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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
U
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Umbra 
463 
Urethan 
Wasser geschlämmt oder durch Erhitzen mit 
Natriumsulfidlösung vom freien Schwefel be 
freit und schließlich getrocknet und gesiebt. Um 
helle, rein blaue Töne zu erhalten, genügt es, 
das Blau noch mehrere Stunden auf Farbmühlen 
zu mahlen. Durch Verwendung kieselsäure 
reicherer Mischungen erhält man den sog. 
alaunfesten U., der durch Behandlung mit 
Chlor und Wa'sserdampf oder mit Luft und Salz 
säure oder mit Salmiak in violetten und roten 
U. übergeführt werden kann. — Der U. bildet 
ein zartes, feurig blaues, in Wasser, Alkohol 
und Alkalien unlösliches und gesundheitlich 
völlig unschädliches Pulver. Er ist als Wasser-, 
Kalk- und Ölfarbe zu verwenden und zeichnet 
sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen 
Luft, Licht und Schwefelwasserstoff aus. Hin 
gegen wird er durch Säuren und saure Salze 
unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff ent 
färbt. Nur die kieselsäurereicheren Sorten sind 
gegen Alaun beständig. Im Hinblick auf seine 
Schönheit und Billigkeit findet U. die aus 
gedehnteste Verwendung als Malerfarbe, zu An 
strichen, bei der Herstellung von Tapeten und 
Buntpapier, im Zeugdruck sowie zum Bläuen 
von Papier, Zucker und Wäsche. AJs Verfäl 
schung sind Zusätze von Kreide, Gips und Ton 
anzusehen, während Mischungen mit Zinkweiß 
handelsübliche Malerfarben darstellen. Mit Blei 
farben darf U. seines Schwefelgehaltes wegen 
nicht gemischt werden, da sonst leicht Nach 
dunkeln der Anstriche eintritt. Auch kann aus 
dem gleichen Grunde bleihaltiger Firnis nicht 
zum Anrühren mit Ultramarin benutzt werden. 
Umbra (lat. Terra umbracea, frz. Ombre, engl. 
Umber), nur dem Klange nach verdeutscht in 
Umbraun, nennt man Erdfarben verschiedener 
Schattierungen und verschiedenen Ursprungs. 
Die eigentliche oder echte U. ist ein toniger, 
durch Verwitterung mulmiger Brauneisenstein 
von leber- bis kastanienbrauner Farbe, der neben 
kieselsaurem Eisenoxyd immer auch braunes 
Manganoxyd enthält. Die beste Sorte, die auf 
der Insel Zypern gefundene sog. zyprische 
oder türkische- U., sieht gräulichbraun aus 
und gibt, in verschiedenen Graden mit Weiß ver 
setzt, eine große Zahl schöner Farbentöne. 
Beim Brennen nimmt sie eine rotbraune Farbe 
an. Ähnliche, aber minder gute Ware wird auf 
den Eisensteingruben um Saalfeld, Könitz und 
Kammsdorf sowie in verschiedenen Gegenden 
Englands und Siziliens gefunden. Die von letz 
terem Fundorte gelieferte U. ist ein kastanien 
brauner Eisenocker mit muscheligem Bruch. —- 
Die sog. kölnische U. (Kölnerbraun, Kes 
selbraun) ist lediglich eine erdige, schön dun 
kelkaffeebraune Braunkohle. Sie unterscheidet 
sich von der echten U. durch ein viel geringeres 
spez. Gew., riecht beim Erhitzen torfartig und 
kann nicht geglüht werden. Kölner U. findet 
sich häufig in der Umgegend von Köln, im 
Bergischen und Jülichschen sowie in Thüringen 
und wird sowohl gemahlen als auch in Stück 
form verkauft. Alle Umbrasorten müssen vor 
dem Gebrauche gepulvert und durch Schläm 
men von sandigen Teilen befreit werden. Man 
verwendet sie zu Anstrichen aller Art, sowohl 
als Öl- wie Wasserfarbe, zu dunkeln Firnissen, 
besonders häufig für Wachstuch, zum Braun 
färben von Holz und als Vergoldergrund, die 
kölnische auch zur Darstellung feinerer brauner 
Farben. Zu diesem Zwecke wird sie in Ätz 
lauge gelöst und der Farbkörper durch eine 
Säure als feiner Schlamm wieder ausgefällt 
(sog. brauner Karmin). Häufig ist die im 
Kleinverkehr käufliche U. nichts anderes als ge 
glühter Ocker. 
