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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
T
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

jiSimus 
Tinte 
Titan 
451 
gegen Fliegen und Würmer mit Wermut, Aloe 
oder anderen Bitterstoffen versetzt wurden. Die 
heute gebräuchlichen Tinten lassen sich in die 
drei großen Gruppen der farbigen Tinten, 
der Chromblauholz- und der Eisengallus 
tinten einteilen. Als farbige Tinten kommen 
hauptsächlich wäßrige Auflösungen von Teer 
farben im Gemisch mit Bindemitteln (Gummi 
schleim) in Betracht, und zwar für Rot; Fuch 
sin und Eosin, für Blau: Indigokarmin, Me 
thylenblau und Alkaliblau, für Blauschwarz: 
Induline, für Violett: Methylviolett, für Grün: 
Malachitgrün, Äthylgrün oder eine Mischung 
von Indigokarmin mit Pikrinsäure, für Gelb: 
Pikrinsäure, Methylorange, Säuregelb, für Braun: 
Bismarckbraun, Modebraun. Daneben werden 
noch Koschenille, Rotholzabkochung, Berliner 
blau mit Oxalsäure, Kupferazetat mit Weinstein, 
Gelbbeeren, Gummigutt, für sich oder im Ge 
misch mit Teerfarben angewandt. Die Chrom 
blauholztinten sind Farblacke, welche durch 
Versetzen von Blauholzabkochungen mit chrom 
saurem Kalium entstehen. Zu ihrer Darstellung 
wird ein klar filtrierter Auszug von Blauhblz bis 
zu etwa 4 o/o Extraktgehalt eingedampft und mit 
einer 8proz. Kaliumchromatlösung vermischt. 
An Stelle der letzteren kann auch Alaun, Kup 
fervitriol, Eisenvitriol, Vanadinsäure oder Wolf 
ramsäure genommen werden. Zur Erhöhung 
der Flüssigkeit wird etwas Alkali, und zur Kon 
servierung etwas Phenol hinzugesetzt. Die 
Eisengallustinten sind Mischungen von Gal 
lussäure oder andern Gerbstoffen mit Eisenoxy 
dulsalzen und Gummiarabikum. Bei den älteren 
Erzeugnissen dieser Art wurde der entstehende 
Niederschlag von schwarzem gerbsauren Eisen 
durch das Gummi in Lösung erhalten und in 
fein verteilter Form auf das Papier übertragen. 
Sie hatten den Nachteil, daß sich die Oxydation 
und die Ausscheidung des Niederschlages schon 
im Glase vollzog, daß die schwarzen Teilchen 
sonach nur wenig fest an der Oberfläche des 
Papiers hafteten und geringe Haltbarkeit be 
saßen. Die jetzigen dokumentensicheren 
Tinten werden aus Gerbstofflösungen und 
Eisenoxydulsalzen mit Zusatz von Indigosulfo- 
säure, Holzessig oder Salzsäure hergestellt. In 
ihnen findet die Oxydation erst statt, nachdem 
sie in das Papier eingedrungen und dort ge 
trocknet sind, während sie im Glase zunächst 
keine Färbung besitzen. Lediglich um sie dem 
Auge des Schreibenden vorläufig sichtbar zu 
machen, werden sie mit einem unwesentlichen 
Farbstoff versetzt. Der zufälligen Verwendung 
von Alizarin verdankt die erste dauerhafte 
Eisengallustinte der Leonhardischen Fabrik in 
Dresden ihren Namen Alizarintinte. Für die 
Beurteilung einer Tinte in bezug auf ihre Ver 
wendbarkeit und besonders in bezug auf ihre 
Haltbarkeit für Dokumente von bleibendem 
Werte sind die von den Direktoren der Leon 
hardischen Fabrik, Schluttig und Neumann, 
aufgestellten Grundsätze allgemein anerkannt. 
Sie haben in dem Erlaß des preußischen Staats 
ministeriums vom 22. Mai 1912 folgende Fassung 
erhalten: „Urkundentinte ist eine Eisengallus 
tinte, die nach achttägigem Trocknen an der 
Luft tiefdunkle Schrift liefert. Sie muß min 
destens 27 g wasserfreie (üerb- und Gallussäure 
und 4 g Eisen (auf Metall berechnet) im Liter 
enthalten. Andererseits darf der Eisengehalt bei 
Gegenwart von 27 g wasserfreier Gerb- und 
Gallussäure 6 g im Liter nicht überschreiten. 
