Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
T
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Teer 
444 
Teer 
werden neuerdings. in steigenden Mengen aus 
Zeylon, Ostindien und Java eingeführt. Sie be 
sitzen einen kräftigeren Geschmack als. der chi 
nesische Tee, aber ein weniger, feines Aroma. 
Als wirksame Bestandteile enthält der T. 
vor allem Koffein (Teein), dessen Menge zwi 
schen i und 5 °/o schwankt und im Mittel 2,6% 
beträgt. Am reichsten an diesem Stoffe sind die 
besseren schwarzen und die geringeren grünen 
Sorten. Die Feinheit des T. wird aber nicht 
durch das Koffein, sondern durch das in Menge 
von V2—i°/o vorhandene ätherische Öl ver 
ursacht. Der zusammenziehende Geschmack be 
ruht auf der Anwesenheit von Gerbstoff, der 
im frischen Teeblatt etwa 20—25 °/o, im grünen 
T. 16—18% und im schwarzen 10—12% aus 
macht. Um nicht zu herbe Aufgüsse zu erhalten, 
empfiehlt es sich daherj den T. mit heißem 
Wasser nicht zu lange, sondern nur bis zur hell 
gelben Farbe ziehen zu lassen. Von anderen 
Stoffen enthält der Tee noch 20—40% Protein, 
3—15 0/0 Fett, Chlorophyll, Wachs und Harz, 
9—iS°/o Rohfaser und erhebliche Mengen, 4 bis 
8%, Mineralstoffe, die durch einen hohen Man- 
gangehalt ausgezeichnet sind. Wegen seines Ge 
haltes an Koffein wirkt der T. anregend auf 
Nerven und Gehirn, erregt aber im Übermaß 
Schlaflosigkeit, Zittern und Abspannung. Der 
hohe Preis veranlaßt zahlreiche Verfälschun 
gen. Beimischungen von fremden Blättern: Wei 
den (Kanton-T.), Weidenröschen (Russischer, 
Koporischer, Iwantee), Schlehen, Erdbeeren, 
Eschen, Ulmen, Holunder, Rosen, Johannis 
beeren (Warschauer T.), Steinsamen (Böh 
mischer, Kroatischer T.) und zahlreichen 
anderen, sind beobachtet worden und wegen der 
kennzeichnenden Zähne, Idioblasten und Gesamt 
form des echten T. leicht nachzuweisen. Als Ver 
fälschung ist auch die Beimischung minderwerti 
ger Sorten zu guten zu betrachten. Die Unter 
suchung erstreckt sich auf die Bestimmung des 
Wassergehaltes (8'—12 0/0), der Asche (minde 
stens 3, höchstens 8o/ 0 , davon 500/0 in Wasser 
löslich), des wäßrigen Extrakts (30—400/0, min 
destens 240/0), des Teeins (1 o/ 0 ). Ein Mittel zur 
Vorprüfung auf extrahierte Blätter bietet die 
Erhitzung zwischen zwei Uhrgläsern, wobei 
echte Ware ein Sublimat von Koffeinkristallen 
liefert. Die Aufbewahrung des T. muß in 
gut verschlossenen Gefäßen bei Lichtabschluß 
erfolgen, da er leicht Gerüche anzieht und 
bei Feuchtigkeit modrig wird. — Als Deut 
scher Tee, Haustee, Waldtee und unter 
ähnlichen Bezeichnungen sind in der Kriegszeit 
vielfach Gemische verschiedener Blätter , und 
Kräuter von Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, 
Waldmeister u. dgl. sowie auch Hagebutten 
kerne, Apfelschalen benutzt worden. Durch 
Fermentieren der genannten Blattsorten hat 
man versucht, Teesorten herzustellen, die dem- 
echten chinesischen Tee ähneln; ob sich diese 
Erzeugnisse im Verbrauche halten werden, hängt 
von der Zukunft der deutschen Einfuhr ab. 
Teer (lat. Pix, frz. Goudron, engl. Tar). Diesen 
Namen führen alle bei der trockenen Destillation 
organischer Körper entstehenden Stoffe, die eine 
ölige, mehr oder weniger dickflüssige, zähe Be 
schaffenheit, eine braune bis schwarze Farbe 
und meist einen unangenehmen Geruch haben. 