Uran (lat. Uranium), ein seltenes, dem Chrom, 
Molybdän und Wolfram verwandtes metalli 
sches Element vom Atomgewicht 239,5, findet 
sich in der Natur hauptsächlich als Uranoxydul 
oxyd in Form des Uranpecherzes oder der 
Uranblende, eines gräulichen oder pech 
schwarzen, glänzenden Minerals. Dasselbe bil 
det fast nur in der Gegend von Johanngeorgen 
stadt und Schneeberg in Sachsen sowie von 
Joachimstal und Przibram in Böhmen größere 
Lager in Gängen von Gneis und Glimmerschiefer 
und wurde früher vielfach als wertloser Abraum 
fortgeworfen, bis man seine hohe technische 
Verwertbarkeit erkannte. Das Pecherz selbst 
dient im gemahlenen Zustande als schwarze 
Porzellanfarbe.Das künstlich dargestellte Uran 
oxyd, U0 3 , sowie das uransaure Natrium 
(Urangelb), Na 2 U 2 0 7 , gelbe Pulver, verleihen 
Glasflüssen eine eigentümliche gelbgrüne Farbe 
(Uranglas), die durch Zusatz von Kupferoxyd 
in Smaragdgrün umschlägt. Von den sehr gif 
tigen Salzen findet das Uranazetat (lat. 
Uranium aceticum, frz. Acdtate uranique, engl. 
Acetate of Uranium) als Reagens bei der ana 
lytischen Bestimmung der Phosphorsäure, und 
das Urannitrat (lat. Uranium nitricum, frz. 
Nitrate uranique, engl. Nitrate of Uranium) in 
der Photographie als „Abschwächer“ Anwen 
dung. Als Ausgangsstoff für die Gewinnung 
des Radiums (s. d.) ist die Pechblende neuer 
dings außerordentlich kostbar geworden. 
Uranin, ein seit 1871 bekannter Teerfarb 
stoff, besteht aus der Natronverbindung des 
Fiuoreszeins. Das gelbbraune Pulver, dessen 
gelbe wäßrige Lösung eine sehr lebhafte gelb 
grüne Fluoreszenz zeigt, wird nur in beschränk 
tem Grade zum Färben von Wolle, mehr noch 
für Wolldruck verwandt, eignet sich hingegen 
nicht für Baumwolle. — Im Handel erhält man 
unter dem Namen U. auch zuweilen das Me- 
thy Ifluoreszetn. 
Urethan (lat. Urethanum, frz. ürethane, engl. 
Urethan). Den Namen Ürethane führt eigent 
lich eine ganze Gruppe chemischer Verbindun 
gen, die man als Karbaminsäureester betrach 
ten kann, im besonderen aber versteht man 
unter U. ein neuerdings als Arzneimittel auf 
gekommenes Präparat, das seiner chemischen Na 
tur nach als Äthylurethan, NH 2 .COOC 2 H 6 , 
anzusprechen ist und als Schlafmittel empfohlen 
wird. Es soll jedoch den Nachteil haben, daß 
man sich sehr bald daran gewöhnt und daß es 
dann nicht mehr genügend wirksam ist. Das U. 
bildet färb- und geruchlose, säulenförmige Kri 
stalle von eigentümlichem, kühlendem Ge 
schmack, schmilzt zwischen 48—50 °, siedet gegen 
170 0 und sublimiert dann unverändert. Es ver 
brennt mit wenig leuchtender Flamme, ohne 
Rückstand zu hinterlassen, und ist sowohl in 
Wasser als auch in Alkohol, Äther und Chloro 
form leicht und klar löslich. Die Lösungen zei
	        

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Das Lebenswerk von Karl Marx. Fischer, 1909.
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