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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Büretten 
71 
Burgunder 
Stoffe sind meistens gestreift, kariert oder sonst 
gemustert. Nach der Dicke unterscheidet man 
Winter- und Sommerbuckskin. Der erstere 
besteht aus stärkerem Wollgarn (Streichgarn) 
und ist als Paletotstoff oft ungemustert, wäh 
rend zu der Sommerware ein sehr dünnes ge 
zwirntes Streichgarn benutzt wird. Wohlfeile 
Waren sind jedoch vielfach mit Baumwoll- oder 
Leinengarn gemischt, oder bisweilen sogar ohne 
alle Wollzutat gefertigt. England stellt beson 
ders große Mengen her, während die französi 
schen B. sich durch geschmackvolle Muster aus 
zeichnen. Die besten in Deutschland erzeugten 
B. kommen als niederländische aus den Fa 
brikstädten der preußischen Rheinprovinz, andere 
von Berlin, Brandenburg, Burg, Spremberg, 
Kottbus, Forst, Grünberg, Krimmitschau, Wer 
dau, Meerane, Kirchberg, Lengenfeld, Hainichen 
und Heidenheim. Hauptfabrikationsorte in Öster 
reich sind Brünn und Reichenberg. Sehr dünne 
und leichte B. heißen Doeskins (Rehfell, v. d. 
Engl, doe-skin). 
Büretten sind zum genauen Abmessen von 
Flüssigkeiten bestimmte Maßgefäße, die aus 
einem mit feiner Skala versehenen Glaszylinder 
und einer Abflußvorrichtung bestehen und nach 
der Form der letzteren in Gieß-B., Blase-B., 
Glashahn- und Quetschhahn-B. unterschieden 
werden. Zum Aufstellen der, besonders in Thü 
ringen hergestellten B. bedient man sich der 
B.-Stative und -Etageren. 
Bürsten (frz. Brosses, Vergeltes, engl. Brushes). 
Hie Herstellung der B., die früher ausschließ 
lich Handarbeit (Bürstenbinderei) war, ist 
jetzt zum größten Teil in Fabrikbetrieb mit 
Hampfkraft übergegangen. Hauptsitze sind u. a. 
in Schönheide (Erzgebirge) und Umgegend 
(Rothenkirchen, Rautenkranz), weitere Fabriken 
•n München, Freiburg in Baden, Donaueschin- 
gen, Hameln. Das Hauptmaterial zur Herstel 
lung liefern die Schweinsborsten von dem 
Rücken des Schweines (vgl. Borsten). Nächst 
den Rückenborsten, die sich durch ihre 
Länge und Steifheit neben großer Elastizität 
nuszeichnen und gewöhnlich zu Kleiderbür 
sten verarbeitet werden, verwendet man auch 
Borsten von andern Körperteilen des Schweines, 
die jedoch weicher sind und zur Herstellung 
der milden Samtbürsten dienen. Zu dem 
gleichen Zwecke benutzt man auch die Borsten 
junger Schweine und Ziegenhaare. Pferdehaare 
verwendet man zu Glanzbürsten und Zahn 
bürsten. Von Pflanzenfasern finden hauptsäch- 
hch die Piassavafaser (s. d.) unddieKokos- 
nu ßfaser, ferner Reisstroh und Reiswur- 
Zeln Verwendung. Endlich hat man auch Me 
tallbürsten oder Drahtbürsten aus Draht 
v °n Eisen, Stahl, Messing oder Kupfer für ver 
schiedene gewerbliche Zwecke. Feine Stahl 
bürsten werden sogar als Plaarbürsten be- 
butzt. Zur Fassung der Borsten bei den ein- 
acheren Sorten dienen gewöhnliche harte Höl- 
5, er > wie Buche oder Eiche, in ihrer natürlichen 
tj arbung. In der Regel wird jedoch, damit man 
a . le Einziehdrähte nicht sieht, auf der Oberseite 
*bbe Deckplatte befestigt, die aus mehr oder 
Weniger feinem Holze gefertigt, lackiert, po- 
crt oder mit Furnier belegt wird. Die Borsten- 
Ur >del einer guten Kleiderbürste müssen dicht 
stehen, nach dem Niederdrücken oder Umbiegen 
sofort wieder in ihre frühere Lage zurückkehren 
und dürfen weder zu hart, noch zu weich sein. 
