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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Schweinfurtergrün 
407 
Seegras 
da besonders amerikanische Schmalze häufig 
ein abweichendes Verhalten zeigen und mit 
glatter Oberfläche erstarren. Das S. unterliegt 
den Bestimmungen des Fleischbeschaugesetzes 
und darf daher insbesondere die in diesem ver 
botenen Konservierungsmittel nicht enthalten. 
Zur Durchführung der gesetzlichen Vorschriften 
wird alles eingeführte S. einer amtlichen Unter 
suchung unterzogen. — Das S. bildet in seinen 
besseren Sorten eines der wertvollsten Speise 
fette sowie einen wertvollen Rohstoff der Mar 
garinefabriken. Weiter dient es in besonders ge 
reinigtem Zustande als Grundlage von Salben 
und Pomaden, während die minderwertigen Sor 
ten als Schmieröle und zur Herstellung von 
Seifen benutzt werden. 
Schweinfurtergrün, ein prächtig grüner Farb 
stoff, wurde zu Schweinfurt in der Fabrik von 
W. Sattler erfunden und dort zuerst bereitet, 
wird aber jetzt auch in verschiedenen anderen 
Orten hergestellt. Der Name S. kann als eine 
Sammelbezeichnung für alle Grünfarben ge 
braucht werden, die als wesentliche Bestandteile 
Kupfer und Arsenik enthalten und demnach 
giftig sind. Sie kommen unter den mannig 
fachsten Benennungen, wie Kaisergrün, Pa 
riser-, Wiener-, Kasseler-, Neuwieder-, 
Mitis-, Berggrün und Scheelesches Grün, 
in den Handel und unterscheiden sich durch 
ihre Tönungen sowie die lebhaftere oder mattere 
Farbe. Auch ist ihre Bereitung nicht durchweg 
dieselbe. Alle aber sind durch ihren Arsengehalt 
gefährlich. Das Scheelesche oder Schwe 
dischgrün erhält man durch Fällen eines heißen 
Gemisches von Kupfervitriollösung und arsenig- 
saurem Kalium mit Ätzkalilauge als dunkelgrünen 
Niederschlag von basisch arsenigsaurem Kupfer 
oxyd. Das eigentliche Schweinfurtergrün im 
engeren Sinne ist ein Doppelsalz aus basisch 
arsenigsaurem und essigsaurem Kupferoxyd und 
wird in der Weise hergestellt, daß man siedende 
Lösungen von kristallisiertem Grünspan (neu 
tralem essigsaurem Kupferoxyd) und arseniger 
Säure (weißem Arsenik) zusammengießt. Hierbei 
entsteht zunächst ein schmutzig grüner, flockiger 
Niederschlag, der sich durch 2—3 tägiges Stehen 
>n mikroskopisch kleine, glänzende, grüne Kri 
stalle verwandelt und in dieser Form ausgepreßt 
Und getrocknet wird. Um ein besser deckendes 
Erzeugnis zu erzielen, erhält man die gemischten 
Flüssigkeiten kurze Zeit im Sieden, wobei sich 
das Grün sogleich, aber feinpulverig, zwar ohne 
das Feuer der ersten Sorte, aber für öl- und 
Lackfarben besser geeignet, abscheidet. Die ge 
wöhnlicheren Sorten sind mit weißen Zusätzen, 
Wie Schwerspat u. dgl., gemischt, während gelb 
grüne Sorten (Mitisgrün, Papageigrün) Zu 
sätze einer gelben. Farbe erhalten. Der Ver 
brauch dieser äußerst giftigen Farbe hat be 
deutend nachgelassen und befindet sich erfreu 
licherweise in einem weiteren Rückgänge. •— Zur 
Erlangung eines schnellen Urteils darüber, ob 
eine grüne Farbe S. ist, behandelt man sie mit 
^mmoniak und überträgt die blaue Lösung auf 
Lapier. Hinterbleibt nach dem Verdunsten des 
Ammoniaks ein hellblauer Rückstand, so liegt 
hur eine Kupferfarbe ohne Arsenik vor, während 
■Ltsenik sich dadurch zu erkennen gibt, daß der 
Rückstand eine schmutzig gelbgrüne Farbe an 
nimmt. Übergießt man etwas S. mit Salzsäure, 
so löst es sich mit gelber Farbe, und ein zu der 
in verschlossener Flasche befindlichen Lösung 
gebrachtes blankes Kupferblech bedeckt sich 
infolge der Gegenwart von Arsen nach einiger 
Zeit mit einer schwarzen Kruste von Arsen und 
Arsenkupfer. 
