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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Benzoazurin G 
48 
Benzoesäure 
Destillation unter 150 0 übergehen. Dieses De 
stillat (Rohbenzin) wird einer Reinigung mit konz. 
Schwefelsäure und Natronlauge unterwo.fen und 
darauf nochmals destilliert. Die zuerst über 
gehenden Leichtöle vom Siedepunkte 40—70 0 
und dem spez. Gew. 0,640—0,660 nennt man Pe 
troleumäther (Gasolin). Darauf folgt zwi 
schen 70 und ioo° (spez. Gew. 0,660—0,700) das 
eigentliche Benzin; zwischen 100—120 0 (spez. 
Gew. 0,700—0,720) das Ligroin und schließlich 
bis 150° (spez.Gew.0,720—0,740) das Putzöl.Die 
Petroleumbenzine stellen farblose, leicht brenn 
bare und feuergefährliche Flüssigkeiten dar, die 
in chemischer Hinsicht aus Gemischen von Koh 
lenwasserstoffen der Methanreihe bestehen und 
daher gegen Reagentien, namentlich rauchende 
Salpetersäure, indifferent sind (Unterschied vom 
Steinkohlenbenzin). Sie finden als ausgezeichnete 
Lösungsmittel für Fette und Öle, Harze und Kaut 
schuk ausgedehnte Anwendung in der Fettindu 
strie, Gummifabriken und chemischenWäschereien. 
Die in letzteren durch elektrische Funken häufig 
entstehenden Brände verhindert man durch Zu 
satz von ölsaurer Magnesia. 2. Steinkohlen 
benzin findet sich in größerer Menge in dem 
Teer der Gasfabriken, besonders aber der Ko 
kereien, aus welchem es durch Destillation ab 
geschieden wird. Die hierbei zwischen 70 und 
170 0 übergehende Flüssigkeit zerlegt man in 
mehrere Fraktionen, von denen die bei 80—115° 
siedende als Rohbenzol bezeichnet wird, wäh 
rend die folgenden (Auflösungsaaphtha) das 
Steinkohlenbenzin des Handels daistellen. St.-B. 
ist eine wasserhelle Flüssigkeit wie das Petro 
leumbenzin, unterscheidet sich aber von letzterem 
durch seinen höheren Siedepunkt, sein höheres 
spez. Gew. (0,900) und seine chemische Zusammen 
setzung, indem es nicht Kohlenwasserstoffe der 
Methanreihe, sondern der Benzolreihe, besonders 
neben etwas Benzol Toluol, Xylol und Kumol 
enthält. Hierauf beruht das Verfahren zur Unter 
scheidung der beiden Benzine, indem St.-B. bei 
der Behandlung mit rauchender Salpetersäure in 
Nitrobenzol übergeht und klar gelöst wird. Auch 
vermag es im Gegensatz zu Petroleumbenzin 
Asphalt, Steinkohlenpech und Pikrinsäure in 
Lösung überzuführen, verbrennt mit stärker ru 
ßender Flamme und löst sich in qoprozentigem 
Alkohol auf. Es dient in der Technik als Lö 
sungsmittel und als Ausgangsmaterial der Far 
benfabrikation. 3. Braunkohlenbenzin (So 
laröl, Photogen) nennt man die niedrig sieden 
den Anteile des Braunkohlenteers vom spez. Gew. 
0,800—0,820, welche zur Reinigung von Paraffin, 
ferner als Fleckwasser usw. Anwendung finden. 
Benzoazurin Q, ein Azofarbstoff, blauschwar 
zes, in Wasser lösliches Pulver, färbt Baumwolle 
im Seifenbade blau und besteht aus dem Natron 
salze der Dianisidindisazoalphanaphtolmonosulfo- 
säure. Benzoazurin ro B ist die entsprechende 
Verbindung des Diphenetidins mit Naphtylamin- 
sulfosäure. 
