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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
W
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Watte 
475 
Weidenrinde 
Leberflecken empfohlene Lösung von 500/0 W. 
in Äther. 
Watte (lat. Gossypium seu Wätta, frz. Ouate, 
engl. Wad, Wadding) wird größtenteils aus 
aufgelockerter und geschlagener Baumwolle 
auf der Wattenmaschine, einer Baumwoll-Reiß- 
krempel mit entsprechender Einrichtung, welche 
die Ware in der bekannten Tafelform abliefert, 
hergestellt. Zur Erhöhung des Zusammenhaltes 
erhält sie dann noch auf beiden Seiten einen 
Überzug mit einer dünnen Leim- oder Gummi 
lösung. Daneben gibt es eine auf der Ober 
fläche nicht gummierte wollene W., die etwas 
mehr Filzung hat und zum Auflegen bei Rheu 
matismus dient. Die während des Krieges her 
gestellte Zeilstoff-W. hat sich als ein brauch 
barer Aufsaugungs- und Verbandstoff erwiesen 
und wird bei niedrigem Preise auch im Frieden 
ihren Platz behaupten. S. auch Artikel „Ver 
bandstoffe“. 
Wau (Färberwau, Färberreseda, Gelb 
kraut, lat. Herba luteolae, frz. Gaude, engl. 
Weid), eine 60—100 cm hohe Resedaart, Re 
seda luteola, mit blaßgelben Blüten an langen 
Ähren, vierteiligem Kelch und drei- bis sechs 
kantiger, oben offener, einfächeriger Frucht 
kapsel, kommt wild an Wegerändern und auf 
Äckern vor und wird noch an einigen Orten 
in der Provence und in Deutschland wegen des 
in den Blättern und anderen Teilen der Pflanze 
enthaltenen gelben Farbstoffes angebaut. Doch 
haben die amerikanische Querzitronrinde und 
die billigen gelben Teerfarben den Anbau stark 
beeinträchtigt. Die Pflanze liebt feuchtwarmes 
Klima, trockenen kräftigen Boden, alte Dün 
gung, tiefe Bearbeitung, fleißiges Jäten und 
Behacken mit Verdünnen. Man mischt den 
feinen Samen mit Sand Und sät 4—6 kg (1 hl 
wiegt 64 kg) im Juli und August oder im Früh 
jahr 30—45 cm weit in Reihen. Die Ernte er 
folgt durch Ausraufen oder durch Schnitt. — Der 
unter dem Namen Schüttgelb im Handel vor 
kommende Farbstoff ist aus einer Abkochung 
von Wau oder Gelbbeeren und ähnlichengeiben 
Pflanzenfarbstoffen durch Ausfällen mit Alaun 
und Vermischen mit geschlämmter Kreide 
oder Tonerde hergestellt. Man gebraucht ihn 
als Anstreicherfarbe und zum Färben von Leder 
zeug. Oft wird im Handel an Stelle von diesem 
Schüttgelb eine billige, Sorte des gelben Chrom 
gelbs abgegeben (s. d.). 
Wegerich (Wegetritt, Spitzwegerich, lat. 
Herba plantaginis, frz. Plantain, engl. Plantage 
leaves). Die Blätter der über ganz Europa ver 
breiteten Plantagineen Plantago major, 
media und lanceolata, die im Drogenhandel 
als hustenlindernder Tee sowie gegen Ruhr 
erkrankungen geführt werden, sind lanzett 
förmig oder breit oval und enthalten als wich 
tigste Bestandteile Gerbsäure, Bitterstoff und 
Schleim. Beliebt sind die Spitzwegerich 
bonbons, die aus dem frischen Safte des 
Krautes hergestellt werden. 
Weichharze nennt man eine Abteilung der 
Harze, zu der die natürlichen Balsame; 
Gurjunbalsam, Kanadabalsam, Kopaiva- 
balsam, Mekkabalsam, Storax, Terpen 
tin, Tolubalsam u. a. gehören. S. die betr. 
Drogen. 
