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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Z
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Zitronensäure 501 Zitronensaures Eisenoxyd 
in den Samen der Erbsen, Bohnen, Wicken. 
Außerdem ist Z. ein regelmäßiger Bestandteil 
der Kuhmilch (0,2 0/0). Zur Darstellung der Z. 
für den Handel dient ausschließlich der Saft der 
unreifen Zitronen, der nur zum kleinsten Teile 
am Ursprungsorte selbst direkt auf Z. ver 
arbeitet wird, vielmehr der Hauptsache nach in 
konzentriertem Zustande oder in Gestalt von 
trockenem Kalziumzitrat in den Handel gelangt, 
um dann in England, Frankreich und Deutsch 
land weiter auf Z. verarbeitet zu werden. Zur 
Darstellung des Kalziumzitrats wird der auf die 
eine oder andere Weise geklärte Saft in mit 
Blei ausgekleideten Bottichen zum Kochen er 
hitzt und so lange mit geschlämmter Kreide und 
schließlich Kalkmilch versetzt, bis kein Aufbrau 
sen mehr stattfindet. Die freie Z. verbindet sich 
dabei mit dem Kalk zu Kalziumzitrat, das in 
siedendem Wasser sehr schwer, in kaltem 
jedoch wesentlich leichter löslich ist. Es wird 
daher noch heiß auf ein Seihtuch gebracht, mit 
kochendem Wasser ausgewaschen und mit so 
viel verdünnter Schwefelsäure versetzt, als nötig 
ist, um den zitronensauren Kalk in schwefel 
sauren zu verwandeln. Die von dem ausgeschie 
denen Kalziumsulfat getrennte Zitronensäure 
lösung wird, zur Kristallisation eingedampft, und 
die abgeschiedene Kristallmaslse durch Auflösen, 
Entfärben mit Tierkohle und nochmaliges Um 
kristallisieren gereinigt. Auch synthetisch ist die 
Z. schon nach verschiedenen Verfahren her- 
gestellt worden, und schließlich wird sie fabrik 
mäßig auf zymotechniscbem Wege nach einem 
Patent von Charles Wehmer in Mühlhausen und 
Thann im Elsaß gewonnen. Zu ihrer Darstellung 
dienen 3—30 0/0 ige Zuckerlösungen, die jmit Pilzen 
(Citromyces Pfefferianus et glaber) geimpft wer 
den und bei der Gärung in Z. übergehen. — Die 
Z. ist eine dreiatomige Säure, CjH^OHXCOOHJj, 
und wird chemisch als Oxy trikarbally Isäure 
bezeichnet. Sie bildet färb- und geruchlose, sehr 
sauer schmeckende, rhombische Prismen, die 
an warmer Luft oberflächlich etwas verwittern 
und in Wasser sowie Weingeist leicht löslich sind. 
