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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Z
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Zitral 
499 
Zitronen 
ein Stoff von völliger Unschmelzbarkeit und Un 
veränderlichkeit in der Hitze, ist, mit Ton zu 
kleinen Zylindern geformt und gebrannt, statt 
des Kalkes als Leuchtkörper bei der Knallgas- 
beleuchtüng benutzt worden. — Das Metall, Zr 
= 90,7, dient zur Herstellung von Glühfäden in 
elektrischen Lampen. 
Zitral, der riechende Bestandteil des Zitronen 
öls (s. d.), hat neuerdings technische Bedeutung 
erlangt als Ausgangsmaterial für die Darstellung 
des Jonons (s. d.). Die Hauptquelle für Zitral 
ist das Lemongräsöl. 
Zitronat (Cedrat, Sukkade, lat. Confectio 
citri, frz. Citronat, engl. Candier lemon peel) 
heißt die in längliche Stücke geteilte, sehr dicke 
und schwammige, in Zuckersirup eingekochte und 
zu feinen Bäckereien gebrauchte Schale einer 
großen Zitrone, der Frucht von Citrus me- 
dica macrocarpa Risso. Die abgenommene 
und zerschnittene Schale wird in der Regel erst 
einige Zeit in Salzwasser gelegt, dann gebrüht, 
mit dem Zucker gekocht und in Fässer eingelegt. 
Die in Deutschland meistgebräuchliche Sorte ist 
nach dem Aufkochen mit Zucker an der Luft 
getrocknet, aber nicht eingelegt und bildet dann 
ein trockenes Z. 
Zitronellaöl (ostindisches Melissenöl, lat. 
Oleum citronellae, s. melissae ostindicura s. an- 
dropogonis Nardi, frz. Essence de citronnelle, 
engl. Citronella oil), ein stark melissenartig rie 
chendes, aus Zeylon und Ostindien kommendes 
ätherisches Öl, wird durch wäßrige Destillation 
aus dem Zitronengras oder Kamelheu (An- 
dropogon Nardus, Cymbopogon Nardus), 
und zwar sowohl aus der wild wachsenden, als 
der für diesen Zweck angebauten Pflanze dar 
gestellt. Man unterscheidet im Handel zwischen 
Zeylonzitronellöl und Javazitronellöl, und 
zwar ist das letztere die wertvollere Sorte. Zey 
lonzitronellöl ist eine gelbe bis gelbbraune, 
bisweilen durch Kupfer grün gefärbte Flüssigkeit 
vom spez. Gew. 0,898—0,920. Javazitronellöl 
ist farblos bis blaßgelb und hat ein spez. Gew. 
von 0,885—0,901, Die Öle lösen sich in 1—2 Teilen 
8o°/oigen Alkohols. -Hauptbestandteile sind Ge 
raniol und Zitronellal, sie betragen zusammen 
beim Zeylonöl gewöhnlich 56—6o°/o, beim Javaöl 
80 0/0 und darüber. Das Öl dient besonders zum 
Parfümieren von Seifen und wird hauptsächlich 
in den Vereinigten Staaten verbraucht. 
Zitronen (lat. Fructus citri, frz. Citrons, engl. 
