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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
W
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Walrat 472 Was chmittei 
Walrat (lat. Cetaceum, Sperma ceti, frz. Blanc 
de baieine, engl. Sperm) nennt man eine eigen 
tümliche fettähnliche Masse, die von dem zur 
Familie der Wale gehörigen Kaschelot oder 
Pottfisch, Physeter macrocephalus, ah- 
stammt. Die von den Seefahrern auch Sperm- 
wal genannten Tiere finden sich fast überall 
im Ozean, ihre eigentliche Heimat ist jedoch 
das südliche Polarmeer. Ein volles Drittel der 
Körperlänge nimmt der ungeheure Kopf ein, 
der in mehreren muldenförmigen, durch Speck 
und Haut geschlossenen Vertiefungen der Schä 
deldecke beträchtliche Ansammlungen eines 
hellen Öles zeigt, das sich beim Erkalten trübt 
und eine bräunlichgelbe, kristallinische Masse 
absondert. Weitere Mengen des gleichen Stoffes 
finden sich in einem rührigen, vom Kopf zum 
Schwanz verlaufenden Kanal und einigen klei 
neren Körperhöhlen. Von großen Tieren werden 
bis zu 200 dz gewonnen. Der durch Abtropfen 
lassen und Abpressen von dem flüssigen Anteil 
befreite feste Walrat wird durch Schmelzen, 
Behandeln mit Lauge und Waschen mit Wasser 
gut gereinigt und entfärbt und bildet dann eine 
schneeweiße, perlmutterartig glänzende, fettig 
anzufühlende Masse von blätterigem Gefüge. 
Sein spez. Gew. liegt bei 0,940—0,960, der 
Schmelzpunkt bei etwa 50 °. Ein Zusatz von 
Stearin, der den W. härter und kleinblättriger 
macht, sowie von Talg kann daran erkannt wer 
den, daß W. auf Papier keine Fettflecke her 
vorruft. In chemischer Hinsicht ist er als Pal 
mitinsäurezetylester (Zetin), d.h. als ein Wachs 
anzusprechen. Die Verseifungszahl beträgt 108 
bis 128. Die Verwendung des W. zu Kerzen 
(s. d.) ist seit dem Aufkommen von Stearin und 
Paraffin sehr zurückgegangen, doch gelten Wal- 
ratkerzen als Normalkerzen zur Prüfung 
des Leuchtgases. Medizinisch wird er zu Zeraten 
und Pomaden, gepulvert und mit Zucker ge 
mischt auch als Mittel gegen Husten und 
Heiserkeit angewandt. In der Technik dient er 
als Zusatz zu verschiedenen Wäscheglanzmit 
teln und zu Appreturzwecken. — Während des 
Krieges ist W. sogar in einigen Ersatznahrungs 
mitteln als Fettersatz aufgetaucht. —■ Das bei 
der Gewinnung des W. abfallende Öl, das sog. 
Walratöl oder Spermazetöl, das aus Estern 
von Fettalkoholen und Physetölsäure (Ver 
seifungszahl 123—147) besteht, wird in der 
Seifensiederei und als feines Schmieröl benutzt. 
Wandkraut (Glaskraut, Peterskraut, lat. 
Herba parietariae, frz. Herbe de paridtaire, engl. 
Wall pellitery), von Parietaria officinalis L. 
aus der Familie der Urtikazeen, ist in Mittel 
europa heimisch, wo es wild auf Mauern und 
Schutthaufen wächst. Die Blätter sind eilanzett 
förmig bis rund und kurz behaart, der Ge 
schmack ist herb und salzig. In der Volks 
medizin verwendet man das W. als harntreiben 
des Mittel, wegen der rauhen Beschaffenheit 
auch zum Abpolieren von Glas. 
Warang (Wilia), der Bast eines ostindischen, 
zurFamilie der Büttneriazeen gehörigen Bau 
mes, Kydia calycina (Roxb.), wird als Ersatz 
für Lindenbast empfohlen. Als Spinnstoff sind 
die glatten, schwach glänzenden und gelblichen 
Fasern von 0,9—1,3 m Länge und 0,07—0,1 mm 
Dicke weniger geeignet. 
