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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Ballhausens Magentropfen 
Bankulnüsse 
41 
von gelber Farbe in den Handel kommt, ist so 
reich an Valeriansäure, daß sie zu deren Ge 
winnung geeignet erscheint. 
Ballhausens Magentropfen, aromatisierte und 
versüßte spiii uöse Lösung verschiedener stark 
abführender Drogen wie Aloe, Rhabarber, Senna, 
Jalapen. 
Balsam (lat. Baisamum, frz. Baume, engl. 
Balm) nennt man dickflüssige Stoffe von harzi 
ger und öliger Natur, welche teils freiwillig, 
teils durch künstliche Einschnitte in die Rinde 
gewisser Bäume ausfließen. Die meisten B. sind 
Gemische von Harzen mit ätherischen Ölen, ent 
halten aber auch häufig noch andere Körper, 
namentlich aromatische Säuren (Zimtsäure, Ben 
zoesäure) sowie deren Äther und Aldehyde. Mit 
Ausnahme des Terpentins, den man jedoch ge 
wöhnlich nicht zu den B. rechnet, entstammen 
alle B. der warmen Zone. Von den im Handel 
vorkommenden B. sind in besonderen Artikeln 
besprochen: Perubalsam, Tolubalsam, Ko- 
paivabalsam, Gurjunbalsam, Storax und 
Kanadabalsam. 
Bambco.iüsse (Bambeonüsse), die sehr har 
ten Samen der Weinpalme, Raphia longi- 
flora, sind 4,5—6,5 cm lang, walzig eiförmig 
und mit einer nur dünnen Rinde bedeckt. Man 
benutzt sie zu Drechslerarbeiten, wozu sie sich 
aber weniger gut eignen als die Steinnüsse, 
Bambusrohr (frz. und engl. Bamboo) ent 
stammt einer zu den Gräsern gehörigen tro 
pischen Pflanze, Bambusa arundinacea, die 
mit erstaunlicher Raschheit baumartig zur Höhe 
von 20 m und darüber emporwächst. In aus 
gewachsenem Zustande ähnelt ihr Bau demjeni 
gen einer italienischen Pappel, indem der 80 cm 
dick werdende gerade Stamm etwa 6 m über 
dem Böden nach allen Seiten zahlreiche auf 
strebende Äste austreibt, die mehrfach wieder 
Seitentriebe aussenden. Der ganze Schaft ist 
hohl und in kurzen Abständen durch Knoten 
ungeteilt, wie die bei uns gebräuchlichen Bam 
busstöcke und Schirmstiele, irrtümlich wohl auch 
Zuckerrohr oder Pfefferrohr genannt, er 
sehen lassen. In Ostindien und anderen Gegen 
den Südasiens, wo der Bambus in großer Menge 
wächst und seines vielfachen Nutzens weg;en 
auch häutig gepflanzt wird, findet er die mannig 
faltigste Verwendung. Bei großer Leichtigkeit, 
verbunden mit bedeutender Festigkeit und Dauer 
haftigkeit, die besonders durch d e stark kiesel 
haltige Rinde bedingt wird, bildet das stärkere 
,,°lz ein ausgezeichnetes Material zu Wasser 
rohren und Gefäßen, zürn Häuser- und Brük- 
henbau, zu Masten, Stangen und Leitern. Dün- 
?o r e Stämme dienen zu Möbeln und anderen 
Hausgeräten, gespalten zu Flechtwerk, Körben, 
glatten, Segeln, Rollvorhängen, Regen- und 
Sonnenschirmen, Hüten und Stricken, ja selbst 
zu Kunstarbeiten, wie Schnitzwerk, gravierten 
und eingelegten Arbeiten. Die im Innern der 
täbe angesammelte weiße Ausscheidung von 
Kieselsäure wird von den Hindus unter dem 
^yrnen Tabaschir als Arzneimittel verwandt 
le Chinesen benutzten das B. außerdem zur 
.Leitung von Papier und die jungen Triebe als 
®, In spargelähnliches Gemüse. Neuerdings hat 
k'ch auf Jamaika ein Ausfuhrhandel mit Bam- 
l, sfaser entwickelt, die mittels zerreibender 
Maschinen hergestellt wird und teils nach Eng 
land, häufiger aber nach Nordamerika ausge 
führt wird, jedenfalls als Papierstoff. Die Sa 
menkörner des B. geben ein leidliches Brot, je 
doch hat diese Verwendung nur geringe Be 
deutung, da die Pflanze erst mit 25 Jahren, und 
dann nur für einmal Samen trägt, worauf sie 
gleich abstirbt. Die grünen zarten Sprossen 
werden in Indien mit Essig und scharfem Ge 
würz eingemacht und unter dem Namen Achia 
oder Atchia verkauft. 
