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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Solidgelb 
421 
Soßen 
ruinösen. Sie lassen sich in zwei Gruppen, die 
flachfrüchtigen (Soja platycarpa) mit dunkel 
gefärbten Samen und die gedunsenfrüchtigen 
(Soja tumida) mit braunen und gelben Samen 
einteilen und enthalten neben 16—20 °/o Fett und 
30—40 % Stickstoffsubstanz etwa 30 0/0 Extrakt 
stoffe, die größtenteils aus Aleuron und 'Dex 
trin bestehen, aber keine Stärke aufweisen. 
Die neuerdings vielfach nach Europa eingeführte 
und auch in Deutschland mit gutem Erfolge an- 
gebaute S. bildet an sich ein Wertvolles Nah 
rungsmittel und dient überdies zur Herstellung 
von Kaffee-Ersatz, ferner von Soßen, von sog. 
Bohnenkäse (Natto, Tofu, Tao-fu) und zur 
Gewinnung des Fettes. — Das Sojabohnenöl 
hat eine Jodzahl von 123 und eine Verseifungs 
zahl von 193 und findet als Speiseöl Verwen 
dung. — Die aus Japan und China eingeführte 
scharfe Soße, Soja, Soya oder Shoya wird in 
der Weise bereitet, daß man ein Gemisch von 
geröstetem und gedämpftem Weizen oder 
Gerste durch Zusatz von Koji, einem durch 
Aussaat von Aspergillus- oder Torulapilzsporen 
auf Reis oder Sojabohnen erzeugten Enzyme, in 
Gärung versetzt, dann mit Kochsalz und Wasser 
vermischt und die verflüssigte Masse nach län 
gerer Zeit (1—5 Jahre) abpreßt und filtriert. 
Solidgelb ist ein dem Säuregelb nahe ver 
wandter Teerfarbstoff. 
Solidgrün. Diesen Namen führen verschie 
dene Teerfarbstoffe, so das Malachitgrün 
(s. d.), das Brillantgrün (s. d.) und Dinitroso- 
resorzin. 
Solutol, ein neueres Desinfektionsmittel, be 
steht aus einer wäßrigen Auflösung von Kre- 
solnatrium und wird in zwei Sorten, als So 
lutol purum und crudum von der Firma 
v. Heyden-Radebeul in den Handel gebracht. 
Die ölige, gelbliche bis bräunliche Flüssigkeit 
gibt mit Wasser, selbst hartem, eine klare Lösung 
von stark alkalischer Reaktion und wird haupt 
sächlich zur Desinfektion und Geruchlosmachung 
von Aborten und Jauchegruben benutzt. 
Solveol, eine Auflösung von Kresol in kre- 
sotinsaurem Natrium, wird wegen seiner neu 
tralen Reaktion zur Wundbehandlung und zur 
Desinfektion chirurgischer Instrumente benutzt. 
Somatose, ein von den Farbenfabriken von 
Friedrich Bayer & Co. in Elberfeld in den Han 
del gebrachtes Nährmittel, besteht im wesent 
lichen aus löslichen Stickstoffsubstanzen und wird 
wahrscheinlich durch Behandlung von Fleisch 
mit verdünntem Ammoniak und Alkalien her 
gestellt. Das geruch- und geschmacklose, gelb 
liche Pulver löst sich in Wasser und enthält 
nach König: 10,91 % Wasser, 83% organische 
Stoffe, darin 76,59 °/o Albumosen, 2,79 % Pepton, 
1,49% andere Stickstoffverbindungen, 2,130/0 
Fett und Extraktivstoffe und 6,09% Asche. Die 
S. wird ebensogut wie Fleisch im Organismus 
verdaut und findet, auch in Verbindung mit 
Kakao (Somatosekakao) als Nähr- und Kräfti 
gungsmittel für Kranke und schwächliche Per 
sonen Verwendung. 
Sombrerit (Sombreroguano), ein durch 
überlagernden Guano teilweise umgewandelter, 
neuer mariner Kalkstein von der Insel Som 
brero am nördlichen Ende der kleinen Antillen, 
wird als Düngemittel verkauft. 
Sonnenblumenöl (lat. Oleum helianthi, frz. 
