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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
T
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

549 
^oratissimus 
Topas 455 
Torf 
290. 
Töpfergeschirr, Tabakpfeifen, Schmelztiegel, 
Retorten, Bauzierrate, Bodenplatten, Wand- 
hekleidungsplatten, Ziergefäße, Figuren, por 
zellanartige Waren usw. Die Ton Warenindustrie 
umfaßt also ein außerordentlich großes Gebiet 
von teils roh gebrannten, teils aber auch den 
feinsten Kunstgegenständen. Für solche T., die 
wie Ofenteile und Schmelztiegel eine größere 
Haltbarkeit erfordern, werden die Waren ge 
brannt und glasiert und die Farben gleich mit 
eingebrannt. Der ziemlich bedeutenden Ausfuhr 
Deutschlands steht eine ebenfalls beträchtliche 
Einfuhr gegenüber. Siehe auch Töpfergeschirr. 
Topas (frz. Topaze,engl. Topaz), ein Schmuck 
stein von nicht gerade seltenem Vorkommen, 
der aber wegen seines Glanzes und seiner hohen 
Politurfähigkeit doch beliebt ist und viel zu 
Ringsteinen, Ohr- und Armschmuck verarbeitet 
wird, hat seinen Namen von einer Insel im Roten 
Meer, die im Altertum Topazos hieß. Das in 
vier- oder achtflächigen Säulen des rhom 
bischen Systems in den verschiedensten Farben j 
kristallisierende Mineral besteht aus einer Ver 
bindung von Kieselsäure, Tonerde und 
Fluor, die Härte ist = 8, das spez. Gew. 3,4 
bis 3,6. Am Ural finden sich Topaskristalle von 
ausgezeichneter Schönheit in Graniten, am 
Schneckenstein in Sachsen in einer besonderen 
Felsart, dem Topasfels, einem Gemenge von 
Quarz, Turmalin und Topas, indessen zahllosen 
größeren und kleineren Höhlungen die Topas- 
und Quarzkristalle an den Wänden sitzen, doch 
ist der Abbau in Sachsen eingestellt. Brasilien 
liefert aus verschiedenen Provinzen die schön 
sten gelben, ferner blaue, rote und ganz farb 
lose Steine. In Sibirien finden sich grüne, blaue, 
violette, gelbe und weiße Steine von großer 
Reinheit und schönstem Feuer. Bei ihrem Reich 
tum an Farben sind die Topase natürlich oft 
anderen Edelsteinen ähnlich und werden dann 
leicht für solche, namentlich für Saphire und 
Rubine, ausgegeben. Die farblosen, die soge 
nannten Wassertropfen, können im geschliffenen 
Zustande leicht mit Diamanten verwechselt wer 
den, sind aber an ihrer geringeren Härte, am 
spez. Gew. und der Doppelbrechung zu er 
kennen, indem man durch die Schleifkanten 
hindurch betrachtete Gegenstände, z. B. eine 
Lichtflamme, doppelt sieht. Eine bezeichnende 
Eigenschaft des T. ist auch, daß er durch Rei 
ben stark elektrisch wird. Die brasilianischen 
gelben Steine lassen sich, ohne an Glanz und 
Feuer einzubüßen, durch einen Glühprozeß in 
rosarote verwandeln, indem man sie entweder 
mit Asche in einem Tiegel zur Rotglut erhitzt 
oder mit Feuerschwamm umwickelt und diesen 
•anzündet. Je tiefer das Gelb war, desto heller 
wird das Rot. Die sächsischen gelben Steine 
brennen sich nicht rot, sondern verlieren hier 
bei die Farbe gänzlich. 
Topfstein (Lavezstein), ein dem gemeinen 
Talkstein verwandtes Mineral von grünlich 
grauer Farbe und Fettglanz, das sehr weich 
Und milde, aber doch zähe und nicht leicht zu 
zerstoßen ist, besteht aus Chlorit mit beige 
mengtem Talk, Serpentin, Glimmer, Asbest und 
anderen Mineralien. Als ein Stoff, der mit 
Messern und auf Drehbänken sehr bequem be 
arbeitet werden kann, dann im Feuer erhärtet 
und äußerst feuerfest erscheint, ist er für ver 
schiedene Zwecke sehr brauchbar. Man fertigt 
daraus Kochtöpfe und anderes Geschirr, Ka 
mine, Ofenplatten, Gestellsteine zu Schmelzöfen 
und andere feuerfeste Anlagen. Die Küchen 
geschirre saugen zwar von den Speiseflüssig 
keiten etwas ein, können aber durch Ausglühen 
immer wieder gereinigt werden. Das Mineral 
findet sich in großen Massen in den Tiroler 
Alpen, in Graubünden, Wallis, am Montblanc, 
am Corner See, auf Korsika, in Schweden und 
Grönland. Alle Töpfe und Lampen der grön 
ländischen Eskimos sind daraus hergestellt. 
