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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Bärlappsamen 
40 
Baldrianwurzel 
neben viel Gerbsäure sowie 0,01 o/o ätherisches 
öl {Bärentraubenöl). Verwechslungen mit 
den Blättern der Preiselbeere und denen von 
Vaccinium uliginosum sollen Vorkommen, sind 
aber nach der angegebenen Beschreibung leicht 
zu erkennen. 
Bärlappsamen (Hexenmehl, Freselmehl, 
Blitzpulver, Lykopodium, lat. Semen lyco- 
podii, frz. Lycopode, Soufre vegctal, engl. Earth- 
moos-seeds, Vegetable Sulphur) besteht aus den 
Sporen der Kryptogame Lycopodium clava- 
tum, die in den Wäldern des mittleren und 
nördlichen Europa häufig vorkommt. Die meist 
aus Rußland stammende Ware b.ldet ein blaß 
schwefelgelbes, zartes, leicht bewegliches, ge- 
ruch- und geschmackloses Pulver, das auf dem 
Wasser schwimmt, ohne sich zu benetzen, und, 
in eine Flamme geblasen, verpufft. Der Fett 
gehalt beträgt 500/0. Verfälschungen mit Erbsen 
mehl, Stärke u. dgl. lassen sich durch Jodlösung 
leicht nachweisen, während ein Zusatz von Schwe 
fel sich durch den beim Verbrennen auftreten 
den stechenden Geruch offenbart! Weitere Ver 
fälschungen mit Pollen von Pinus silvestris und 
anderen Pflanzen sind unter dem Mikroskop er 
kennbar. Mineralische Beimengungen schließlich 
sinken beim Schütteln mit Chloroform unter, 
während der B. auf diesem schwimmt. Ver 
wendung; als Kinderstreupulver, als Einstreu 
pulver beim Metallformenguß und in der Feuer 
werkerei. 
Bär Wurzel (Bärenwurzel, lat. Radix meu, 
frz. Racine de müou, engl. Harts root), die früher 
in der Tierheilkunde v.el angewandte, jetzt we 
nig mehr gebräuchliche Wurzel von Meum 
athamanticum, zeigt einen scharfen gewürz 
haften Geschmack und wächst auf den niedri 
gen Alpen Österreichs und der Schweiz, Das 
aus ihr durch Destillation gewonnene ätherische 
Öl (Bärwurzelöl) besitzt eine pomeranzen 
gelbe, mit der Zeit dunkler werdende Farbe, 
riecht dem Liebstocköl ähnlich und hat ein spez. 
Gew. von etwa 1,000. 
Baggings sind die groben, aus Jute geweb 
ten Säcke für Zucker, Mehl, Getreide, die 
namentlich in Schottland hergestellt werden. 
Eine zweite Sorte derselben heißt Sackings, 
während die feineren Sorten Hessians genannt 
werden (vgl. Jute). 
Balata, eine der Guttapercha und dem Kaut 
schuk ähnliche Substanz, wird aus dem Safte 
der Sapota Mülleri, dem Bullytree Guaya 
nas, durch Eintrocknen gewonnen. Ein Baum 
mittlerer Größe liefert beim Einschneiden jähr 
lich 0,3—0,5 kg, beim Fällen auf einmal 3—6 kg 
B. Die Ware, die hauptsächlich in der engli 
schen Industrie, weniger in Deutschland Ver 
wendung findet, hat sich namentlich zur Her 
stellung von Treibriemen gut bewährt und wird 
außerdem für Schuhsohlen, Absätze und elek 
trische Isolatoren, hingegen nicht für chirurgi 
sche Instrumente benutzt. Die B. ist graubraun, 
rötlichweiß bis bräunlichrot, lederartig zähe, 
läßt sich aber schneiden, ist außerordentlich 
biegsam und elastischer als Guttapercha. Bei 
49 0 C wird sie knetbar und schmilzt bei 149 *>. 
Baldrianamyläther (Baldriansaures Amyl- 
oxyd, lat. Amylium valerianicum, frz. Valdrate 
d’amyle, engl. Valerianate of amyloxyde), der 
Amylester der Isovaleriansäure, C 6 H u .,COO. 