Bananen (frz. Bananes, engl. Bananas) sind 
die Früchte verschiedener Arten der Gattung 
Musa (Pisang), namentlich aber von Musa 
paradisiaca, Musa sapientum und Musa 
chinensis. Die in den ganzen Tropen verbrei 
teten und auch angebauten Pflanzen gehören zu 
den ergiebigsten Nahrungspflanzen, indem eine 
jede aus ihren stets neu aufsprossenden Stäm 
men im Jahre durchschnittlich 50—75 kg Früchte 
liefert, die an einem gemeinschaftlichen Stiele 
(Fruchtkolben) oft bis zu 200 Stück hängen. 
Die Früchte bilden eines der wichtigsten Nähr 
mittel für die Tropengegenden und werden 
auch in großen Mengen nach Europa ein 
geführt. Die Beförderung geschieht mit Schnell 
dampfern aus Westindien und besonders von 
den Kanarischen Inseln in der Weise, daß die 
Fruchtzweige hängend oder in Körben ver 
sandt werden. Die einzelnen Früchte sind 
gewöhnlich 1 — 11/ 2 dm lang, sichelförmig ge 
krümmt, zeigen drei stark hervortretende und 
drei schwächere Kanten und haben eine gelbe, 
braunfleckige dicke Schale und ein mehliges, 
süßes Fleisch, welches einen deutlichen Geruch 
und Geschmack nach Essigsäureamylester be 
sitzt. Die getrockneten Früchte werden auch 
zur Herstellung von Bananenmehl, Bananen 
stärke (als Zusatz zu Bananenschokolade) und 
einer Art Arrowroot (s. d.) benutzt. — Bananen 
faser s. Manilahanf. 
Bandwurmmittel. Nach Husemann werden 
hierzu folgende, in besonderen Abschnitten be 
sprochene Drogen benutzt; Arekanüsse, Farn 
wurzel, Granatrinde, Kamala, Kupferoxyd, Kusso- 
blüten. 
Bankulnüsse (frz. Noix debancoul, engl. Gandle 
nuts) sind die Früchte des Kerzenbaums 
(Lichtnußbaum, Kan dl enu ß b a u m), eines 
großen, 12—15 m hoch werdenden Baumes aus 
der Familie der Euphorbiazeen, Aleurites 
triloba Forst (Aleurites molluccana Wilid.), 
der auf den Südsceinseln seine Heimat hat, aber 
auch in Vorder- und Hinterindien, Java, Re 
union und Mauritius, in Westindien und Süd 
amerika angebaut wird. Der sehr schnell wach 
sende Baum trägt schon im zweiten Jahre Früchte 
und gedeiht sowohl auf den Gebirgen als auch 
in der Ebene. Die fleischige Kapselfrucht ist 
rundlich, etwas zusammengedrückt, im reifen 
Zustande olivenfarbig und hat 4 bis 6 cm im 
Durchmesser. Sie enthält gewöhnlich 1—2, mit 
steinharter, runzliger, dunkelbrauner Schale um 
gebene Samen, welche 12—15 g wiegen und 
zur Gewinnung des Bankulöles (etwa 60 0/0, s. 
d.) dienen. Auf den Südseeinseln benutzen die 
Eingeborenen die B. schon seit langer Zeit als 
Beleuchtungsmaterial, indem sie d.e zerstoße 
nen Samen mit Baumwolle zu einem Teig ver-
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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