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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Schollen 
398 
Schuppenfelle 
Schollen (Seeschollen, Flach-, Platt 
fisch, Seitenschwimmer), Raubfische mit 
gutem Fleisch, stark zusammengedrücktem, sehr 
hohem, fast scheibenartigem Körper, unsym 
metrischem Kopfe und nur auf einer Seite be 
findlichen Augen, sind an der oberen Körper 
seite wie der Meeresboden, dunkel schmutzig, 
an der unteren oder Bauchseite weiß gefärbt 
und zuweilen gefleckt. Die Rücken- und Bauch 
flosse ist sehr lang und ungeteilt. Meist liegen 
die S. gesellig im schlammigen, flachen Meeres 
grund, mit Sand bedeckt, auf einer Seite oder 
schwimmen mit der Augenseite nach oben. Ihre 
Färbung verändert sich, der Umgebung ent 
sprechend. Von den zahlreichen Arten sind zu 
erwähnen: i. Die Flunder oderFlunker, auch 
Teerbutt genannt (Pleuronectes flesus L.), 
die von der französischen Küste bis Irland und 
in der Ostsee vorkommt und 30 cm lang sowie 
bis 3 kg schwer wird, erscheint graubraun mit 
dunklen Flecken (vgl. Flunder). 2. Die ge 
meine Scholle, der Goldbutt oder das 
Platteisen (P.platessa L.), 50cm lang, 9 kg 
schwer, braun, grau, gemarmelt, gelb gefleckt 
und auf der Blindseite gelb- und grünlichweiß, 
hat die gleiche Verbreitung und wird in großen 
Mengen frisch tmd geräuchert versandt. 3. Der 
Heilbutt (Hippoglossus Cuv.) zeigt schma 
leren, gestreckteren Leib. 4. Der Heiligbutt 
oder die Riesenscholle (Hippoglossus vul 
garis Flem.), bis 2 m lang und 250 kg schwer, 
ist besonders wichtig für die Nordländer. 5. Der 
Steinbutt, Turbot (Rhombus maximus), 
ein besonders geschätzter Fisch, bis 2 m lang 
und bis 35 kg schwer, an der Augenseite höcke 
rig, braun, marmoriert und heller gefleckt, lebt 
in der Nord- und Ostsee und im Mittelländi 
schen Meer. 6. Der y Glattbutt (Rhombus 
laevis Cuv.), 40 cm lang, bis 4 kg schwer, 
braun, dunkelbraun marmoriert, perlenartig hell 
gefleckt, in der Nord- und Ostsee bis zum At 
lantischen Ozean. 7. Die längliche Zungen 
scholle, Soolen oder Sole (Solea Gthr.), mit 
rechtsstehenden Augen und sehr großer After 
flosse. 8. Die Zunge, Seezunge (Solea vul 
garis Quensel), bis 64 cm lang, 3—4 kg schwer, 
wird besonders in England in großen Mengen 
verbraucht. Butten und Zungen gedeihen auch 
im Süßwasser, in Teichen und Aquarien. — Alle 
zur Gattung S. gehörenden Fische werden so 
wohl frisch als auch eingesalzen und getrocknet, 
zum Teil auch geräuchert genossen. — Über 
den Handel und die Bereitungsarten vgl. 
Flunder. 
Schreibmaschinenbänder enthalten als Farb 
körper in Öl gelöste Teerfarben oder mit Öl an 
geriebenen Kohlenstoff, gerbsaures Eisen u. dgl. 
Wir fanden auf 1 m 1,55 mg Eisen und in bis 
178 mg Kohle. 
