das aus fettreichen Teilen von Scha 
fen ausgeschmolzene Fett. Zu seiner Gewinnung 
benutzt man hauptsächlich das Gekröse-, Netz-, 
Nieren-, Herz- und Mittelfellfett, seltener andere 
' fettreiche Körperteile. Das weiße, brüchige und 
im frischen Zustande fast geruchlose Fett ist in 
seinen äußeren Eigenschaften und seiner chemi 
schen Zusammensetzung dem Rindertalg (s. d.) 
ähnlich, wird aber leichter ranzig und nimmt 
dann oft Bocksgeruch an. Abgesehen von der 
beschränkten Verwendung als Speisefett, wozu 
die Abstammung von geschlachteten Tieren 
selbstverständliche Voraussetzung bildet, und in 
der Pharmazie wird Sch. hauptsächlich in der 
Technik verarbeitet (s. Talg). Die Bezeichnun 
gen Schaffeintalg, -oleomargarin- und -preßtalg 
sind wie bei Rindertalg zu verstehen. 
Schalen, pflanzliche. Hierunter rechnet man 
1. diejenigen S., die zu Schnitzarbeiten dienen, 
2. B. Steinnuß- und Kokosnuß schalen. 
2. solche zum Gewerbegebrauch = Rinde, 
z. B. Angosturarinde. 3. Sch. zum Heil 
gebrauch, z. B. Kondnrangorinde. 4. S. 
aus dem Tierreich, z. B. Muschelschalen, 
Schildkrötenschalen. Nähere Angaben fin 
den sich bei den Einzelbesprechungen. 
Schamotte (Chamotte) nennt man die Masse, 
aus welcher die für Schmelzöfen und andere 
Feuerungsanlagen benutzten feuerfesten Back 
steine (Schamottesteine, frz. Briques refrac- 
taires, Briques en chamotte, engl. Fire bricks, 
Chamotte stones), ferner Schmelztiegel, Kapseln 
zum Porzellanbrennen usw. gefertigt werden. 
Sie besteht aus reinem Ton, der mit bereits vor 
her gebranntem und gemahlenem Ton gemengt 
ist. Die Feuerbeständigkeit der Masse, vermöge 
welcher sie selbst in anhaltender Weißglut nicht 
berstet, mürbe wird oder schmilzt, beruht ledig 
lich auf der Reinheit des Tons, d. h. der Ab 
wesenheit von Alkalien, Kalk und Eisenoxyd, 
denn solcher reiner Ton ist schon von Natur 
feuerfest. Der Zusatz des bereits gebrannten 
Tons oder gemahlener Tonscherben hat ledig 
lich den Zweck, das starke Schwinden zu ver 
hindern, welchem der fette, feuerfeste, reine 
Ton beim Brennen ausgesetzt ist. Ein guter 
feuerfester Stein darf nicht zerspringen, wenn 
er glühend in kaltes Wasser geworfen wird. 
Die von Ziegelhütten und zum Teil von Por 
zellanfabriken in den Handel gebrachten Steine 
sind gebrannt und mehr oder weniger weiß. 
Wo sie an Ort und Stelle hergestellt und ver 
braucht werden, geschieht das Vermauern in 
lufttrocknem Zustande, und zwar unter allen 
Umständen ohne Kalk, nur mit Tonmörtel. Bei 
der Aufbewahrung der Steine ist darauf zu 
a chten, daß sie nicht dem Regen ausgesetzt sind. 