Das Verhältnis von wasserfreier Gerb- und 
Gallussäure: Eisen muß demnach zwischen 4,5 :1 
und 6,75:1 liegen. Die Tinte muß mindestens 
vierzehntägige Haltbarkeit im Glase besitzen, 
d. h. sie soll nach dieser Zeit weder Blätter 
bildung, noch Wandbeschlag, noch Bodensatz 
zeigen. Die acht Tage alten Schriftzüge müssen 
nach Waschen mit Wasser und Alkohol (85 und 
50 v. H. stark) tiefdunkel bleiben. Die Tinte 
muß leicht aus der Feder fließen und darf selbst 
unmittelbar nach dem Trocknen nicht klebrig 
sein. — Schreibtinte. Gruppe A. Eisengal 
lusschreibtinte (früher Klasse II). Tinten, welche 
tiefdunkle Schriftzüge liefern, die nach acht 
tägigem Trocknen an der Luft beim Auswaschen 
mit Wasser und Alkohol (85 und 50 v. H. stark) 
tiefdunkel bleiben. Der Gehalt an wasserfreier 
Gerb- und Gallussäure soll mindestens 18 g, an 
Eisen (auf Metall berechnet) mindestens 2,6 g 
im Liter betragen. Andererseits darf der Eisen 
gehalt bei Gegenwart von 18 g wasserfreier 
Gerb- und Gallussäure 4 g im Liter nicht über 
steigen. Das Verhältnis von wasserfreier Gerb- 
und Gallussäure: Eisen muß demnach zwischen 
4,5; 1 und 6,75:1 liegen. Die Tinten sollen min- 
detens vierzehntägige Haltbarkeit im Glase be 
sitzen, d. h. sie sollen nach dieser Zeit weder 
Blätterbildung, noch Wandbeschlag, noch Bo 
densatz zeigen. Sie müssen leicht aus der Feder 
fließen und dürfen selbst unmittelbar nach dem 
Trocknen nicht klebrig sein. Schreibtinten der 
Gruppe B unterliegen nicht der amtlichen Prü 
fung.“ Für die Aufbewahrung benutzt man 
zweckmäßig Gefäße in der von Schluttig emp 
fohlenen Form, in denen die Tinte vor dem Luft 
zutritt geschützt ist. — Für besondere Zwecke 
verwendet man noch folgende T.: Kopiertinten 
und Hektographentinte sind eingedickte, mit 
250/0 Glyzerin und etwas mehr Gummi oder 
Dextrin als gewöhnlich vermischte T. — Sym 
pathetische T., die erst beim Erwärmen sicht 
bare Schriftzüge liefert, besteht aus Lösungen 
von Kupfer-, Kobalt-oder Nickelsalzen. Schrift 
züge mit Ferrozyankalium werden bei der Be 
handlung mit Eisenchlörid sichtbar. — Trok- 
k ent inten bestehen aus völlig eingedampften 
und pulverisierten T., die nach dem Auflösen in 
Wasser sofort gebrauchsfähig sind.—J acobsen- 
sche Tintenstifte. S. Bleistifte. — Wäsche 
tinte zum Zeichnen der Wäsche ist meist eine 
Plöllensteinlösung. 
Tisane (Ptisane, lat. Ptisana) nennt man 
mit viel Wasser hergestellte Abkochungen, die 
in der Medizin als Getränke verordnet werden. 
Als Geschmackskorrigens erhalten sie Zusätze 
von Süßholzextrakt, Honig oder Zucker. 
Titan, ein ziemlich seltenes Metall vom Atom 
gewicht 48,1, findet sich in der Natur als Titan 
dioxyd, Ti0 2 , in den Mineralien Rutil, Ana- 
tas und Brookit, als titansaures Kalzium 
im Gemisch mit Kalziumsilikat als Titanit 
(Sphen), ferner als Greenovit, Perowskit 
und besonders als Titaneisenerz. Die Sauer 
stoffverbindung des T., das Titandioxyd (Ti 
tansäureanhydrid, lat. Acidum titanicum), ein 
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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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