Topinambur (Jerusalemartischocke, Erd 
artischocke, knollige Sonnenblume, S au- 
kartoffel, Pferdekartoffel, Erdbirne, frz. 
Hölianthe tub6reux, Pomme de terre Topinam- 
bour, engl. Girosoe) nennt man die Knollen 
einer mit der Sonnenblume verwandten 
Pflanze aus Mexiko, Helianthus tuberosus, 
die auf leichterem Boden gedeiht. Sie bildet ein 
j wenig wertvolles, wäßriges, fad süß schmecken 
des Gemüse und wird hauptsächlich zu Vieh 
futter, besonders für Schweine, im südwest 
lichen Deutschland, Frankreich und Österreich, 
in Belgien hingegen mehr zur Spiritusbereitung 
angebaut. Man legt die Knollen in Reihen oder 
Stufen, 8—12 hl oder 700—1000 kg für den 
Hektar, 45—60 cm weit aus und kann sie, da 
sie von Frost nicht leiden, über Winter im Land 
lassen. Die Pflanze bedarf nur geringer Pflege 
und Düngung, ist aber da, wo sie gebaut wurde, 
sehr schwer wieder auszurotten und muß daher 
auf gesonderte Flächen beschränkt werden. 
Man erntet 80—200 dz Knollen und 40—160 dz 
Kraut und Blätter, die ebenfalls als Viehfutter 
dienen und zum halben Werte wie Heu ge 
schätzt werden. Deutschland baut auf rund 
2200 ha etwa 400000 dz Knollen, deren Preis 
etwas geringer als derjenige der Kartoffeln ist. 
T. enthält neben 79 °/o Wasser 1,9 °/o Stickstoff 
substanz, 0,180/0 Fett, 1,20/0 Rohfaser und i,t o/ 0 
Asche, 16,40/0 Kohlenhydrate, die aber nicht wie 
bei der Kartoffel aus Stärke, sondern aus Lüt 
vulin, Inulin und Lävulose bestehen. Die An 
regung zum vermehrten Anbau der anspruchs 
losen Pflanze für die menschliche Ernährung 
hat selbst im englischen Aushungerungskriege 
nur wenig Erfolg gehabt. • 
Torf (frz. Tourbe, engl. Turf) ist als Folge 
der Vermoderung von Pflanzen und Pflanzen 
teilen die dritte und jüngste Form der fossilen 
Brennstoffe, über deren Bildung keine Zweifel 
bestehen, da sie noch fortwährend vor sich geht. 
Er findet sich hauptsächlich in Niederungen, 
doch auch auf Hochebenen und flachen Stellen 
der Gebirge in allen Ländern des mittleren und 
nördlichen Europas und entsteht überall da, wo 
Moose, Sumpfgräser, Schilf und Heidekräuter ge 
deihen und das Wasser keinen genügenden Ab 
fluß hat. In Wäldern liegende Torfmoore ent 
halten bedeutende Mengen organischer Stoffe 
in Form von Blättern und Nadeln, die Wind und 
Wasser ihnen zuführen. Andere sind das Er 
zeugnis einer bestimmten Moosgattung 
(Sphagnum), die auf nassen Stellen dichte 
Rasen bildet und, nach unten absterbend, nach 
oben sich immer verjüngend, mit der Zeit so 
viel Moder unter sich sammelt, daß das Moor 
G. 
I 211. 
irum 282. 
|| 71. 
■ raphische 
it 323. 
|ol 367. 
afarbstoffe 
453. 
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i.iocs'aure 381. 
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PJJl 50. 
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k 237. 
201, 219. 
' Stifte 228. 
; olett 276. 
• ' 7. 
tu 23. 
n 16. 
352. 
• Tiegel 147. 
db 57. 
immi 206. 
:i 156. 
h ihrot 398. 
/agenfett 156. 
68, 148. 
onieren 417. 
ia sorbilis 150. 
inwand 193. 
ipier 193. 
ia sempervirens 2' 
a 151. 
oil 20. 
• d’espagne 48. 
weißes 119. 
elende 463. 
: erz 463. 
kohle 65, 429. 
Kigrohr 368. 
tnum 155. 
m 502. 
avisieren 272. 
irgoninmol 135. 
irgonsänreester 3c 
478. 
lagra 259. 
letiers Grün 82-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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