Nur die bereits erwähnten Samtbürsten, welche 
sehr weich sein müssen, machen hiervon eine 
Ausnahme. Die Haarbürsten sind meistens 
mit Handgriff versehen und besitzen eine der 
Wölbung des Kopfes entsprechende gekrümmte 
Form, obschon auch viele so verfertigt sind, 
daß die Borstenoberfläche in der Mitte etwas 
stärker hervortritt als nach dem Rande hin. Die 
Borsten dürfen nicht zu weich sein, da sie sonst 
nicht in das Haar eingreifen, sondern sich nur 
umbiegen. Dasselbe gilt von den Haut- und 
Nagelbürsten. Die Zahnbürsten müssen mit 
besonderer Sorgfalt angefertigt werden und 
dürfen nicht zu hart sein. Die Fassung ge 
schieht in Knochen oder Elfenbein, nicht selten 
mit zierlich geschnitztem Griff. Scheuerbür 
sten und Schuhbürsten sind hart und kurz 
borstig. Kratzbürsten von Metalldraht wer 
den teils zum Reinigen von Feilen, teils zum 
Abreiben von Metallen und beim Bronzieren 
benutzt. 
Buffalorubin, ein braunes, in Wasser mit roter 
Farbe lösliches Pulver, färbt Wolle in saurem 
Bade rot und besteht aus dem Natronsalze der 
Alphanaphtylaminazonaphtoldisulfosäure. 
Bullrichs Salz, s. Doppeltkohlensaures Natron. 
Buntpapiere (Bunte Papiere, frz. Papiers 
peints, Papiers de couleur, engl. Coloured pa- 
pers) nennt man alle farbigen, nicht weißen 
Papiere, und zwar sowohl solche, die in der 
ganzen Masse gefärbt sind, als auch diejenigen, 
welche die Färbung nur auf einer Seite mittels 
Anstrichs erhalten haben. Im ersteren Falle ver 
wendet man entweder farbige Lumpen (natur 
farbige Papiere), oder man setzt dem aus 
halbweißen Hadern bereiteten Ganzstoff Farben 
zu (im Zeug gefärbte Papiere). In einigen 
Fällen verfährt man auch so, daß man die 
Bogen ohne weiteres durch eine Farbstoffbrühe 
zieht. Die mit Anstrich auf einer Seite versehenen 
B. sind entweder einfarbig oder mehrfarbig 
marmoriert und gemustert und fast alle geglättet. 
Zu den in der Masse gefärbten B. gehören die 
Affichenpapiere und die dunkelblauen B. für 
Schreibhefte. Die marmorierten werden haupt 
sächlich zum Bekleben der Bücherdeckel und 
Papparbeiten verwendet. Zur Aufbewahrung 
und Verpackung von Nahrungs- und Genuß 
mitteln bestimmte Papiere dürfen nicht mit ge 
sundheitsschädlichen (s. d.), Tapeten nicht mit 
arsenhaltigen Farben hergestellt werden. 
Burgunder, berühmte französische Weine aus 
Ober- und Nieder-Burgund, Maconnais und 
Beaujolais. In der zu Ober-Burgund gehörigen 
Cöte d’or wachsen die edelsten Rotweine, vor 
allem in den Lagen von Romande-Conti, Riche- 
bourg bei Vosne, Bongeot, Mont-Rochet bei 
Puligny (auch weiß), St. Georges bei Nuits und 
Corton bei Aloxe. Sehr feine Sorten sind ferner 
Volnay, Pommard, Beaune, Chambole, Savigny, 
Meursault und Blagny. Als gewöhnliche Tisch 
weine werden endlich verwendet Gevrey, Sante- 
nay und andere. Der Weinbau in Nieder-Bur 
gund ist zwar der Menge nach bedeutender, 
erreicht aber die Feinheit der Hochgewächse 
der Cote d’or nicht. Dennoch gehören auch
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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