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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Siderolith 
416 
Silber 
Verwendung findet. Nach Entfernung des Flei 
sches werden die etwa 45 °/o Fett enthaltenden 
Nüsse grob gestoßen, mit Wasser gekocht und 
das dabei an die Oberfläche tretende Fett in 
irdene Töpfe geschöpft, wo es bald fest wird und 
die Farbe und Festigkeit von tierischem Talg 
annimmt. Es hat einen angenehmen Geschmack 
bei hinreichender Haltbarkeit und eignet sich 
für alle Zwecke, zu denen Palmöl benutzt wird, 
S. ist von grünlichweißer Farbe, die sich an 
der Luft aber schnell ausbleichen läßt. Das 
spez. Gew. beträgt 0,954, der Schmelzpunkt 28 bis 
30 0 , die Jodzahl 55—60. Außer als Speisefett 
eignet sie sich auch zur Herstellung von Seife. 
Siderolith (wörtlich Eisenstein) nennt man 
eine besondere Sorte von Ton waren aus weißer, 
scharf gebrannter Tonmasse. Zur Herstellung 
dient ein plastischer Ton, der in gleicher Weise 
wie für Steingut zubereitet, geformt und scharf 
gebrannt wird. Die Gegenstände erhalten aber 
keine Glasur, sondern werden nach dem Brennen 
mit einem farbigen oder Bronzefimis überzogen, 
teils auch mit Vergoldung versehen und sodann 
im Ofen bei mäßiger Hitze getrocknet. Die 
Erzeugnisse haben ein hübsches Äußere, sind 
aber zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten nicht 
geeignet und werden auch bald unscheinbar. 
Die Herstellung hat eine bedeutende Ausdeh 
nung erreicht und wird in Böhmen, auf dem 
ThüringerWalde und zu Nymphenburg in Bayern 
betrieben. 
Sidol ist ein flüssiges Metallputzmittel, das 
neben einer wäßrigen Lösung von Ammoniak 
seife Bolus und etwas Oxalsäure enthält. In 
ähnlichen Putzmitteln sind außerdem Mineral 
öle und freie Fettsäuren aufgefunden worden. 
Sidonal, ein neueres Arzneimittel, wird durch 
Neutralisation von Piperazin mit Chinasäure dar 
gestellt und ist demnach als chinasaures Pi 
perazin (Piperazinum chinicum) anzu 
sprechen. Das farblose, säuerlich schmeckende 
Kristallpulver schmilzt bei 168—171 0 und ist in 
Wasser leicht löslich. Es bildet wegen seiner 
harnsäurelösenden Wirkung ein spezifisches Mittel 
gegen alle Krankheiten, welche, wie die Gicht, 
auf Harnsäureausscheidung beruhen. 
Siegellack (Packlack, Postlack, lat. Lacca 
sigillata, frz. Laque de poste, engl. Sealing Wax) 
nennt man im allgemeinen Mischungen har 
ziger, in der Flitze schmelzender Stoffe mit 
Körperfarben. Die Grundlage zu gutem S. ist 
Schellack, dessen Schmelzbarkeit durch Zusatz 
von etwa !/ 4 oder mehr venetianischem Terpentin 
erhöht wird. Als Farbkörper für den feinsten 
ro,ten S. benutzt man ausschließlich guten Ver- 
millonzinnober. Bei den geringeren Sorten wird 
dieser Stoff zum Teil, bei noch wohlfeileren ganz 
durch Mennige, Chromrot oder Englischrot er 
setzt, während für den Schellack Kolophonium 
und ähnliche Flarzstoffe eintreten. Zur Ver 
mehrung des Gewichts, zur Ersparung an Farb 
stoff und zur Abtönung der Farbe werden häufig 
auch weiße erdige Zusätze von Talkpulver, 
Schwerspat, Barytweiß oder Kreide angewandt. 