Häufig bildet der Teer ein Nebenprodukt, wie 
bei der Herstellung von Leuchtgas und Holz 
essig. Vielfach wird die Destillation aber auch 
nur zum Zwecke der Teergewinnung ausgeführt, 
wie z. B. beim Schwelen der Braunkohlen. Der 
Teer ist kein einheitlicher Stoff, sondern ein 
Gemisch zahlreicher verschiedener Verbindungen, 
deren Art und Menge in den einzelnen Sorten 
großen. Schwankungen unterliegt. Selbst in ein 
und derselben Teerart, wie im Steinkohlenteer, 
kann das Mengenverhältnis der- einzelnen Be 
standteile außerordentlich wechseln, je nach der 
Art der Kohle und des Betriebes und besonders 
der Temperatur und Dauer der Destillation. Im 
Handel unterscheidet man hauptsächlich fol 
gende Teersorten: 1. Der Holzteer (vegeta 
bilischer Teer, lat. Pix liquida seu navalis, 
frz. Goudron vegötal, engl. Vegetable tar), eine 
schwarze bis dunkelbraune Masse von lang an 
haltendem, durchdringendem Geruch und schar 
fem, bitterem Geschmack, brennt mit leuchten 
der, rußender Flamme und löst sich völlig in 
Alkohol, hingegen nur teilweise in Äther und 
Terpentinöl. Das spez. Gew. beträgt ungefähr 
1,060. Zurzeit wird der Holzteer meist als Neben 
produkt bei der Herstellung des Holzessigs sowie 
in denjenigen Gasanstalten, die noch Holz ver 
arbeiten, gewonnen. Doch stellt man ihn in 
holzreichen Gegenden auch noch nach alter Art 
in Teerschwelereien dar. Schon bei der 
gewöhnlichen Meilerverkohlung läßt sich etwas 
Teer gewinnen, wenn aus dem Inneren ein 
schräg abfallendes Gerinne in ein verdecktes 
Sammelgefäß geleitet wird. Bei der eigentlichen 
Teerschwelerei benutzt, man gewöhnlich Kien 
holz, harzige Wurzeln, Stöcke .»und Rinden, so 
daß die übrig bleibenden Kohlen von geringem 
Werte sind. Doch schwelt man bisweilen auch 
andere Hölzer und schätzt namentlich den 
Buchenholzteer als eine bevorzugte Sorte. 
Das zuerst abfließende, dünnere und flüssig 6 
Destillat (weißer T.) sieht bräunlich oder gelb 
lich aus, schwimmt auf Wasser und wird meist 
zum Abdestillieren des Kienöls benutzt, wobei 
als Rückstand weißes Pech hinterbleibt. Die 
mittlere, etwas dunklere Sorte ist der Rad- oder 
Wagenteer. Der letzte, dickste, schwarzbraune 
und am übelsten riechende schwarze oder 
Schiffsteer (lat. Pix navalis, frz. Poix noire, 
engl. Pitch) dient zupa Teeren des Tauwerks und 
Kalfatern hölzerner Schiffe. Der Holzteer be 
steht aus Phenol, Kresol, Phlorol und ähnlichen 
Körpern, ferner Brenzkatechin, Zedriret, einigen 
flüssigen Kohlenwasserstoffen, et was Paraffin und 
stickstoffhaltigen öligen Basen. Der Birken 
teer (lat. Oleum betulinum seu rüsci, frz. GoU' 
dron de bouleau, engl. Birch tar), der in Rußland 
in großer Menge erzeugt und zur Herstellung des 
Juchtenleders verwandt wird, und der Buchen 
teer sind durch einen höheren Gehalt an GuaJ a ' 
kol gekennzeichnet. Medizinisch wird Buchen 
teer bei Hautkrankheiten sowie als Einreibung 5 ' 
mittel gegen Gicht und Rheumatismus angewand*- 
—. 2. Torfteer (frz. Goudron de tourbe, eng'- 
Turf tar) gleicht dem aus harzarmen Hölzern g e ' 
wonnenen Holzteer, z. B. dem Buchenholzteer, 15 
aber weniger geschätzt als der aus harzreiche 11 
Hölzern bereitete Holzteer. Man erhält a 119 
gutem Torf eine Ausbeute von 6—9 °/o.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.