Schweizerkäse nennt man im weiteren Sinne 
des Wortes alle in der Schweiz hergestellten 
Käsesorten, im engeren jedoch nur den sog. 
Emmenthaler Käse, der aber nicht allein im 
Emmenthale (Kanton Bern), sondern auch in an 
deren Gegenden der Schweiz sowie im baye 
rischen Allgäu, erzeugt wird. Zu seiner Her 
stellung wurde ursprünglich die für einen ganzen 
Käse erforderliche Milch in einem Kessel er 
wärmt und der mit Lab abgeschiedene und 
geformte Käse 4—S Monate im Käsekeller täg 
lich mit frischem Salz eingerieben. Er ist einer 
der beliebtesten fetten Hartkäse und kommt 
in großen mühlsteinförmigen Laiben von 20 bis 
75 kg Gewicht und hellgelber Farbe in den Han 
del. Besonders kennzeichnend erscheinen die 
S—6 mm breiten Löcher oder Hohlräume im 
Inneren, die feuchtglänzend sind und etwas Salz 
wasser enthalten. Käse, der keine oder nur sehr 
kleine Hohlräume hat, heißt Gläsler, solcher 
mit zu vielen kleinen und fehlenden großen 
Löchern Nißler. Die fetteste Sorte ist der 
Käse von Greierz im Kanton Freiburg. Vgl. 
ferner unter Käse. 
Schwerspat (Bariumsulfat, lat. Baryrnn sul- 
furicum, Spathum ponderosum, Baryta sulfurica 
nativa, frz. Spath pesant, Sulfate de baryte, engl. 
Pleavy-spar, Barium Sulfate), ein durch sein hohes 
spez. Gew. (4,500) ausgezeichnetes Mineral, er 
scheint in rhombischen, dicken, tafelförmigen 
Kristallen, meist undurchsichtig und farblos, sel 
tener gefärbt und von schwachem Glas- oder 
Fettglanz. Fundorte sind namentlich das Erz 
gebirge, Thüringen, der Harz, Schwarzwald und 
Siebenbürgen. Der S. besteht aus Barium 
sulfat, BaS0 4 , und wird im fein gemahlenen 
Zustande als Anstrichfarbe unter dem Namen 
Mineralweiß oder Neuweiß in den Handel 
gebracht, aber auch zur Vermengung mit Blei 
weiß und als Zusatz zu Glasuren benutzt. Zur 
Darstellung von Bariumsalzen ist hingegen der 
Witherit geeigneter. 
Seegras (Wasserriemen, lat. Zostera, frz. 
Goemon, engl. Sea weed) nennt man die im 
Handel vorkommenden getrockneten Blätter von 
Zostera marina, einer zu den Najadeen ge 
hörigen Wasserpflanze, die an den Küsten der 
Nord- und Ostsee und des Adriatischen Meeres 
auf seichten sandigen Stellen unter Wasser in 
großer Menge gesellig wächst und ganzeWiesen 
bildet. Es hat am Boden kriechende Stengel 
und zahlreiche, 14—18cm lange, grasartig schmale 
Blätter, die im Leben glänzend grün, getrocknet 
aber graubraun und durcheinander gewirrt er 
scheinen. Im letzteren Zustande bildet S. ein 
Polstermittel für Stühle, Sofas und Matratzen, 
das mit Roßhaar zwar nicht zu vergleichen, 
aber auch bedeutend billiger ist und zudem den 
Vorteil hat, daß sein Seegeruch kein Ungeziefer 
aufkommen läßt, Außerdem wird es häufig als 
Verpackungsmittel gebraucht. Die Seegrasernten 
bilden in mehreren Küstengegenden, namentlich
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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