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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
T
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

m 
Teigwaren 
446 
Terpentin 
zahlreicher anderer Anilinfarbstoffe, so des Ani 
linblaus durch Girard und de Laire, des Methyl 
grüns und des Methylvioletts folgten. Jedes Jahr 
brachte neue Farbstoffe und Farbstoffgruppen 
(1869 die Azofarbstoffe durch, Peter Grieß, Aliza- 
rin und andere Anthrazenfarbstoffe durch Grabe 
und Liebermann), bis im Jahre 1880 mit der 
künstlichen Darstellung des Indigos durch 
A.v. Baeyer ein Höhepunkt der chemischen Syn 
these erreicht wurde. Auf der Grundlage dieser 
streng wissenschaftlichen Forschung entwickelte 
sich eine blühende Industrie, in der zurzeit 
Deutschland die unbestrittene Führung über 
nommen hat. Der Wert der Erzeugung stieg von 
24 Millionen Mark im Jahre 1874 auf 65 Mil 
lionen Mark im Jahre 1890, und im Jahre 1908 
erreichte allein die Ausfuhr die Höhe von 63000 
Tonnen im Werte von mehr als 120 Millionen 
Mark. — Die Teerfarbstoffe finden ausgedehnte 
Anwendung in der Färberei, Zeugdruckerei, Bunt 
papier- und Tapetenfabrikation, zum Färben von 
Holz, Metall, Leder sowie zur Herstellung von 
Kinderspielzeug und Tinten. Für viele Zwecke 
haben sie wegen ihrer glänzenden, in jeder ge 
wünschten Abstufung herstellbaren Töne die 
natürlichen Farbstoffe völlig verdrängt, und im 
Gegensätze zu der früher weit verbreiteten An 
sicht gibt es jetzt zahlreiche T,, die nicht nur 
(für Woll- und Seidenfärberei) völlig waschecht 
sind, sondern auch große Lichtbeständigkeit 
zeigen. Selbst die für Tapeten beliebten Mode 
farben lassen sich durchaus lichtecht erzielen. 
— Die T. des Handels enthalten oft Zusätze 
nicht färbender Stoffe, die zum Teil erlaubten 
Zwecken dienen, wie der Erzielung eines be 
stimmten Farbtones oder der Erleichterung ihres 
Gebrauchs. Es sind aber auch direkte Verfäl 
schungen oder Beschwerungen beobachtet wor 
den. Die Erkennung derartiger Fremdstoffe, 
soweit sie anorganisch sind, wie Kochsalz, Glau 
bersalz, Schwerspat, erfolgt mit Hilfe der Aschen 
bestimmung. Stärke und Zucker können mikro 
skopisch erkannt werden. Der Nachweis von 
Dextrin gelangt meist durch Behandlung mit 
Alkohol. 1 
Teigwaren. Unter diesem Namen faßt man 
eine ganze Reihe von Erzeugnissen, wie Nu 
deln, Makkaroni (Vermicelli), Gräupchen 
und Suppeneinlagen, zusammen, die ursprüng 
lich in Italien (Makkaroni) hergestellt wurden, 
seit längerer Zeit aber auch in Deutschland von 
zahlreichen Fabriken in großen Mengen, ungefähr 
500000 dz, in den Verkehr gebracht werden. 
Das sehr einfache Verfahren besteht im Grunde 
darin, daß man einen mit Hilfe von Weizenmehl 
oder -grieß (Hartweizen) und Wasser oder Eiern 
hergestellten Teig entweder dünn auswalzt und 
in Streifen schneidet oder durch besondere Ma 
schinen in Faden- oder eine andere Form preßt 
und dann bei erhöhter Temperatur trocknet. 
Nach der Form unterscheidet man hauptsächlich 
Band-, Faden-, Röhren- oder Schnittnudeln, Perl- 
gräupchen, Sternchen, Hörnchen und Tierformen.. 
