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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
S
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Sozojodol 
422 
Speckstein 
marinden, Samen von Bockshornklee, Kümmel, 
Blätter von Dragon, Kerbel, Minze, Thymian, 
Majoran, Pfeffer, Paprika, Senf, Muskatnuß, 
Gewürznelken, Ingwer, Garnelen, Hummer, An 
chovis und Lobster. Von den bekannteren Soßen 
soll Maggis Suppenwürze aus Gemüsen und 
Steinpilzen hergestellt werden. Ovos, Wuk, 
Sitogen sind unter Hefenextrakte, Shoya 
(Soja) und Worcester unter ihrem Namen in 
besonderen Aufsätzen besprochen worden. 
Sozojodol, eines der vielen neueren Arznei 
mittel, besteht aus Dijodparaphenolsulfosäure, 
C6H 2 j 2 (0H)S0 8 H. Die in weißen Nadeln kri 
stallisierende, in Wasser, Alkohol und Glyzerin 
leicht lösliche Verbindung wird zu denselben 
Zwecken wie Jodoform verordnet, vor dem sie 
den Vorzug der Geruchlosigkeit hat, 
Sparadraj} (Emplastra extensa) nennt man 
die in Apotheken und Drogenhandlungen vor 
rätig gehaltenen Pflaster, deren zur Aufnahme 
der Pflasterschicht bestimmte Unterlage meist 
aus Schirting oder Halbleinen besteht. Eine 
Unterabteilung der S. sind die Pflastermulle 
oder Guttaperchapflastermulle (Perchem- 
plastra), die auf Mull oder mit dünner Gutta 
perchalage bedeckten Mull ausgestrichen sind 
und sich durch große Geschmeidigkeit und Kleb 
kraft auszeichnen. Als bekanntere Beispiele seien 
Sparadrap de Vigo, ein Quecksilberpflaster, 
und Sparadrap de Thapsia, ein Harz-Terpen 
tinpflaster, angeführt. 
Spargel {Sparse, Sparschen, frz. Asperge, 
engl. Asparagus) nennt man die jugendlichen, 
nur eben über die Erdoberfläche herausgewach- 
jsenen Sprossen der angebauten Spargelpflanze, 
Asparagus officinalis. Die ausdauernde Pflanze 
wird 0,5—i ,3 m hoch und besitzt dünne, nadel- 
ähnliche Blätter, grünlichgelbe Blüten und 
schwarze Samen in roten Beeren. Aus Samen 
gezogene Pflänzchen werden bei etwa 5 cm Länge 
20 cm voneinander entfernt in Reihen verpflanzt, 
rein von Unkraut gehalten und dann auf die 
Beete in Gräben oder neuerdings auf Hügeln 
in 60 cm weiten Abständen in gut gedüngten 
Boden gesetzt (reichlich Stalldünger mit Kali 
salz). Die Anlage und Unterhaltung der Spargel 
beete ist sehr kostspielig, da man für Rajolen 
des Bodens, Düngung, Auswerfen der Gräben 
oder Hügel und Pflanzung für den Hektar bis 
über 1000 M. und an jährlichen Kulturkosten min 
destens 600 M. rechnen muß. Die Dauer der 
Beete beträgt 15—18 Jahre, auf Ertrag ist vom 
dritten Jahre an zu rechnen. Gute Beete geben 
dann in 65 Tagen Stechzeit auf den Plektar bis 
4000 kg S. Trotz der hohen Kosten ist der An 
bau außerordentlich lohnend. — Der S. enthält 
neben geringen Mengen. Säuren, Zucker, Gummi 
und Mineralstoffen als charakteristischen Be 
standteil das harntreibende Asparagin, C 2 PI 3 . 