Lemons) sind die bei den Italienern Limonen 
genannten Früchte des Zitronenbaums, Ci 
trus medica, Citrus limonumR., der wie der 
verwandte Orangenbaum (Citrus Aurantiorum) 
zu der Gattung der Rutazeen (Aurantioideen) 
gehört. Er soll aus Indien, nach anderen aus 
Medien stammen, wird aber jetzt im ganzen 
Süden, in Portugal, Spanien, Italien, den, grie 
chischen Inseln, Nordafrika und Südfrankreich, 
hier allerdings nur an wenigen Punkten angebaut 
und hat infolgedessen zahlreiche Spielarten ge 
bildet. Auch auf den Westindischen Inseln ist 
die Zitronenzucht eingebürgert, wenngleich von 
hier keine Früchte, sondern nur Zitronensäfte 
ausgeführt werden. Der Zitronenbaum ist ein 
höchstens s m hoch .werdendes Holzgewächs mit 
rötlichen Sprossen, abwechselnden lederartig-kah- 
len, immergrünen und schwach kerbig-gesägten 
Blättern und rötlichen Blüten. Die dünnschaligen 
Früchte besitzen eine kugelige, eiförmige oder 
längliche Gestalt mit meist zitzenförmigen En 
dungen. Sie sind anfangs grün, in der Reife aber 
hellgelb (zitronengelb) gefärbt und enthalten in 
10—12 Fächern je 2—3 Samen und einen stark 
sauren Saft. Nach Mitteilung von W. Leske in 
Cossebaude und Messina erfolgt der Anbau der 
Z. in getrennt liegenden, gut umzäunten Gärten, 
die 20 bis zu 15 000 Bäume enthalten. Die Gärten 
liegen in Gebirgstälern und ziehen sich an den 
Bergen bis zu einigen hundert Metern Meeres- 
hühe hinauf. Meist sind künstliche Bewässerungs 
anlagen vorhanden, durch welche ermöglicht 
wird, daß die Bäume dafe ganze Jahr hindurch 
gleichzeitig Knospen, Blüten, grüne und reife 
gelbe Früchte tragen. Der Boden muß sorgfältig 
bearbeitet, gelockert und gedüngt werden. Der 
Zitronenbaum hat ein großes Wärmebedürfnis 
und gedeiht besonders gut auf heißem, vulkani 
schem Boden. Neben Kalabrien und Neapel 
kommt für die Massenerzeugung hauptsächlich 
Sizilien, und hier in erster Linie die Provinz Mes 
sina in Betracht. Jeder Baum liefert vier Ernten, 
und zwar eine im Winter, drei im Sommer. Der 
Winterschnitt, der im November erfolgt, mit 
Nachernten bis in den April und Mai, liefert die 
gehaltreichsten und haltbarsten Früchte (Edel 
Z.). Die Sommerfrüchte zerfallen in die weißlich- 
gelbe BiancheiJi-Z. (Hauptschhitt April-Mai, 
Nachernten bis Juni-Juli), die mehr grünliche 
Verdelli-Z. (Hauptschnitt Juli-August, Nach 
ernten bis September-Oktober) und die kleine 
rundliche Bastard-Z. (Hauptschnitt September, 
Nachernten bis Dezember). Der Hauptschnitt, 
für den man die Früchte mit besonders reiner 
und glatter Schale auswählt, -dient fast hur für die 
Ausfuhr. Diese Früchte werden der größeren 
Haltbarkeit wegen, und weil sie auf der Fahrt 
noch nachreifen, grün von den Bäumen genom 
men und zur Versendung, meist mit Papier um 
wickelt, in Kisten zu 400—700 Stück regelmäßig 
eingeschichtet. Für den Winterversand in käl 
tere Gegenden packt man eine größere Zahl 
Kisten in Fässer und stopft die Zwischenräume 
mit warmhaltenden Stoffen aus. Die Z. bedürfen 
einer Aufbewahrung in trockenen, kühlen Kellern 
und. häufiger Besichtigung, damit alle angegange 
nen und fleckig gewordenen Stücke sogleich 
entfernt werden können. Zweckmäßig ist es unter 
Umständen auch, die Früchte einzeln, so daß sie 
sich nicht berühren, in Kochsalz einzubetten, 
nachdem vorher die Anhaftungsstelle des Stiels 
mit geschmolzenem Paraffin überzogen worden 
war. — Für die Zusammensetzung der reifen Zi 
tronen gibt König folgende Zahlen an: 82,64% 
Wasser, 0,74 % Stickstoffsubstanz, 5,39 % Zitro 
nensäure, 0,37 % Invertzucker, 10,30 % stickstoff 
freie Extraktstoffe, Rohfaser und Kerne, und 
0,56 °/o Asche. —■ Die beim Hauptschnitt auf den 
Bäumen zurückbleibenden und alle sonst für 
die Ausfuhr nicht geeigneten Früchte werden 
an Ort und Stelle auf Zitronenöl und Zitronen 
säure verarbeitet. Die Preßrückstände finden 
als Ziegenfutter Verwendung. — Die Zitrone 
wird in großen Mengen für die Zwecke des 
Haushalts, der Küche und Konditoreien, zur 
Herstellung von Limonaden, Punsch usw. ver 
braucht.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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