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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Soda 
420 
Sojabohnen 
Schwefel verarbeitet wird. Aus der Lösung kri 
stallisiert beim Eindampfen das Natriumkarbonat 
(Sodamehl) aus und wird fortwährend aus 
geschaufelt, während in der Mutterlauge (Rot 
lauge) Ätznatron und Natriumsulfid Zurück 
bleiben. Die letzteren werden entweder direkt 
auf Natriumhydroxyd oder durch Behandlung 
mit Kohlensäure oder Eindampfen und Glühen 
mit Kohle auf Natriumkarbonat verarbeitet. Das, 
Sodamehl braucht nur getrocknet und imFlammen- 
ofen unter .Vermeidung des Schmelzens gelinde ge-, 
glüht zu werden und liefert dann die rein weiße 
oder kalzinierte S„ auch Sodasalz genannt, 
als ein bröckliges Pulver mit 80—960/0 Natrium 
karbonat neben- Glaubersalz und Kochsalz. Durch 
Umkristallisieren erhält man die Kristallsoda, 
welche zehn Moleküle, entsprechend 630/0 Wasser, 
enthält. — Das zweite wichtigste Verfahren, das- 
Ammoniaksodaverfahren oder Solvay ver 
fahren, beruht darauf, daß eine konz. Kochsalz 
lösung sich mit einer konz. Lösung von Ammo 
niumkarbonat zu doppeltkohlensaurem Natron 
und Salmiak umsetzt. Letzterer bleibt gelöst, 
während das Bikarbonat ausfällt und durch Er 
hitzen in neutrales Karbonat (Soda) umgewandelt 
wird. Die entweichende Hälfte der Kohlensäure 
wird wieder zur Darstellung von Ammonium 
karbonat benutzt, während man die andere Hälfte 
durch Glühen von Kalkstein erhält. Der hierbei 
zurückbleibende Ätzkalk dient wieder zur Zer 
legung des im ersten Abschnitt entstehenden Sal 
miaks, und es braucht sonach nur Kochsalz und 
die Hälfte des theoretisch erforderlichen Kalk 
steins der Umsetzung zugeführt werden, während 
das Ammoniak stets wieder zurückkehrt. Die so 
erhaltene Ammoniaksoda ist außerordentlich 
rein und enthält meist 98—99% Natriumkarbo 
nat. Erhebliche Kochsalzgehalte, wie sie sich 
z. B. bis zu 50% in der sog. Dresdener Soda 
vorfinden, sind auf Verfälschung zurückzuführen. 
Das Solvayverfahren, welches eine Zeitlang das 
Leblancverfahren völlig zu verdrängen schien, 
leidet an dem Übelstande, daß die entstehenden 
Chlorkalziumlaugen sich nicht verwerten lassen, 
während die gesteigerte Nachfrage nach Salz 
säure die Beibehaltung des Leblancprozesses 
neuerdings wieder vorteilhaft erscheinen läßt. 
Von weiteren Verfahren hat sich die Verarbei 
tung des Schwefelnatriums nicht bewährt. Hin 
gegen werden in Nordamerika aus Kryolith 
(s. d.) durch Glühen mit Kalk oder Kreide und 
Einleiten von Kohlensäure in die Lösung des 
entstandenen Natriumaluminats erhebliche Men 
gen S. dargestellt. ■— Eine große Zukunft scheint 
auch das elektrolytische Verfahren zu 
haben, bei welchem Kochsalz durch den elek 
trischen Strom in freies Chlor und Natrium zer 
legt wird. Das erstere dient zur Darstellung von 
Chlorkalk, das letztere geht sofort in Natrium 
hydroxyd über und kann als solches verwertet 
oder durch Einleiten von Kohlensäure in S. über 
geführt werden. •— Der Handelswert der S. 