C„H U , entsteht bei der Destillation von baldrian 
saurem Natrium mit Amylalkohol und Schwe 
felsäure, oder von Amylalkohol mit Kalium- 
bichromat und Schwefelsäure, als eine farblose, 
ölige Flüssigkeit vom spez. Gew. 0,865 und dem 
S. P. 188 °, die sich in Alkohol, n.cht aber in 
Wasser löst und nach ihrem angenehmen Apfel 
geruch Apfelöl (engl. Apple-oil) genannt wird. 
Sie findet als Mittel gegen Gallensteine und als. 
künstlicher Fruchtäther Verwendung. 
Baldrianöl (lat. Oleum Valerianae, frz.Essence 
de Valöriane, engl. Oil of Valerian), das äthe 
rische Öl der Baldrianwurzel, welches gelbgrün 
bis bräunlichgelb ist, mit der Zeit aber dunkel 
braun wird.' Es hat starken Baldriangeruch, ein 
spez. Gew. von 0,92—0,96, eine Linksdrehung 
von —8 bis —13 und enthält neben'Baldrian 
säure Kamphen, Pinen, Terpineol und Borneol, 
das als Ester, hauptsächlich Valerianat, zugegen 
ist, und findet medizinische Anwendung bei Epi 
lepsie und Hysterie. Die deutsche Wurzel lie 
fert 0,5—0,9, die holländische etwa 1 <y 0 äther. B. 
Baldriansaures Chinin (Chininvalerianat, 
lat. Chininum valerianicum, frz. Valörianate de 
quinine, engl. Valerianate of quinine) bildet 
farblose, perlmutterglänzende Kristallschüppchen 
von schwachem Geruch nach Baldriansäure und 
wird als Arzneimittel viel benutzt. 
Baldriansaures Morphium (Morphinvaleri- 
anat, lat. Morphinum valerianicum, frz. Vald- 
rianate de morphine, engl. Valerianate of mor- 
phine), ein weißes kristallinisches Pulver, riecht 
nach Baldrian und wirkt giftig. 
Baldrianwurzel (gemeiner oder kleiner Bal 
drian, Katzenbaldnan, Katzenwurzel, Wund 
wurz, lat. Radix Valerianae, frz. Racine de 
Valdriane, engl. Valerian root) besteht aus dem 
getrockneten graubraunen Wurzelstock von 
Valeriana officinalis, welcher mit zahlreichen, 
ringsherum angewachsenen strohhalmdicken 
Wurzelfasern besetzt ist. Die in frischem Zu 
stande weißliche Wurzel, deren starker unan 
genehmer Geruch erst beim Trocknen hervor 
tritt, wird von trockenen Standorten im Herbste 
gesammelt, aber auch in manchen Gegenden 
des Harzes und Thüringens, in Nordamerika, 
Frankreich und Holland angebaut. Als beste 
Sorte gilt die Harzer (Radix Val. montana 
Hercynica), während die Thüringer (Thurin- 
gica cultivata) weniger geschätzt wird. B. ent 
hält als wirksame Bestandteile neben Äpfel 
säure, Essigsäure, Ameisensäure, Harz, Stärke 
und Zucker etwa 1 0/0 ätherisches Öl, Baldrian 
säure und geringe Mengen von Alkaloiden (Va- 
lerianin) und wird zur Herstellung magenstär 
kender, krampfstillender Mittel (Baldrianöl, B- 
Extrakt, B.-Tinktur) benutzt. Die Wurzel muß 
rasch getrocknet und in gut verschlossenen Ge 
fäßen aufbewahrt werden. Wurzeln anderer Va- 
leriana-Arten, welche besonders der wildwach 
senden Droge bisweilen beigemischt werden, 
sind leicht an dem schwächeren Gerüche sowie 
daran zu erkennen, daß sie nur an der unteren 
Seite Wurzelfasern tragen. — Die früher als Ra 
dix Valerianae majoris offizineile Wurzel von 
Valeriana Phu wird jetzt nicht mehr benutzt. 
Die in Mexiko" gebräuchliche Wurzel von Vale 
riana mexicana, welche in 4 cm dicken Scheiben
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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