Weichselholz stammt von dem Mahaleb- 
kirschbaum (Prunus Mahaleb), der strauch 
artig auf dürren, sonnigen Höhen des südlichen 
Europas, namentlich in Niederösterreich, wächst, 
aber auch in besonderen Baumschulen zu ge 
raden Stämmchen gezogen wird. Da für ge 
wisse Zwecke, wie zu Pfeifenrohren, ganz 
knotenfreie Stücke ohne Schnittspuren ge 
wünscht werden, umwickelt man in den großen 
Anlagen in Deutschösterreich (Baden bei Wien), 
Ungarn (Preßburg) und der Türkei die Stellen, 
an denen sich Zweigknospen bilden wollen, 
sorgfältig mit Tuch. Das Holz, das von seinem 
Vorkommen bei St. Lucie in den Vogesen auch 
als Luzienholz bezeichnet wird, zeigt eine 
schön braune, hell punktierte und schwach quer 
gestreifte Rinde, die beim Einölen einen dauern 
den Glanz annimmt, und einen rötlichen, nach 
dem Trocknen gelben Kern. Der angenehme 
Geruch, der am schönsten bei dem Badener, 
hingegen fast gar nicht bei dem türkischen und 
ungarischen W. auftritt und beim Trocknen 
schwächer wird, beruht auf einem Gehalte an 
Kumarin. Die jungen Stämmchen werden nach 
vorsichtigem Trocknen mit Allcali gebeizt, mit 
Schachtelhalm abgerieben, gerade gebogen und 
schwach geölt und liefern eine gesuchte Ware 
für Pfeifenrohre, Zigarrenspitzen und Spazier 
stöcke. Nachahmungen werden aus gewöhn 
lichem Kirschbaumholz durch Parfümierung mit 
Kumarin hergestellt. 
Weiden (Korbweiden, frz. Säule, engl.Wil- 
low;. Die zahlreichen Bäume und Sträucher der 
Gattung Salix gehören zu den wichtigsten 
Holzarten des Forstbetriebes und werden ^.uch 
vielfach von Landwirten und Gärtnern gezogen. 
Der Anbau ist sehr einträglich und der Ver 
brauch in beständiger Zunahme begriffen. Als 
verbreitetste Arten, die sowohl' in Europa als 
auch in Asien fortkommen, sind zu nennen: 
1. die Korbweide, Salix viminalis L., meist 
an Ufern angebaut, der Rohstoff der Korb- 
' Warenindustrie; 2. die Purpurweide, S. pur- 
purea, gleichfalls an Ufern wachsend, liefert 
ein gutes Flechtwerk; 3. Mandelweide, S. 
amygdalina, wird bis zu 3 m hoch und eignet 
sich daher zur Herstellung von Faßreifen. — 
Als Zierpflanze, namentlich für Friedhöfe, be 
nutzt man die aus dem Orient stammende 
Trauerweide, S. babylonica L. —■ Außer zu 
den genannten Zwecken dient das Weidenholz 
noch zu Bundstöcken für Böttcher, zu 
Schnitznutzholz, Faschinen und als Brenn 
stoff, das Laub als Futtermittel, die Rinde als 
Gerbmittel und zur Gewinnung des Salizins, der 
Bast als Bindemittel für Gärtner und die Kohle 
zur Herstellung von Schießpulver. 
Weidenrinde (lat. Cortex salicis, frz. Ecorce 
de saule, engl. Willow bark). Die Rinde ver 
schiedener Weidenarten enthält Gerbsäure 
und Salizin (s. d.) und bildet daher teils ganz, 
teils fein geschnitten, als Gerbmittel wie auch 
für medizinische Zwecke eine wichtige Handels 
ware. Diejenigen Rinden, die reich an Salizin 
sind, zeigen auf der Innenfläche eine goldgelbe 
bis bräunlichrote Farbe, die durch Befeuchten 
mit konzentrierter Schwefelsäure in Blutrot über 
geht, und werden namentlich, wie die Rinden 
von Salix helix, S. purpurea und S. rubra,
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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