Wichtiger ist die Unterscheidung nach der Art 
der benutzten Zutaten in Wasserteigwaren 
und Eierteigwaren, von denen die ersteren 
aus einem Teig von Mehl und Wasser, die 
letzteren aus einem Gemisch von Mehl und 
Eiern hergestellt werden. Zwischen den, beiden 
Endgliedern dieser Reihe finden sich zahlreiche 
Übergangsstufen aus Mehl, Wasser und geringen 
Eierzusätzen, auch wird an Stelle des ganzen Ei 
inhalts, vielfach getrocknetes oder auf andere 
Weise konserviertes Eigelb verwandt. Im Hin 
blick auf den Umstand, daß viele sog. Eierteig 
waren des Handels nur verschwindend geringen 
oder gar keinen Eigehalt aufwiesen, durch künst 
liche Auffärbung mit gelben Teerfarben aber den 
Anschein einer gehaltreichen Ware besaßen, er 
schien es zweckmäßig, den Begriff der normalen 
Beschaffenheit, insbesondere einen Mindestgehalt 
von Eiern, festzulegen. Die Ansichten über die 
erforderliche Menge gehen zurzeit noch ausein 
ander. Während die Fabrikanten ursprünglich 
einen Mindestgehalt von 75 Eiern für den Zent 
ner Mehl als erforderlich, später aber auch 50 
und 30 Eier als ausreichend bezeichneten, ja 
schließlich sogar jede Begrenzung ablehnten, ver 
treten die Nahrungsmittelchemiker die Ansicht, 
daß Eiernudeln mindestens 400 Eier auf 100 kg 
Mehl enthalten müssen. Die sächsischen Nah 
rungsmittelchemiker haben sich für die Fest 
setzung von 200 Eiern für 100 kg Mehl aus 
gesprochen. Die weitere Forderung, daß eine 
künstliche Färbung zu kennzeichnen- sei, wird 
auch von den Fabrikanten anerkannt. Die Fest 
stellung des Eigehaltes in Nudeln stützt sich auf 
die Ermittlung der dem Eigelb eigentümlichen 
Bestandteile: Lutein (Eifarbstoff), Cholesterin, 
Lezithin und Fett, sie bietet aber gewisse Schwie 
rigkeiten, weil mit längerer Aufbewahrung eine 
Veränderung der' Eisubstanz verbunden ist. Ab 
gesehen von dem Eigehalte stellt man an die 
T„ die ein wertvolles Nahrungsmittel für den 
Massenverbrauch darstellen, die Forderung, daß 
sie keine anderen Mehle als Weizenmehl ent 
halten, beim Kochen nicht zerfallen und keine 
trübe oder sauer reagierende Brühe liefern. 
Tellur, ein dem Schwefel und Selen nahe 
verwandtes Element vom Atomgewicht 127, fin 
det sich in der Natur nur selten, und zwar ent 
weder gediegen oder in Verbindung mit Gold 
und Silber im Schrifterz oder mit Blei und 
Silber im Tellurblei. Die wichtigsten Fund 
orte sind in Siebenbürgen, im Altai und auf der 
liparischen Insel Vulkano. Praktische Verwen 
dung findet nur das tellursaure Kalium (Ka- 
liumteliurat, lat. Kalium telluricum) ein in 
wasserlöslichen Nadeln kristallisierendes Salz, das 
zur Verhinderung des Nachtschweißes von Phthi 
sikern medizinisch benutzt wird. Bei längerem 
Gebrauche des Mittels, das keinerlei unangenehme 
Nebenwirkungen zeigt, nimmt der Atem einen 
knoblauchartigen Geruch an. 
Tereben, eine gelbliche, bei 160 0 siedende, 
ölige Flüssigkeit, die an Stelle des Terpentinöls 
medizinische Anwendung findet, wird durch 
wiederholte Destillation von Terpentinöl oder 
anderen Terpenen mit etwas konzentrierter 
Schwefelsäure dargestellt. Es ist nicht, wie früher 
angenommen wurde, eine einheitliche Verbin 
dung, sondern ein Gemisch mehrerer Kohlen 
wasserstoffe. 
Terpentin (lat. iWebinthina, frz. Terdben- 
thine, engl. Turpentine) nennt man die frisc,hen, 
durch Lufteinwirkung noch nicht veränderten 
Harzausflüsse verschiedener Koniferen, die als 
Gemische von Harz und ätherischen ölen zu
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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