Charakteristisch ist das Verhalten der Z. und 
ihrer Salze gegen Kalkwasser. Fügt man zu einer 
wäßrigen Zitronensäurelösung Kalkwasser bis zur 
alkalischen Reaktion, so tritt in der Kälte keine 
Trübung ein. Wird diese Flüssigkeit aber ge 
kocht, so trübt sie sich infolge der Abscheidung 
von Kalziumzitrat, das beim Erkalten im ver 
schlossenen Gefäß vollständig wieder in Lösung 
geht. Die zitronensauren Salze verhalten sich 
gegen Kalkwasser in gleicher Weise. — Im Han 
del unterscheidet man zwischen kristallisierter 
Z. (Acidum citricum cristallisatum), reiner Z. 
(Acidum citricum purum) und reinster blei 
freier Z. (Acidum citricum purissimum). Letz 
tere ist die im D. A. B. vorgeschriebene. In 
folge ihrer Bereitungsweise kann die käufliche 
Z. außer Blei noch Schwefelsäure und Kalksalze 
enthalten, auch wird sie oft mit der billigeren 
Weinsäure verfälscht. Auf Blei prüft man mit 
Schwefelwasserstoffwasser, das man zu einer wäß 
rigen, mit Ammoniak bis zur schwach sauren 
Reaktion abgestumpften Zitronensäurelösung hin 
zusetzt. Färbt sich hierbei die Flüssigkeit dunkel, 
so ist Blei vorhanden. Schwefelsäure erkennt 
man an dem weißen Niederschlag, der in einer 
wäßrigen Lösung von Z. durch Chlorbarium, 
Kalksalze an der weißen Trübung, welche in 
der wäßrigen Löspng durch oxalsaures Ammo 
nium hervorgerufen wird. Zum Nachweis von 
Weinsäure wird eine Mischung aus I g Z. und 
10 ccm Schwefelsäure, die in einem mit Schwefel 
säure gereinigten Mörser bereitet worden ist, in 
einem Probierrohr eine Stunde lang im Wasser 
bade erwärmt (auf 80—90 °), worauf bei Anwesen 
heit von Weinsäure Braunfärbung Eintritt. Außer 
dem kann Weinsäure auch durch essigsaures 
Kalium erkannt werden, dessen konzentrierte 
Lösung man mit der zu prüfenden konzentrierten 
Zitronensäurelösung mischt und dann mit dem 
dreifachen Volumen Alkohol versetzt. Falls Wein 
säure vorhanden ist, entsteht beim Schütteln ein 
fein kristallinischer Niederschlag von saurem 
weinsauren Kali. Auf optischem Wege läßt sich 
die Gegenwart von Weinsäure an ihrer Rechts 
drehung erkennen. —- Die Einfuhr von Z, bzw. 
Kalziumzitrat und konzentriertem Zitronensaft in 
Deutschland betrug jährlich ungefähr 6000 dz, 
die deutsche Ausfuhr von Z. 3000 dz. Die Ver 
wendung der Z. ist sehr vielseitig. Technisch 
wird sie hauptsächlich in der Kattundruckerei so 
wie als Fleckenreinigungsmittel und in der Photo 
graphie benutzt. In der Nahrungsmittelindustrie 
und im Haushalt findet sie wegen ihres angeneh 
men Geschmackes vielfache Verwendung als Zu 
satz zu Limonaden, als Essigersatz usw. Medizi 
nischen Gebrauch finden sowohl die Säure selbst 
als durstlöschendes, kühlendes Getränk bei Fie 
ber, als Mittel gegen den Skorbut der Schiffer 
usw., wie auch einige ihrer Salze (zitronensaures 
Chinin, zitronensaure Magnesia usf., s. d.). Die 
Aufbewahrung der Z. hat in gut geschlossenen 
Gefäßen an einem kühlen Orte zu erfolgen. 
Zitronensaures Chinin (Chininzitrat, lat. 
Chininum citricum, frz. Citrate de quinine, engl, 
Citrate of quinia) stellt weiße lockere Kristall 
nadeln dar, die intensiv bitter schmecken und 
in goo Teilen kalten oder 30 Teilen siedenden 
Wassers löslich sind. Das zitronensaure Chinin 
findet beschränkte medizinische Verwendung. 
Zitronensaures Eisenchinin (Chinineisen 
zitrat, lat. Chininum ferro-citricum, frz. Citrate 
de fer de quinine, engl. Citrate of iron and 
quinia) bildet glänzende, durchschimmernde, dun 
kelrotbraune Blättchen von eisenartigem und bit 
terem Geschmack, die in Wasser langsam, aber 
in jedem Verhältnis löslich sind. Das Eisen 
chininzitrat wird häufiger medizinisch angewandt 
als das vorhergehende Salz und findet sich auch 
im D. A. B. aufgeführt. 
Zitronensaures Eisenoxyd (Eisenoxydzit rat, 
Ferrizitrat, lat. Ferrum citricum oxydatum, 
frz. Citrate de fer. engl. Citrate of iron) erhält 
man durch Auflösen von frisch gefälltem Eisen 
hydroxyd in wäßriger Zitronensäurelösung, vor 
sichtiges Eindampfen der klaren Flüssigkeit bis 
zur Sirupdicke und Trocknen des auf Glas 
platten ausgestrichenen Rückstandes. Das Ferri 
zitrat bildet dünne, durchscheinende Blättchen 
von rubinroter Farbe und schwachem Eisen 
geschmack, die in siedendem Wasser leicht, in 
kaltem Wasser langsam, aber vollständig löslich 
sind. Die gelbe Lösung reagiert schwach sauer. 
Wegen seines schwachen Eisengeschmacks 
wird das Ferrizitrat, das für medizinische
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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