(NH 2 )(C,OOH)COONH 2 . Die Samen enthalten 
ein fettes Öl, die reifen Beeren Traubenzucker 
und einen roten Farbstoff, Stengel und Kraut 
Inosit. Die frischen S. sind Gegenstand des 
Orts- und des Welthandels, des Groß- und des 
Kleinhandels und werden auch in Dosen, Glä 
sern und Büchsen eingemacht in den Verkehr 
gebracht. Nach den Grundsätzen der braun 
schweigischen Konservenfabrikanten soll erster 
S. aus normal gewachsenen (nicht krummen) 
Stangen mit weiß gestochenen Köpfen, (rostfrei 
und ohne Faulflecke) bestehen, die vom Kopfe 
bis auf die Mitte des unteren Schrägabschnittes 
nicht unter 22 cm lang sind, bei einem Gewicht 
von mindestens 35 g für jede einzelne Stange, 
Roter Anlauf der Stange, der augenscheinlich 
nach dem Stiche eingetreten ist, beeinträchtigt 
die Eigenschaft als erster S. nicht. Zweiter S. 
soll im Durchschnitt nicht mehr als 22 Stangen 
auf Va kg aufweisen und nicht länger als 22 cm 
sein. Gänzlich grüne Köpfe dürfen in dieser 
Sorte nicht enthalten sein und ebensowenig 
vollständig hohle Stangen. Suppenspargel muß 
sich gut schälen lassen. 
Spartein (lat. Sparteinum, frz. Sparteine, 
engl. Spartein). Die mit den Kelchen getrock 
neten, goldgelben Blüten des Besenginsters, 
Sarothamnus scoparius seu Spartium sco- 
parium (lat. Flores Spartii scoparii seu Ge- 
nistae, frz. Fleurs de genest, engl. Broom Flowers), 
enthalten neben gelbem Farbstoff und dem stark 
diätetisch wirkenden Bitterstoff Skoparin 
auch ein flüssiges und flüchtiges Alkaloid, das 
Spartein, das dem Kurare und Koniin ähnlich 
wirkt. Das auch aus den in England gegen 
Wassersucht benutzten Zweigspitzen der Pflanze 
hergestellte Alkaloid bildet ein farbloses Öl von 
eigentümlichem Gerüche und stark bitterem Ge 
schmack, das sich an der Luft rasch verändert. 
Das Spartein und sein schwefelsaures Salz, Spar 
teinsulfat (lat. Sparteinum sulfuricum), finden 
beschränkte medizinische Anwendung bei Herz 
erkrankungen. 
Sparterie (Spanböden) nennt man Flecht 
werke aus dünnen, bandartig geschnittenen Strei 
fen von weichem, weißem Holze, wie Linden, 
Weiden, Espen, die zum Teil durch Handflech 
terei, zum Teil auf dem Webstuhl, mitunter 
auch im Gemisch mit Zwirnsfäden, hergestellt 
werden. Man fertigt aus Sp. Tischdecken, 
Fenstervorsetzer, Plutfutter sowie Mützen und 
Hüte, die fälschlich auch Bast- oder Reis 
strohhüte genannt werden. Die Industrie ist 
besonders in Böhmen heimisch, und die wohl 
feilen Waren werden weit versandt. 
Speck. Mit diesem Namen belegt man das. 
noch nicht ausgelassene, nur aus dem Körper 
gewisserTie're ausgeschnittene, festere Fettgewebe, 
namentlich der Schweine (Schweinespeck, 
Speckseiten), doch spricht man auch von 
Robbenspeck und Walfischspeck. Speck 
seiten werden gewöhnlich gesalzen und ge 
räuchert. 
Speckstein (Steatit, venetianische oder 
spanische Kreide), ein aus wasserhaltiger 
kieselsaurer Magnesia bestehendes Mineral 
(siehe auch Talk), ist sehr weich, fettglänzend 
und fettig anzufühlen, rein weiß oder oft gelb 
lich, grünlich bis gräulich gefärbt und sehr leicht 
zu schneiden, .wird aber im Feuer so hart, daß 
er selbst Glas ritzt. Der Stein findet sich nester 
weise in unregelmäßigen, kleineren und größeren 
Stücken in zersetztem Glimmerschiefer sowie auch 
eingewachsen in Serpentinfels. Seine hauptsäch 
lichsten Fundorte sind bei Wimsiedel in Bayern 
(Göpfersgrün, Thiersheim), doch findet er sich 
auch im Fichtelgebirge, bei Zöblitz und Alten 
berg in Sachsen, in Briangon und in Nyntsch 
(Ungarn). Aus S. werden auf der Drehbank und
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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