Die erdigen Stoffe, zum Teil auch die Farb 
körper, werden bei den besseren Sorten erst 
für sich mit Terpentin und Terpentinöl gut 
verrieben und dann zu der schmelzenden Schel 
lackmasse hinzugesetzt. — Gewöhnliche Fla 
schenlacke bestehen nur aus Kolophonium, 
Burgunderharz oderWeißpech und gewöhnlichem 
Terpentin nebst billigen Farbkörpern. Als Far 
ben benutzt man für Schwarz feinen Ruß, Bern 
schwarz oder Pechasphalt, für Braun Zinnober 
mit Ruß oder irgendeine braune Erdfarbe, für 
Gelb und Orange die betreffenden Chromblei 
farben, für Grün Chromgrün oder Kupfergrün 
(Schweinfurtergrün darf zu S. nicht verwandt 
werden, da es beim Schmelzen giftige Dämpfe 
von arseniger Säure entwickelt), für Blau Ultra 
marin. Der blaue S. ist am schwierigsten her 
zustellen, da hierzu die Harzmasse besonders 
hell sein muß, und man benutzt daher gebleich 
ten Schellack in Verbindung mit Dammar oder 
anderen hellen Harzen. Zu Gold- und Bronze 
lack werden in die Masse kleine Flitter von 
echtem Blattgold oder Bronze eingerührt. -— 
Zum Parfümieren feiner S. benutzt man Ben 
zoeharz, Tolu- oder Perubalsam oder Moschus, 
die erst der zum Ausgießen fertigen Masse ein 
verleibt werden. Die Vereinigung der Bestand 
teile erfolgt durch gelindes Schmelzen über 
Kohlenfeuer. Man erhitzt und rührt, bis das 
Gemisch Blasen wirft, nimmt es dann vom Feuer 
und rührt weiter, bis die Blasen vergehen, und 
gießt die Masse schließlich in blecherne, innen 
verzinnte Formen, die mit etwas feinem Öl aus 
gestrichen sind. Die erhärteten Stangen werden 
geglänzt, indem man sie rasch durch eine Spi 
ritusflamme oder die Hitze eines Kohlenfeuers 
zieht. 
Sienaerde (lat. Terra de Siena, frz. Terre de 
Sienne, engl. Siena earth, so genannt vön ihrem 
Fundorte Siena in der italienischen Provinz Tos 
kana, ist eine Art Ocker, und zwar allerfeinster 
Ocker, der. von Natur hellbraun, dunkelgelb 
bis dunkelbraun, durch Brennen andere Farben 
töne in Braun, Rötlich und Orangegelb annimmt- 
Im rohen, geschlämmten Zustande dient S. als 
gelbe Aderfarbe für Holzanstriche. Gebrannt 
gibt sie ein feuriges Rotbraun und wird haupt 
sächlich als Lasurfarbe benutzt. 
Sikkative (Siccative, Trockenmittel) 
nennt man verschiedene Metallverbindungen, die 
Leinöl- oder Firnisfarben zugesetzt werden, uro 
diesen eine größere Trocknungsfähigkeit zu ver 
leihen. Die flüssigen S. (Trockenöle) sind zum 
Teil stark bleihaltige Firnisse, die durch Kochen 
von altem Leinöl mit Mennige, Bleiglätte oder 
Bleizucker hergestellt und zum Gebrauch roh 
Leinölfirnis oder Terpentinöl verdünnt werden. 
Auch durch Anwendung von Braunstein, bor 
saurem oder oxalsaurem Manganoxydul 
und von .Zinksalzen erhält man Trockenöle, die 
vor den bleihaltigen den Vorzug besitzen, selbst 
nicht dunkel zu werden und Anstriche mit Zink 
weiß nicht dunkel zu färben. Durch Zusammen 
schmelzen der genannten Metallsalze, mit Fichten 
harz oder durch Eindampfen der Trockenöle er 
hält man die S. in fester Form. — Auf 1 kg 
streichfertige Ölfarbe rechnet man 40—50g 
flüssiges Sikkativ, während von borsaurern 
Manganoxydul 10—20 g genügen. 
Silber (lat. Argentum, frz. Argent, engl. Silver) 
findet sich sowohl gediegen, wie in Form von 
Erzen auf der Erde in ziemlicher Verbreitung. Von 
den Erzen haben Silberglanz (Schwefelsilber), 
Hornsilber (Chlorsilber), S i 1 berk u p f er-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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