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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Schwämme 
399 
Schwarzwurzel 
wolligen weichen Felle zeigen dunklere oder 
hellere graubraune Färbung mit wechselnden 
Schattierungen. Die 16—21 cm langen Schweife 
sind gelbbraun mit schwarzen Ringeln. S. bilden 
einen der wichtigsten Gegenstände des Rauch 
warenhandels und gehen in der Zahl von jähr 
lich etwa 600000 Stück über den Leipziger 
Markt. Hauptsächlich werden sie in Rußland 
verbraucht" und bilden hier das Pelzwerk der 
jenigen Mittelklasse, der Wolfspelze zu schlecht 
und Bären zu teuer sind. Schwarz oder braun 
gefärbt bilden sie seit einigen Jahren auch eine 
Modeware für Frankreich, England, Deutsch 
land und die Vereinigten Staaten. Der Wert der 
Felle stuft sich nach Güte und Färbung be 
deutend ab. 
Schwämme (Badeschwämme, Wasch- 
schwämme. Seeschwämme, lat. Spongiae, 
frz. Eponges, engl. Sponges) bestehen aus den 
Gehäusen einer auf der niedrigsten Stufe der 
organischen Welt stehenden Tiergattung, sog. 
Tierpflanzen, Zoophyten, Spongia offi- 
cinalis, Achilleum lacinulatum, die sich in 
allen wärmeren Meeren, auf dem felsigen Grunde 
aufgewachsen, in den mannigfaltigsten Arten 
vorfinden. Jeder Schwamm bildet eine Kolonie 
zahlreicher Tiere, deren aus' einer gallert 
artigen Masse (Sarkode) bestehender Körper 
die Poren des Gehäuses ausfüllt und dieses 
auch äußerlich überzieht. Die b e s t e n Schwämme 
st ammen aus dem östlichen Teile des Mittei 
th eer es von der syrischen und kleinasiatischen 
Küste und mehreren Inseln des Griechischen 
Archipels. Nächst diesen kommen die S. von 
der Ostküste des Adriatischen Meeres bis 
Triest sowie von der afrikanischen Küste von 
Tripolis bis Marokko und aus dem Roten Meere. 
Fine geringere Sorte bilden die Bahama- 
s chwämme aus Westindien, die meist am 
Grunde eine stark braunrote Färbung zeigen 
u nd seit einigen Jahren auch an den Küsten 
v on Kuba gefischt werden. Zum Loslösen der 
Schwämme bedient man sich, wo es möglich 
ls t, wie bei Nauplia, eines an langer Stange be 
festigten Eisens, bei größerer Meerestiefe aber 
der Taucher. Die herausgebrachten S. werden 
s °fort durch Auswaschen mit Wasser von dem 
Schleim befreit, gereinigt und getrocknet, bis 
weilen allerdings auch betrügerischerweise zur 
Beschwerung mit Sand eingerieben und so aus- 
Seführt. Die Mittelmeerschwämme kommen 
•heist über Triest, Venedig, Livorno, Marseille, 
Genua und Tripolis in den Handel, teils in 
Fisten, teils in Ballen gepackt, die kleineren 
Sorten an Schnüren aufgereiht. Für die Bahama- 
^der amerikanischen S. sind Hamburg und 
“temen die hauptsächlichsten Einfuhrplätze. Sie 
"'erden hier gebleicht und in handliche Formen 
geschnitten und je nach der Güte unter den 
Famen: Graß, Velvets, Reefs usw. in den Han 
del gebracht. Das Bleichen erfolgt mit Wasser 
stoffsuperoxyd oder durch Eintauchen in Ka- 
* lu mpermanganatlösung und nachherige Ent 
erbung in einer Natriumhyposulfitlösung unter 
$ u satz einiger Teile Salzsäure. Der Güte und 
l°rmnach unterscheidet man 1.Champignons, 
, le feinsten, kleinporigen, hellfarbigen, sehr 
e *astischen SC' J 2. Damen- oder Toilette- 
Sc hwämme, sehr feinporige weiche S. (Diese 
beiden Sorten bezeichnet man als „Levantiner“.) 
