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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

China 
77 
Chinarinde 
sodium), in chemischer Hinsicht unreines Na 
triumnitrat, NaNO a , findet sich in der die 
Grenze zwischen Chile und Peru bildenden Wüste 
Atacama, die allem Anschein nach den Boden 
eines Natronsees gebildet hat, in Form von Aus 
blühungen, S—7 cm dicken oberflächlichen Kru 
sten oder ausgedehnten Lagern von 25—150 cm 
Mächtigkeit, die mit einer 50—7$ cm dicken san 
digen Tonschicht bedeckt sind. Das Mineral wird 
an Ort und Stelle oberflächlich durch Umkristalli 
sieren gereinigt und kommt dann als sog. „Ca- 
liete“ mit 90—93%, oder neuerdings auch mit 
98—99% Nitrat in den Handel. Der Versand 
erfolgt in 100 kg fassenden Säcken, die leicht 
Feuchtigkeit anziehen und daher trocken ge 
lagert werden müssen. Zum Schutz gegen Ver 
fälschungen läßt sich der Käufer einen bestimm 
ten Stickstoffgelialt von 10—15% zusichern und 
durch Analyse kontrollieren. Ch. bildet eines der 
wichtigsten Stickstoffdüngemittel und das Aus 
gangsmaterial zur Herstellung fast aller Stick 
stoffverbindungen, insbesondere der für die 
Sprengstoffherstellung unentbehrliehen Salpeter 
säure und des Kalisalpeters. Ep wurde daher in 
ständig steigenden Mengen von Chile ausgeführt, 
nach Deutschland im Jahre 1913 allein 750000 t, 
und auf die Abschneidung dieser Zufuhr setzte 
England große Hoffnungen für den Verlauf des 
Krieges, Es wurde aber enttäuscht durch die 
von deutschen Chemikern entdeckten Verfahren 
zur Bindung des atmosphärischen Stickstoffs, die 
unter Ammoniak, Kalziumzyanamid und Salpeter 
näher besprochen werden. Nach dem Kriege wird 
Deutschland voraussichtlich von Ch. völlig un 
abhängig sein und vielleicht sogar Salpeter aus-, 
führen können. 
China heißt in England das Porzellan; daher 
Ch ina clay — Porzellanton — ein in England 
vorkommender, blendend weißer, voluminöser, 
sehr plastischer, etwas fetter Ton, der wegen 
seiner vielseitigen Brauchbarkeit nach andern 
Ländern, auch nach Deutschland, ausgeführt wird. 
Man braucht ihn bei uns in der Färberei als 
Zusatz zu Satinierfarben, die dadurch beim Rei 
fen einen schöneren Glanz annehmen, in Zeug 
druckereien zur Farbenverdickung, hauptsächlich 
über als Zusatz zum Papierzeug, um dem Papier 
^ehr Schwere und Körper zu geben. 
, China-Alkaloide (frz. Alcaloides de quinquina) 
lst der Sammelname für alle in den verschiede- 
Chinarinden enthaltenen Pflanzenbasen, von 
denen Chinin, Chinidin, Zinchonin und 
■^'nchonidin die grüßte Bedeutung besitzen. 
Außer diesen kennt man noch eine ganze Reihe 
v °n Alkaloiden, welche entweder nur aus ein- 
Ze lnen Arten von Chinarinden erhalten wurden, 
°der sich in den Mutterlaugen der Chininher- 
st ellung ansammeln oder aber als Umwandlungs- 
Zeugnisse der natürlichen Basen anzusehen 
sind. Als Vertreter dieser Ch. seien angeführt; 
'Gnchotin (Hydrozinchonin), Zinchamidin(Hy- 
a J°zinchonidin), Hydrochinidin, Hydrochi- 
5, ln ._ Kuprein, Chinamin, Konchinamin, 
jpbairamin, Arizin, Parizin, Kuskonin, 
£°nkuskonin, Apochinin, Dikonchininund 
*" a ytin. Die meisten dieser Ch. sind kristallisier 
te, wohlcharakterisierte Verbindungen und wer- 
Ctv 'L’ besonders das wichtigste von allen, das 
hinin, in besonderen Artikeln behandelt. Hin 
gegen ist das sog. Chinioidin des Handels, ein 
Abfallprodukt aus den Chininmutterlaugen, ein 
Gemisch verschiedener amorpher Basen und 
wegen seiner wechselnden Zusammensetzung in 
der Medizin durch die reinen Chininpräparate 
nahezu völlig verdrängt. NeuereVersuche machen 
es wahrscheinlich, daß demnächst die synthetische 
Darstellung mehrerer Ch. gelingen wird, doch 
steht die Ertragsfähigkeit derselben in Hinblick 
auf den geringen Preis des Naturerzeugnisses 
noch zu bezweifeln. 