Huile de tournesol, engl. Sunflower oil). Das 
aus den Samen der Sonnenblume kalt ge 
preßte Öl hat eine hellgelbe Farbe, angenehmen 
Geruch und milden Geschmack. Es besteht aus 
Linolein, Olein, Palmitin und vielleicht etwas 
Arachin. Das spez. Gew. beträgt 0,924—0,926. 
Das S. gehört zu den langsam trocknenden 
Ölen und findet als schmackhaftes Speiseöl, das 
warm gepreßte jedoch nur als Brennöl und zur 
Herstellung von Seife Verwendung. 
Sonnenblumensamen (lat. Semen helianthi, 
frz. Semences de foumesol, engl. Sunflowers 
seeds) stammen von der Sonnenblume oder 
Sonnenrose* Helianthus annuus, einer zur 
Familie der Korbblütler, Unterabteilung Ko- 
rymbiferen, gehörenden, ursprünglich in Peru 
heimischen Pflanze. Die Ölpflanze wird in gut 
gedüngtem, kräftigem, nicht zu losem Boden an 
gebaut, im großen hauptsächlich in Rußland, in 
Gärten und zur Einfassung von Feldern auch in 
Deutschland, als Feldpflanze auch in Ungarn, 
Italien, England und China. Die bis zu 2 m und 
höher werdende ein- oder mehrjährige Pflanze 
hat gesägte Blätter, aufrechte, ästige, starke 
Stengel, scheibenförmige, bis 30 cm Durchmesser 
große Blütenköpfe, gelbe Blumenkrone und zahl 
reiche, mattstahlgraue, große Samen, bis zu 2000 
auf einer Scheibe. Die Saat erfolgt im April, 
in Abständen von 0,64 cm, der Saatbedarf beträgt 
15 kg, der Ertrag 15—20 hl. Die Blätter dienen 
als Futter, die Stengel als Brennstoff. Die Pflege 
besteht in öfterem Behacken und Behäufeln, 
Ausbrechen der Nebentriebe und Blütenscheiden 
bis auf vier. Die Samen werden ausgeklopft und 
im Oktober geerntet. Vögel, Rostpilze, Regen 
und Wind beeinträchtigen den Ertrag. 
Sonnengelb (frz. Jaune soleil), ein im Jahre 
1883 aufgekommener Teerfarbstoff, der auch 
die Namen Mais und Kurkumin S. führt, be 
steht aus der Natronverbindung der Azoxystilben- 
disulfosäure. Das braune, in Wasser mit braun 
gelber Farbe lösliche Pulver wird mit konzen 
trierter Schwefelsäure violett und färbt Wolle und 
Seide im sauren Bade rötlichgelb. 
Sonnengold, ein Teerfarbstoff, soll mit 
dem Heliochrysin (s.d.) identisch sein. 
Soson ist ein unlösliches stickstoffhaltiges 
Nährmittel, welches durch Entfetten von 
Fleisch und Fleischabfällen mit heißem Alkohol 
und evtl. Behandlung mit Ammoniak oder schwef 
liger Säure hergestellt wird. Das weiße Pulver 
enthält 9,18 °/o Wasser, 0,61% Asche, 0,170/0 
Fett und 90,04% Stickstoffsubstanz, ist also als 
nahezu reines Eiweiß anzusprechen. Unter dem 
Mikroskope zeigt, es sich als aus Muskelfasern 
bestehend. Das S. hat vor dem Tropon den 
Vorzug, daß es rein tierischen Ursprungs ist, 
kann aber gleich dem Tropon wegen seines 
hohen Preises als billige Eiweißquelle für den 
Massenverbrauch nicht in Frage kommen. 
Soßen (Saucen, Tunken) nennt man Auszüge 
von Pflanzen und Gewürzen, die bisweilen auch 
Zusätze von Fisch- und Fleischextrakten, Zucker, 
Mehl und Kochsalz erhalten und neuerdings 
vielfach fabrikmäßig dargestellt werden. Als viel 
benutzte Ausgahgsstoffe erwähnt König; Gold- 
Liebesäpfel, Knoblauch, Schalotten, Sauer 
ampfer, Champignons, Walnüsse, Trauben, Ta-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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