3. Gewöhnliche S., von denen man un- 
angereihte, auf Venetianer Art angereihte und 
auf Triester Art aufgeschnürte unterscheidet. 
4. Zimoccaschwämme oder Zemocca- 
schwämme, feinporige, aber festere und här 
tere, und infolgedessen sehr haltbare S. 5. Pf erde 
schwämme, die größten, und im Gegensatz zu 
den vorhergehenden, großporigen Sorten. Sämt 
liche S. werden außerdem noch in verschiedene 
Wert- und Größennummern sortiert, und der 
Abfall oder Ausschuß unter dem Namen Kropf 
schwamm verkauft. Alle S. dürfen weder zu 
feucht noch zu trocken aufbewahrt werden, da 
sie im ersteren Falle leicht übelriechend und 
rotfleckig werden, im letzteren aber zu sehr an 
Gewicht verlieren. Die wichtigste Verwendung 
der S. ist bekannt, erwähnt mag nur noch wer 
den, daß man mit geschmolzenem Wachs ge 
tränkte und gepreßte Schwammschnitte unter 
dem Namen Preßschwamm (Spongia cerata) 
führt. Auch wurde früher aus den Schwamm 
abfällen (Kropfschwamm) durch Verglühen eine 
Kohle, Carbo spongiae, hergestellt, die ihres 
geringen Jodgehaltes wegen als Mittel gegen 
den Kropf Anwendung fand. 
Schwarzkümmelsamen (Kreuzkümmel, lat. 
Semen nigellae, frz. Semence de nigelle, engl. Ni- 
gelle seeds), ein Gegenstand des Drogenhandels, 
der in der tierärztlichen Praxis und als Gewürz 
Verwendung findet, stammt von mehreren Arten 
der den Ranunkulazeen angehörenden Gattung 
Nigella. In Südeuropa und Deutschland baut 
man den gemeinen Schwarzkümmel, Ni 
gella sativa L., eine 25—30 cm hohe Pflanze, 
die auch römischer oder schwarzer Ko 
riander, Katharinenblume, Kapuziner- 
und Nardenkraut, Nardensamen usw. ge 
nannt wird, während im Orient der Damas 
zener Schwarzkümmel von Nigella Da- 
mascena L. bevorzugt wird. Die Früchte des 
letzteren sind etwas kleiner, riechen gewürz- 
hafter und zeigen beim Reiben einen erdbeer- 
artigen Geruch. S. enthält etwa 35 0/0 fettes Öl 
und 1 / 2 0/0 ätherisches öl, die erstere Sorte 
außerdem einen Bitterstoff, Melianthin, der 
Damaszener S. hingegen ein Alkaloid, das Da- 
maszenin, das im ätherischen .Öl blau flu 
oresziert. 
Schwarzwurzel (lat. Radix consolidae seu sym- 
phyti, frz. Racine de symphyte, engl. Symphyti 
root), die Wurzel von Symphytutn offici- 
nale, einer zu der Gattung der Boragineen 
gehörenden Pflanze, wird medizinisch als schleim 
lösendes Mittel benutzt und enthält Schleim, 
Gerbstoff und Asparagin. — Mit demselben 
Namen bezeichnet man auch eine beliebte Ge 
müsepflanze, Scorzonera hispanica, deren 
Wurzeln wie Spargel zubereitet werden und ge 
röstet als Kaffee-Ersatz Verwendung finden. Die 
Pflanze wird 0,6-—1,3 m hoch, ist zwei- und 
mehrjährig, besitzt gelbe, wie Vanille riechende 
Blüten und große lange Blätter und wächst auf 
Kalkboden auch wild. Der Anbau verlangt tief 
gelockerten Boden in offen zugiger Lage, dünne 
Reihensaat im März oder April und gute, aber 
nicht frische Düngung. Oft erlangen die Wur 
zeln schon im ersten Jahre die zum Gebrauch 
erforderliche Größe und Stärke, gute Finger
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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