Chinablau, ein dem Wasserblau (s. d.) nahe 
verwandter Teerfarbstoff. 
Chinagras (engl. Cloth grass, China grass) 
nennt man die Bastfaser von Boehmeria ni- 
vea, einer in China und Ostindien heimischen 
Nesselart, die seit den ältesten Zeiten in Asien, 
später auch in Europa zu Spinnfasern und feinen 
Geweben (Nesseltuch) verarbeitet wurde, bis 
die Konkurrenz der Baumwolle sie in den Hinter 
grund drängte. Die französische Bezeichnung 
Ramie (Ramd, Rameh) soll nach einigen An 
gaben für die Faser einer verwandten Pflanize, 
Boehmeria tenacissima, nach anderen ledig 
lich für verarbeitetes Ch. gelten. Der Anbau 
des Ch., der sich über die ganze Erde zwischen 
dem 43. Grad nördlicher und südlicher Breite 
ausgedehnt hat und besonders in Ostasien, aber 
auch mit großem Erfolge in Deutsch-Ostafrika 
betrieben wird, erfolgt nicht durch Samen, son 
dern durch Stecklinge oder Wurzelableger. Die 
austreibenden geraden, fast gar nicht verästelten 
Schößlinge werden, sobald sie 1—1,2 m lang 
geworden sind, jedenfalls aber vor der Blüte 
geschnitten (4—5 mal im Jahre, bei 7—8 jähriger 
Ertragsfähigkeit der Pflanzungen) und sofort 
durch Abstreifen von den Blättern und der Ober 
haut befreit. Die durch leichtes Rösten und 
wiederholtes Waschen gewonnenen Fasern sind 
0,5—1,2 m lang und werden 'in China vielfach 
zu Fäden zusammengedreht, die zur Herstellung 
von chinesischem Grasleinen dienen. In Europa 
unterwirft man sie vielfach noch zur Entfernung 
der Zellsubstanz einer Behandlung mit verdünnten 
Säuren (Bleiche). Die gut vorbereitete Faser 
ist sehr zart und fein und übertrifft an Festigkeit 
selbst den russischen Hanf um das Doppelte. 
Sie zeigt hohen, fast seidenartigen Glanz, läßt 
sich leicht bleichen und wird dann blendend 
weiß, während ungebleichtes Ch. durch Spuren 
von Chlorophyll schwach gelb oder grünlich 
gefärbt ist. Zu uns kommt die Faser meist als 
kolonisiertes Ch. in einer der Baumwolle 
ähnlichen Form. Die der Färbung entgegen 
stehenden Schwierigkeiten sind jetzt anscheinend 
überwunden. Ch. dient zur Anfertigung von 
Posamentierarbeiten (Fransen, Schnuren, Borten), 
von Vorhängen, Möbelstoffen nach Art baum 
wollener Samte, von Glühstrümpfen, Banknoten, 
neuerdings in steigendem Maße auch zur Her 
stellung von Geweben für Kleidungsgegenstände 
(Strümpfe, Trikot) usw. Vgl. auch Nessel. 
Chinarinde (Fieberrinde, lat. Cortex chinae, 
frz. Ecorce de Quina ou de Quinquina, engl. 
Cinchona bark). Die Chinarinden stammen von 
verschiedenen Arten der Gattung Zinchona, 
Familie der Rubiazeen, ab, und zwar sowohl 
von wild wachsenden als auch von angebauten 
Pflanzen. Ihre Pleimat ist der zwischen dem
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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