Benzoe (Benzoeharz, lat. Resina benzoes, 
Asa dulcis, frz. Benjoin, engl. Gum Benjamin), 
ein seit dem 15. Jahrhundert in Europa be 
kannter Artikel des Drogenhandels, besteht aus 
dem fest gewordenen harzigen Ausfluß von Ben 
zoin officinale, Styrax Benzoin und Sty- 
rax subdenticulata, mittelhoher Bäume aus 
der Familie der Styrazeen, die ihre Heimat 
in Hinterindien und dem Malaiischen Archipel 
haben. Man gewinnt das Harz durch Anschnei 
den der Rinde, und zwar geben junge, 6- bis 
7jährige Bäume die beste Ware, während mit 
steigendem Alter immer dunklere und weniger 
aromatische Sorten erhalten weiden. — Nach 
Form und Herkunft unterscheidet man folgende 
Handelssorten; a) Siambenzoe, die-beste Sorte, 
besteht aus kleinen, losen, tränenförmigen Stük- 
ken (B. in lacrymis) von weißer bis gelblicher 
oder rötlicher Farbe und opalartigem Aussehen. 
Das spez. Gew. liegt zwischen 1,170 und 1,240, 
der Schmelzpunkt bei 75 °. Eine geringere Ab 
art dieser Sorte, die Mandelbenzoe (B. amyg- 
daloides) bildet unregelmäßige rötliche Massen, 
in welchen zahlreiche weiße oder gelbliche, oft 
mandelförmige Stücke verteilt sind, b) Kal 
kuttabenzoe (Block-, Tampangs-Benzoe) 
kommt in Form großer Blöcke von rotbrauner 
Farbe mit zahlreichen eingelagerten Mandeln und 
Pflanzenresten in den Handel. Ihr spez. Gew. be 
trägt 1,100—1,120. c) Palembang- oder Palem- 
B. ist der vorigen ähnlich, aber minderwertiger. 
Sie enthält bis zu io°/o Verunreinigungen und hat 
ein spez. Gew. von 1,130. d) Sumatra-B. bildet 
meist dunklere Massen oder Blöcke, e) Pe- 
nang-B„ braune, poröse, anscheinend zusammen 
geschmolzene Klumpen. — In chemischer Hin 
sicht besteht die Benzoe aus einem Gemische ver 
schiedener Plarze mit Benzoesäure oder Zimtsäure 
und 1 bis 1 Vs 0 /» Vanillin. Das Harz der Siam 
benzoe ist ein Gemenge von Benzoesäureestern 
mit 2 Harzalkoholen, dem weißen Benzoeresinol 
(C 16 H 26 G 2 ) und dem braunen Siaresinotannol 
(C 12 H u O s ), während das Harz der Sumatra 
benzoe neben etwas Zimtsäurephenylpropylester 
(C, s H )8 0 2 ), Zimtsäurezimtester (Styrazin) und 
Zimtsäurebenzoeresinolester viel Z mtsäureresino- 
tannolester enthält. Je nach der Art der vor 
handenen freien Säure unterscheidet man B., 
die nur Benzoesäure (Sorten a, b, c) und solche, 
die Benzoe- und Zimtsäure (d und e) enthält. —■ 
Zur Prüfung auf Zimtsäure zerreibt man die B. I 
mit kaltem Wasser, kocht auf und filtriert. Das 
durch Eindampfen etwas konzentrierte Filtrat 
wird -riedend heiß mit etwas Kaliumpermanga 
nat .ersetzt, worauf nur bei Anwesenheit von 
Zimisäure Geruch nach Bittermandelöl auftritt. —- 
Die nur Benzoesäure enthaltenden Sorten a—c 1 
finden medizinische Anwendung als antiseptisches I 
und desinfizierendes Mittel, während die übrigen 
auch in der Parfümerie sowie zur Herstellung I 
von Räuchermitteln, Schokoladenlack u. dgl. in \ 
großen Mengen verarbeitet werden. 
Benzoeäther (Benzoesäureäther, Benzoe-] 
vinester, benzoesaures Äthyloxyd, Ben-| 
zoesäureäthyläther, lat. Äther benzoicus, frz-j 
1 Ether benzoique, engl. Benzole ether), C 6 H 5 ■ 
COUC 2 H 5 , eine wasserhelle farblose, aromatisch j 
riechende Flüssigkeit vom spez. Gew. 1,0517 und 
vom Siedepunkte 213 °, wird durch Einleiten von 
gasförmiger Salzsäure in eine alkoholische Lösung 
von Benzoesäure erhalten und zur Bereitung ( 
vor. Fruchtäthern sowie von Parfüms (PeaU 
d’Espagne) verwendet. In Wasser ist der B- j 
nur sehr wenig, in Alkohol leicht löslich. 
Benzoesäure (Benzoeblumen, lat. Acidum 
b mzoicum, Flores benzoes, frz. Acide benzoique- r
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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