hängt von ihrem Gehalt an Natriumkarbonat 
ab, der auf analytischem Wege mit Hilfe der 
Alkalimetrie bestimmt wird. In der Praxis drückt 
man den Gehalt meist durch Grade aus, die aber 
in den verschiedenen Ländern nicht immer das 
selbe bedeuten. Die deutschen Grade geben den 
prozentischen Gehalt an Natriumkarbonat an, so 
daß eine psgrädige Soda 95% Natriumkarbonat 
enthält. In England bezeichnet man dem gegen 
über als Grade den Gehalt an Natriumoxyd (real 
soda) und berechnet sie außerdem noch um 
2—3 Einheiten zu hoch, weil man willkürlich das 
Äquivalent zu 32 statt 31 annimmt (Newcastle- 
Grade). Gay-Lussac-Grade endlich bezeichnen 
den prozentischen Gehalt an Natriumoxyd auf 
Grund des richtigen Äquivalentgewichtes und 
französische oder Descroizilles-Grade die 
zur Neutralisation von 100 Teilen Soda erforder 
liche Menge Schwefelsäure. Bei der Nachprü 
fung von Sodalieferungen auf Grund ausgeschrie 
bener Bedingungen ist stets zu berücksichtigen, 
daß die kalzinierte Soda Wasser anzieht, und daß 
ein etwaiger Minderbefund daher unter Um 
ständen auf länger dauernde Aufbewahrung zu 
rückzuführen ist. Umgekehrt findet man bei der 
Kristallsoda, welche verwittert und Wasser ver 
liert, bisweilen zu hohe Werte. — Die S. wird in 
ungeheuren Mengen in Glas- und Seifenfabriken 
verwandt. Weiter dient sie zum Beizen von Gar 
nen und Geweben in der Bleicherei und Färberei, 
als Waschmittel, als Zusatz zu Glasuren, zur Her 
stellung von Ultramarin und zahlreicher Natrium 
verbindungen. 
Soda-Powder (englisches Brausepulver, 
lat. Pulvis aerophorus anglicus) besteht aus zwei 
Pulvern, von denen das eine im blauer oder roter 
Kapsel 2 g Natriumbikarbonat, das andere in 
weißer Kapsel 1,5 g Weinsäure enthält. Zum 
Gebrauche löst man zuerst das in farbiger Kapsel 
befindliche Pulver in einem zu 2/3 gefüllten 
Glase Zuckerwasser auf, schüttet die Weinsäure 
hinzu und trinkt während des Aufbrausens, 
Sodapastillen (Vichy-Plätzchen, Tat. Tro- 
chisci natrii bicarbonici) sind mit Zucker bereitete 
Pastillen, die je 0,1 g Natriumbikarbonat ent 
halten und als Ersatz der aus den Quellsalzen 
von Bilin, Vichy und Ems hergestellten Pastillen 
benutzt werden. 
Sodatabletten (lat. Tabulettae natrii carbonici) 
werden nach Dieterich ohne jeden Zusatz aus je 
1 g Natriumkarbonat, nach Salzmann unter Zu 
satz von 10% Talkum gepreßt, so daß die Ta 
blette ebenfalls 1 g Natriumkarbonat enthält. 
Sodawasser (lat. Aqua sodae) nennt man 
einen künstlichen Säuerling, der durch Einpressen 
von Kohlensäure in wäßrige Sodalösung unter 
Druck hergestellt wird. 
Sodener Salz. Zur Nachahmung der Sodener 
Quellen empfiehlt Dieterich f olgende Mischungen: 
1. Milchbrunnen: Je 15 g Natriumbikarbonat 
und Natriumchlorid, *5,2 g entwässertes Mag' 
nesiumsulfat, 2,5 g schweres Kalziumkarbonat, 
i,S g Kaliumchlorid, je 0,2 g Kaliumbikarbonat 
und Kaliumsulfat, 0,1 g entwässertes Ferrosulfat- 
Man löst einen knappen Kaffeelöffel voll in 
10 1 Wasser. 2. Solquelle: 124g Natriumchlo 
rid, 23,5 g Natriumbifcarbonat, 6,5 g Kalium- 
chlprid, 4,7 g entwässertes Magnesiumsulfat, 4,0 g 
schweres Kalziumkarbonat, 0,42 g entwässerte 5 
Ferrosulfat und 0,2 g Kaliumbikarbonat. Ein 
knapper Eßlöffel voll auf io 1 Wasser. 
Sojabohnen, die Samen der in China, Japan 
und Indien in großen Mengen angebauten Hül' 
senfrucht Glycine (Soja) hispida Maxim 
oder Dolichos Soja, unterscheiden sich durch 
ihren hohen Fettgehalt von allen übrigen Legu-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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