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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Z
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Zink 
496 
Zinksulfat 
neben geringen Mengen von Blei, Kadmium und 
Eisen. Zur Herstellung des chemisch reinen Me- 
talles sind zahlreiche Methoden vorgeschlagen, 
von denen nur die Reduktion von Zinkoxyd mit 
Kohle oder Wasserstoff sowie die Elektrolyse 
ammoniakaliscber Zinksulfatlösung erwähnt seien. 
Das für den Arsennachweis in forensischen Ana 
lysen erforderliche „arsenfreie Zink“ wird 
durch Schmelzen von Z. mit Magnesiumchlorid 
oder durch Behandlung mit Schwefel dargestellt. 
— Das metallische Z. besitzt eine bläulichweiße 
Farbe und starken Glanz. Das spez. Gew. be 
trägt 7—7,1, das Atomgewicht Zn = 65,4- Bei ge 
wöhnlicher Temperatur ist es ziemlich spröde 
und brüchig, wird aber zwischen 100 und 150 0 
geschmeidig, so daß es zu Blechen gewalzt und 
zu Draht gezogen werden kann. Bei stärkerem 
Erhitzen auf 200 0 wird es wieder so spröde, daß 
es sich zu einem Pulver zerstoßen läßt, schmilzt 
dann bei 412 0 und siedet bei 930—1000 0 . Das Z. 
verändert sich weder an trockner Luft, noch in 
luftfreiem Wasser, läuft aber an feuchter Luft an 
und überzieht sich mit einer dünnen Schicht von 
basischem Karbonat. Von Säuren wird das che 
misch reine Metall kaum angegriffen, wenig ver 
unreinigtes aber unter Entwicklung von Wasser 
stoff leicht gelöst. — Das Z. diente ursprünglich 
nur zur Herstellung des Messings (s. d.) und 
wurde später für galvanische Elemente verwandt. 
Heutzutage hat das Metall aber eine außerordent 
liche Bedeutung erlangt. Zinkblech dient zum 
Decken von Dächern sowie zur Herstellung von 
Dachrinnen, Badewannen, Eimern und anderen 
Klempnerarbeiten. Nur für Eß-, Trink- und 
Kochgeschirre ist Z. wegen seiner Löslichkeit in 
Wasser und sauren Flüssigkeiten nicht zu ver 
wenden. Zinkplatten benutzt man zum Metall 
druck (Metallographie), zu Türschildern, Etiketten 
und als Zwischenlagen (Preßspäne) beim Sati- 
nieren von Papier. Auch bildet das Z. ein aus 
gezeichnetes Metall zum Gießen, da es die For 
men der Modelle in vorzüglicher Schärfe wieder 
gibt. Zum Schutz gegen Rost werden eiserne 
Bleche, Drähte und Nägel durch Eintauchen in 
das geschmcüzene Metall mit einem dünnen Zink 
überzug versehen (fälschlich „galvanisiert“ ge 
nannt). Durch Erhitzen mit etwa 2 0/0 Wolfram, 
Kobalt oder Nickel und 1—8 % Aluminium auf 
9So° wird Z. gegen Chemikalien widerstands 
fähig, erlangt große Festigkeit bis zu 41 kg bei’ 
20 0/0 Dehnung und die Fähigkeit, sich warm 
pressen, schneiden und walzen zu lassen. Von 
den besonders wichtigen Legierungen sind 
Messing, Tombak, Bronze und Neusilber in be 
sonderen Kapiteln behandelt. — Unter den Z. 
erzeugenden Ländern stehen die Vereinigten 
Staaten mit 320 000 t obenan. Deutschland, das 
noch im Jahre 1906 den Vorrang hatte, ist mit 
283000 t im Jahre 1913 an die zweite Stelle 
gerückt. Von seiner Gewinnung entfallen 170000 t 
auf Schlesien und 93 000 t auf das Rheinland 
und Westfalen. Danach folgt Belgien mit 
168000 t, England mit 59000, Frankreich und 
Spanien mit 74000, Österreich und Italien mit 
22 000 und Holland mit 24 000. Hauptabnehmer 
ist demgegenüber Amerika mit einem Verbrauche 
von 313000 t (1896: 78000), ferner Deutsch 
land 232000 (1896: 120000), England 195000 
(1896: 87000 t). 