Schrot (Bleischrot, Hagel, frz. Dragde, 
Plomb de chasse, engl. Shot) wird in der Weise 
hergestellt, daß man stark erhitztes Blei löffel 
weise in ein Sieb gießt, dessen Boden mit Blei 
krätze bedeckt ist. Die Tropfen durchfallen den 
Schrotturm in einer Höhe von30—36m,ballen 
sich zu Kugeln und erstarren, bevor sie das 
auf dem Boden befindliche Wassergefäß er 
reichen (Patentschrot). Um die große Höhe 
der Schrottürme auf die Hälfte vermindern zu 
können, treibt man den fallenden Tropfen 
neuerdings einen kräftigen, durch Ventilatoren 
erzeugten Luftstrom entgegen. Das hierzu ver 
wendete weiche Blei erhält einen Zusatz von 
0,3—0,6 0/0 Arsen in metallischem Zustande oder 
in Form von Schwefelarsen oder arseniger 
Säure, bisweilen wird das Arsen auch durch 
Antimon ersetzt. Das aus dem Wasserbottich 
genommene S. wird sogleich an der Luft oder 
in erwärmten eisernen Pfannen getrocknet. 
Hierauf folgt das Aussondern aller fehler 
haften (namentlich ovaler) Körner und das Sor 
tieren nach der Korngröße, indem man das S. 
eine schiefe Ebene, die in bestimmten Ent 
fernungen durch Spalten von etwa 80 mm Weite 
unterbrochen ist, hinunterlaufen läßt. Die 
ovalen Körner laufen im Bogen.und fallen über 
die Seitenränder ab, die runden eilen in gerader 
Richtung hinunter, die schwersten überspringen 
alle Spalten, weniger schwere fallen durch eine 
frühere Spalte ab. Schließlich folgt noch eine 
Scheidung durch Rüttelsiebe und, um die Körner 
vor Oxydation zu schützen, ein Polieren in 
Lauftrommeln mit etwas gepulvertem Reißblei. 
Die verschiedenen Sorten werden mit Num 
mern bezeichnet. Nr. 00 und o oder PP, P, 00, 
o geben die gröbsten, Nr. 10—12 oder 14—16 
die feinsten Sorten an. — Rehposten (frz. 
Chrevotines, Postes, engl. Buck-shot) sind S. 
von 5—6 mm Korndurchmesser, doch versteht 
man darunter auch zylindrische, durch Guß in 
Formen oder Pressen hergestellte Geschosse 
von gleichem Durchmesser. Die feinsten S. von 
0,6—1,0 mm Durchmesser heißen Vogeldunst 
(frz. Cendrde, engl. Dust shot). 
Schuhwichse wird in der Weise hergestellt, 
daß man Beinschwarz, Melasse, Dextrin und 
Wasser sorgfältig verreibt, etwas grünes Baum 
öl oder ein ähnliches fettes Öl hinzumischt und 
dann noch einen geringen Zusatz von Schwefel 
säure macht. Die fertige Ware wird in Blech 
oder Holzschachteln zum Verkauf gebracht. 
Gute S. soll einen dauerhaften Glanz auf dem 
Leder erzeugen. —- Da die S. bei Zutritt von 
Feuchtigkeit die Kleidungsstücke durch Ab 
färben beschmutzt und außerdem nicht in bun 
ten Farben herzustellen ist, hat man seit meh 
reren Jahren die sog. Schuhcremes und Ap 
preturen in den Handel gebracht. — Die Cre 
mes sind aus Zeresin, Wachs, Karnaubawachs 
und Terpentinöl zusammengeschmolzen und je 
nach Wunsch für farbige Leder mit Teerfarben 
gefärbt. Sie geben durch einfaches Aufreiben 
dem Leder Glanz und konservieren es gleich 
zeitig. — Appreturen sind Auflösungen von 
Schellack in Borax und Wasser mit nachheriger 
Färbung. Sie werden mit einem Schwämmchen 
oder Pinsel aufgetragen und vertreten die Stelle 
des Lederlacks. 
Schuppenfelle. Diesen Namen führen im Pelz 
handel die Felle des Waschbären, Procyon 
lotor Desm. Der Waschbär, die kleinste 
Bärenart von etwa Fuchsgröße, bewohnt ganz 
Nordamerika, und zwar weniger den hohen 
Norden als die Vereinigten Staaten und Kanada, 
und wird in größter Anzahl in den Staaten 
Michigan, Wiskonsin, Illinois und Ohio, ferner 
auch in Arkansas und Tennessee von eigens da 
zu abgerichteten Hunden gefangen. Die dicht
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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