Waschmittel. Neben den gewöhnlichen aus 
Soda, Wasserglas und etwas Seife zusammen 
gemischten Seifenpulvern (s. d.) gab es bereits 
vor dem Kriege eine Reihe anderer Erzeugnisse 
im Handel, die teils fettlösende, teils bleichende 
Stoffe enthielten. Zu den ersteren gehört das 
Ozonal (s. d.), eine Gallerte aus Petroleum und 
Seife, ferner das Tetrapol, eine Tetrachlor 
kohlenstoff enthaltende Flüssigkeit, und eine 
Anzahl sog. Salmiak-, Terpentin- oder Benzin- 
W. Sie sind an sich nicht unwirksam, haben 
aber den Nachteil, daß ihre wertbestimmenden 
Bestandteile mit der Zeit verdunsten. Die ande 
ren, die auch wohl als Bleichmittel bezeichnet 
werden, sind durch einen Gehalt an Sauerstoff 
abgebenden Chemikalien, Superoxyden oder 
Persalzen gekennzeichnet. Ihr erster Vertreter, 
das Supero‘1, das aus reinem, in Pastillenform 
gepreßten Natriumsuperoxyd bestand, ist wegen 
seiner gefährlichen explosiven Eigenschaften 
bald aus dem Verkehr zurückgezogen worden. 
Etwas länger hielten sich Mischungen voh Na 
triumsuperoxyd mit indifferenten oder sauren 
Verdünnungsmitteln, wie Ding an sich (Na- 
triumsuperoxyd, Seifenpulver, Stearinsäure), 
Machs allein (ähnliche Mischung mit Paraffin), 
aber auch sie werden jetzt allgemein verworfen. 
Günstiger wurden aus Natriumperborat be 
stehende Waschmittel wie Peroborin, Persil 
u. a. beurteilt, die, wie auch Perkarbonate und 
Persulfate, bleichend wirken, ohne anscheinend 
die Wäsche anzugreifen. Aber auch ihnen 
gegenüber erscheint eine gewisse Vorsicht ge 
boten, da sie nach den Versuchen Heermanns 
bei Anwesenheit weit verbreiteter Stoffe, sog 
Katalysatoren (Kupfer), die pflanzliche Faser 
zerstören sollen (Sauerstofffraß). — Unter den 
während des Krieges aufgekommenen Mitteln, 
die als sog. fettlose W. eine traurige Berühmt 
heit erlangten, befanden sich zahlreiche Schwin 
delwaren erbärmlichster Art, die zum Teil aus 
völlig wertlosen Stoffen, wie Natriumsulfat 
(Glaubersalz), Kochsalz, Magnesium- und Kal 
ziumchlorid, Gips, Kreide u. dgl. bestanden. Eine 
Aufzählung selbst der wichtigsten Vertreter er 
scheint wegen ihrer ungeheuren Zahl unmöglich 
und auch entbehrlich, weil die meisten nach 
Einführung des Genehmigungszwanges ver 
schwanden. Als einzige Stoffe, die, abgesehen 
von den alkalisch reagierenden löslichen Ver 
bindungen, wie Alkalilaugen, Soda, Pottasche, 
Wasserglas, Borax usw. eine gewisse reinigende 
Wirkung in fettlosen W. auszuüben vermögen, 
seien folgende angeführt: Saponin (s.d.), auch 
in Form saponinhaltiger Abkochungen von 
Quillayarinde u. dgl., ist in einigen W. auf 
gefunden worden, aber meist in zu geringer, 
praktisch unwirksamer Menge; fettlösende En 
zyme der Bauchspeicheldrüse sollen zur 
Herstellung des Waschmittels Burnus benutzt 
worden sein, das im übrigen aus Glaubersalz, 
Kochsalz und Soda bestand. Ton vermag in 
einer bestimmten Form, sog. kolloidalen Form, 
wie von der Verwendung der Walkerde be 
kannt ist, Fette und andere Schmutzstoffe zu 
entfernen, und hat sich in seinen farblosen Arten 
als ein brauchbarer Notbehelf erwiesen. Nach 
Vorschrift des Kriegsausschusses für Fette und 
Öle mußten die aus Ton bestehenden Erzeug'
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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