Zinkazetat (essigsaüres Zink, lat. Zincum 
aceticum, frr. Acötate de zinc, engl. Zinc acetate), 
Zn(C 2 H 3 0) 2 , entsteht durch Auflösen von kohlen 
saurem Zink oder von Zinkoxyd unter Zusatz von 
etwas Zinkmetall in Essigsäure in Form farb 
loser, glänzender Blättchen von unangenehmem 
metallischem Geschmack. Die an der Luft etwas 
verwitternden Kristalle lösen sich leicht inWasSer 
und Alkohol und finden als brechenerregendes 
Mittel sowie äußerlich in Augenwässern und 
gegen Hautkrankheiten meddzinischeVerwendung. 
Zinkchlorid (salzsaures Zink, Chlorzink, 
Zirikbutter, lat. Zincum chloratum, Zincum 
muriaticum, frz. Chlorure de zinc, engl. Chloride 
of zinc), eine durch Auflösen von Zink in Salz 
säure entstehende Verbindung, ZnCl,, die inwasser 
freiem Zustand außerordentlich hygroskopisch ist 
■und sich bei starker Glühhitze verflüchtigt und 
sublimiert. Das giftige Salz wirkt äußerlich älzend 
und wird daher in Form von Stengelchen (Zin 
cum chloratum fusum in bacillis) als chirurgi 
sches Ätzmittel benutzt. In der Technik findet 
es Anwendung zur Herstellung von Pergament 
papier, Teerfarben und Chemikalien, ferner von 
säurefreiem Lötwasser sowie als rohes Z. in 
Form der wäßrigen Lösung zum Konservieren 
von Holz. 
Zinkoxyd (lat. Zincum oxydatum, frz, Oxyde 
de zinc, Fleurs de zinc, engl. Oxyde of zinc, 
White zinc), die Verbindung des Zinks mit Sauer 
stoff, ZnO, entsteht beim Verbrennen von Zimk- 
dämpfen an der Luft und wird größtenteils schon 
in den Zinkhütten auf diese Weise hergestellt. 
In vielen Fällen kann es auch einfach durch 
Rösten der Zinkerze erhalten werden. Chemisch 
reines Z. wird durch Erhitzen von Zinkkarbonat 
auf 300 0 dargestellt als ein zartes weißes Pulver, 
das aus der Luft Kohlensäure anzieht und beim 
Glühen gelb wird. In Wasser ist es unlöslich, 
hingegen in Säuren und Alkalien löslich. Das 
Z. findet unter verschiedenen Namen, wie Zink- 
blumen, Flores Zinci, Lana philosophica, 
medizinische Anwendung zur Herstellung von 
Zinksalbe, ferner als Streupulver für Wunden 
und Geschwüre und innerlich als beruhigendes, 
krampfstillendes Mittel. Die Technik benutzt 
es als eine der wichtigsten weißen Malerfarben 
(Zinkweiß, Schneeweiß), die zwar nicht die 
Deckkraft des Bleiweißes, aber vor diesem den 
Vorzug der Unempfindlichkeit gegen Schwefel 
wasserstoff besitzt. Zinkweiß muß gut verschlos 
sen in trockenen Räumen aufbewahrt werden, da 
es sonst leicht körnig und hart wird und durch 
Aufnahme von Wasser und Kohlensäure in Zink- 
oxydhydrat bzw. kohlensaures Zink übergeht. 
Mit Schwefelammomum übergossen, darf sich 
Z. nicht bräunen. Den Wert der Zinkweiß 
sorten bestimmt man nach dem Gehalt an Zink 
oxyd und unterscheidet: Grün-Siegel, das Beste, 
dann Rot-, Blau-, Gelb-, Grau-Siegel. Diese letz 
tere Sorte kommt auch unter dem Namen Zink 
grau in den Handel und besteht aus unreinem, 
kohlenstoffhaltigem Zinkweiß, wie es sich in 
der ersten Kammer der Zinkhütten ansammelt. 
Zinksulfat (Zinkvitriol, Weißer Vitriol, 
lat. Zincum sulfurioum, frz. Sulfate de Zinc, engl- 
Zinci sulfas), schwefelsaures Zink, wird von den 
Zinkhütten in großen Mengen hergestellt, indem 
man Zinkblende unter Zusatz von Oxydations
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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