Scharlach ist der Name verschiedener roter 
Teerfarbstoffe. Wollscharlach R, das Na- 
tr onsalz der Xylidinazoalphanaphtoldisulfosäure, 
ein braunrotes, in Wasser mit gelbroter Farbe 
lösliches Pulver, färbt Wolle in sauerem Bade 
rot. — Scharlach 3J ist mit Ponceau 3J iden 
tisch (s. d.). — Koschenillescharlach 4R, 
ein feurigrotes, in Wasser schwer lösliches Pul 
ver, besteht aus dem Natronsalze der Xylidin- 
azoalphanaphtolmonosulfosäure. — Scharlach 
GR und R, ein zinnoberrotes, in Wasser mit rot 
gelber Farbe lösliches Pulver, ist die Natron 
verbindung der Xylidinazobetanaphtolmonosulfo- 
säure. — Scharlach G besteht aus der Natron 
verbindung der Xylidinazobetanaphtoldisulfo- 
säure und färbt Wolle in sauerem Bade rot. 
Scharpie, das bekannte, noch jetzt in Drogen 
handlungen geführte Verbandmittel zum Auf 
saugen von Wund- und Geschwürabsonderun 
gen, wurde früher durch Zerzupfen alter Lein 
wand gewonnen, sog. Deutsche Sch., Linteum 
carptum germanicum, ist aber jetzt meist durch 
ein feines, wolliges Baumwollgewebe, English 
Lint, Linteum carptum anglicum, verdrängt 
worden. 
Schellack (Gummilack, Lackharz, lat. 
Lacca, Gummi lacca, frz. Gomme laque, engl. 
Lac) ist das Erzeugnis einer kleinen roten 
Schildlaus (Tachardia lacca, Coccus 
lacca, Coccus fica), die in Ostindien auf ver 
schiedenen Bäumen und Sträuchem, namentlich 
auf Schleicheria trijuga, Anona squamosa, Butea 
frondosa, Croton lacciferus, Ficus- und Urosti- 
qua-Arten lebt. Die Tiere, die an den von ihnen 
befallenen Stellen dicht gedrängt rund um den 
Zweig sitzen, schwellen nach der Befruchtung 
blasenförmig zu Erbsengroße auf, füllen sich 
mit Eiern und einer lebhaft roten Flüssigkeit 
und umgeben sich mit der harzigen, allmählich 
erhärtenden Masse, welche das Tier wie eine 
Kapsel völlig einschließt. Hiermit ist der Lebens 
lauf des Muttertieres abgeschlossen, die junge 
Brut aber, die aus den Eiern hervorgeht, nährt 
sich von dem roten Safte und bahnt sich nach 
ihrer völligen Entwicklung einen Weg ins Freie. 
Die verlassenen Wohnungen, die in größeren 
Massen dicht geschlossene, rauhe Borken bil 
den, werden mit den Zweigen abgebrochen und 
liefern den Stocklack (lat. Lacca in raraulis 
seu baculis, frz. Laque en bätons, engl. Stick- 
Lac), mit dessen Einsammlung sich die Be 
wohner verschiedener Gegenden Ostindiens, be 
sonders am Ganges, beschäftigen. Der Stock 
lack bildet rauhe, außen braunrötliche Röhren 
oder Bruchstücke von solchen, oft mit noch an 
sitzendem Zweigstücke, ist leicht zerbrechlich, 
auf dem Bruch glänzend und enthält im Inneren 
die zahlreichen Brutzellen, die teils leer sind, 
teils noch roten Farbstoff enthalten. Je nach 
der Herkunft zerfällt diese Rohware in mehrere 
Sorten, unter denen die von Siam, eine sehr 
dunkelfarbige, braune oder schwärzliche und 
an Farbstoff reiche am höchsten, die ben 
galische, farbstoffarme, daher gelbe oder gelb 
rötliche am wenigsten geschätzt wird. Beim 
Abklopfen von den Zweigen zerfällt der Stock 
lack in Körner, den sog. Körnerlack (lat. 
Lacca in granis, frz. Laque en grains, engl. 
Seed-Lac). Beide enthalten den Lac dye ge 
nannten Farbstoff des Sch., der für die meisten 
Zwecke durch Ausziehen mit schwacher Lauge 
entfernt werden muß. Die entfärbte Masse wird
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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